Lechtenberg, Adolphe: Aus der Mitte

Boden. Etwas kommt aus der Wand, etwas anderes aus der Decke. Vielleicht auf dem Boden nach rechts und links tasten. Wieder an einem Rand hocken. Am Rand ist Erinnerung sichtbar. Raumteile werden durch farbige Zonen getrennt. Graubraun, schwarz, brillantgelb, königs-blau, weiß. Zurückliegt Masse. Gute Nahrung. Vorne ein Tor. Zwei Lippen, deren Ende nicht absehbar ist. Nichts ist absehbar. Augenklar. Man kann die Arme ausbreiten und fliegen, über die weiße Mauer. Nachvornesehen. Heraus aus dem sonntagnachmittäglichen Kuchenduft, der nach dem sonntagmittäglichen Bratenduft zu riechen war. In Gewittergrau mit gezackter Grenze am Horizont. Wohnen? Überall da, wo Gräser wachsen?

© 2001 by Adolphe Lechtenberg

Lechtenberg, Adolphe: Die Frage nach der Bedeutung

Was bedeuten die schwarzen Vierecke auf dem Boden? Bedeuten sie mehr als die silbernen Achtecke dazwischen, oder nicht weniger als der blaue Kreis am mittleren Rand, der unsere Aufmerksamkeit erregt, weil er so zerknittert ist?

Warum bedeutet die Bedeutung soviel, wenn sie nichts bedeutet? Der Sack mit der alten Wäsche muß endlich weggeworfen werden, denn man wird unangenehm berührt vom Getrappel und Gestrampel schmutziger Kinderfüße. Warum läuft die graue Frau durch die Stadt? Hat das etwas zu bedeuten? Könnte das weiße Rautengitter bedeuten, daß viele scharlachrote Dreiecke unnötig sind, aber nur, wenn ihre Oberfläche samtig ist? Ein bierbrauner Ball liegt neben einem glasgrünem Blatt und bedeutet ihm alles, und eigentlich bedeuten die mit Kugelschreiber geschriebenen Seiten ja zunächst im Grunde genommen gar nichts, sondern erlangen erst dann überragende Bedeutung, wenn sie in Maschinenschrift übertragen werden. Sowohl der Sinn als auch das Sinnlose haben eine unergründliche Bedeutung.
Die Flügel einer Fliege bedeuten sehr viel, wenn sie den Flügeln einer silbernen Siamkatze mit schwarzem Fell ähneln, während wir uns bedeutungsvoll viel bedeuten. Möglicherweise bedeutet die orangerote Sphäre nur, daß eine violettgraue Reihe zum goldenen Oval eines hellblauen Himmels im Verhältnis steht. Was bedeuten unsere Stimmen an der Oberfläche anderer Gedanken?

© 2001 by Adolphe Lechtenberg

Haller, Andrea: DSML 2

Sonntag, 22.Juni 1997

Es war Sonntag der 22. Juni 1997, im Radio lief „Listen to your Heart“ von Roxette. Meine beste Freundin Dara Wade und ich saßen am Esstisch unseres Ferienhauses am Moskelake und sangen laut mit. Wir waren bereits am Samstagnachmittag am See angekommen. Schon wie im letzten Jahr waren wir mit unseren beiden Nachbarsfamilien, den Deaks und den Wades, zum Moskel Lake gefahren.

Kurz vor ende des Liedes kam mein bester Freund Andy Deak und sein großer Bruder Brad rein.
Andy sagte: „Was ist Mädels kommt ihr mit zum Schwimmen?“
Dara und ich sahen uns kurz an und sagten dann gleichzeitig: „Klar, den wie könnten wir deinem Babyface und dem dazu gehörigen Augen-aufschlag wiederstehen.“ Wir standen auf, gaben Andy einen Kuss auf die Wange und gingen dann in unser Zimmer um uns umzuziehen und unsere Badesachen zusammen zu Packen.
Obwohl ich Andy und seine Familie schon kenne, seit ich denken kann, überkommt mich neuerdings immer, wenn Brad den Raum betritt ein komisches Gefühl. Es ist kein schlechtes Gefühl. Ganz im Gegenteil. Ich bekomme dann immer so ein sanftes kribbeln im Bauch und es wird mir für einen Moment heiß und kalt gleichzeitig. Brad ist ein lieber Kerl, aber ich hätte nie im Leben zugegeben das ich etwas für ihn empfinde. Zumindest nicht, wenn mich jemand danach gefragt hätte.

Nur eine viertel Stunde später waren wir auf dem Weg zum Wasser. Dara hatte sich ihren dunkel blauen Bikini angezogen und sich ihre Schulter langen Haare zu einer Schnecke nach oben gebunden. Ich hatte mir meinen Weinroten Tankini und darüber ein hell blaues T-Shirt angezogen.
Auf halben Wege war uns mein Bruder Eric entge-gengekommen. Als wir am Seeufer angekommen waren, begannen Dara und ich unsere Handtücher auszubreiten. Brad und Eric hatten den ganzen Weg über miteinander getuschelt. Ich hatte mir bereits gedacht das, die beiden etwas im Schilde führten, ich wusste nur noch nicht was.

Dara und ich lagen auf unseren Handtüchern und blätterten in der neusten Ausgabe der „Kosmopolitan“, als Brad und Eric auf uns zukamen. Als Eric sich zu uns runter beugte sah es zu erst so aus als wolle er sich nur etwas in der Zeitschrift ansehen. Doch dann packte er mich unter den Armen und Brad an den Füssen. Sie hoben mich hoch und trugen mich zum Wasser, bis ihnen das Wasser bis zu den Knien reichte. Dort begannen sie mich zu schaukeln.
Dann riefen sie: „Eins. Zwei. Drei.“ Und bei drei warfen sie mich, mit Schwung und in meinem T-Shirt, ins Wasser.
Klitschnass und stink Sauer, stapfte ich zurück ans Ufer. Dara und Andy mussten sich sichtlich das Lachen verkneifen. Doch von Eric und Brad war selbstver-ständlich weit und breit nichts zu sehen.
Wütend sagte ich: „Wie kann man mit neunzehn nur noch so verdammt Kindisch sein.“

Wir verbrachten den ganzen restlichen Tag am Wasser und gingen erst zum Haus zurück als meine Mutter uns zum Essen rief.
Es war nicht so das jeder mit seiner Familie in einem Haus wohnte. Dieses Jahr hatten wir es so Eingeteilt das Eric, Brad, Dara, ich und Andy ein eigenes Haus für uns bekommen hatten. An diesem Abend gingen Dara und ich bereits um halb elf ins Bett. Die drei Jungs spielten auf der Terrasse Poker.
Es war eine wunderschöne Laue, Sternenklare Sommernacht. Dara und ich lagen in unseren Betten und Unterhielten uns über den heutigen Tag. Ich begann mich über die Jungs aufzuregen und sagte: „ Also ich fand das was die beiden heute gemacht haben unmöglich. Ich hätte echt nicht gedacht das Eric so Kindisch ist, aber er macht ja immer so einen Quatsch wenn er mit Brad zusammen ist.“
„Aber Danielle du musst zugeben das Brad einen verdammt süßen Hintern vorweisen kann und sein . . .“
Ich fiel ihr mitten im Satz ins Wort: „Danke, vielen dank. Von meiner besten Freundin hätte ich eher erwartet das du mich Unterstützt, doch statt dessen fällst du mir in den Rücken.“
Dara sah mich an, doch ihr Blick ließ nicht verraten ob sie nun gleich zu Weinen oder zu Lachen beginnen würde.
Ich Lächelte sie frech an und sagte dann: „Ja, aber wenn er nicht immer diese ewig weiten schlapper Hosen tragen würde, käme sein Knackarsch noch besser zum Vorschein.“ Wir begannen beide zu Lachen. Wir redeten noch zwei Stunden lang über alles mögliche und schliefen dann mit einem leisem Kichern ein.

[Mehr... »]

Kunz, Britta: Leif Garrett

Dearest Leif!

You were looking down on the crowd,
Were enjoying your success,
Were famous, well-known, proud,
Hardly to express!

You gave our lives a new dimension,
Captured hearts – how could I phrase?
You even caught the world’s attention,
Never hid your beaming face.

Did you ever fear you’d fail?
And this would change your life?
Would end this fairy-tale
Or would it always thrive?

Did you recognize too late
The mistakes you’ve done?
Or did you pray for aid
While you were starring down the barrel of your gun?

But I admit in honesty
I often wonder how you are.
So let me tell you by this poetry
That I don’t care if you’re a carpenter or star.

Stumbling through my world of dreams
- All the outside world subdued -
I love your sunshine when it streams
To light up my solitude.

Leif – I really found you none too soon
And I can’t deny
I’m in the grip of a tune
You sang in days gone by.

Thousands of hearts entwined
By you who set the pace.
We still bear you in mind,
‘Cos that’s where dreams take place.

I know how to appreciate
You affording me this pleasure,
This lucky, pleasing stroke of fate,
That’s really like a treasure.

You gave the spark to fan
For you the blazing flame
In our hearts those days and now again
- you know – we still love you the same.

© Copyright by Britta Kunz, written 2000