Gut, Pascal: Martin

In Einsamkeit zu leben, bedeutet sicher zu leben – nicht Gefahr zu laufen von jemandem verletzt zu werden, oder jemanden zu verletzen.
Einsamkeit –für sich alleine sein- kein Risiko einzugehen- keine Angst haben zu müssen.
Martin hat sich sein Leben so aufgebaut. Er lebt inmitten einer überbevölkerten Zivilisation, umringt von zigtausend anderen Menschen alleine für sich. Mit vierundzwanzig Jahren hat er jegliches Verständnis für die anderen Menschen verloren. Auch wenn er inmitten überfüllter Fussgängerzonen sich beinahe durch die Massen hindurchkämpfen muss. Tagtäglich mit anderen Leuten konfrontiert wird, hat Martin keine Beziehung mehr zu diesen Leuten. Obwohl sie ihm doch eigentlich so nah sind, ihm so gleichen. Scheint es dem jungen Menschen, als wären sie sich um Lichtjahre entfernt.

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Martin ist der Sohn eines Schreiners und dessen Frau. Mit seinen Eltern war es wie mit zwei sechsjährigen Kindern gewesen, welche sich immer einen Hamster gewünscht hatten, dann aber als sie den Hamster bekamen, schnell ihr Interesse an ihm wieder verloren hatten. Im Falle von Martin war er der Hamster und seine beiden Eltern die kleinen Kinder. Man möchte jedoch nicht behaupten Martins Kindheit hätte daran Busse getan. Martin lebte in einer Freiheit, von welcher andere Kinder wohl nur geträumt hätten. Er brauchte sich seinen Eltern nicht Tag für Tag zu erklären. Er brauchte ihnen nicht zu erzählen, wie es ihm in der Schule ergangen sei oder sich mit ihnen über seine Zukunftspläne zu streiten. Er ging, kam und verbrachte den Tag nach seiner Laune und brauchte sich nie dafür zu rechtfertigen. Was hätte er klagen können, seine Wäsche wurde gewaschen, das Essen war schmackhaft und das Taschengeld Anfang jedes Monats spendabel.

Sie lebten in einem zweistöckigen Haus ausserhalb eines ruhigen und friedlichen Dorfes.
Im unteren Geschoss des Hauses hatte Martins Grossmutter väterlicherseits Klara ihr Zimmer. Mit zweiundsiebzig Jahren war sie nicht mehr die Jüngste und auf die Hilfe von Martins Familie angewiesen. Für Martin war sie wohl die wichtigste Person seiner damaligen Kindheit. Mit ihren vielen Erlebnissen und Erzählungen vermochte sie Martin jeher zu verzaubern. Ihre etwas raue aber ruhige Stimme, verschaffte es jede Geschichte für Martin wieder zu neuem Leben zu erwecken. Die meisten Abende und freien Nachmittage verbrachte Martin bei Klara. Er schätzte sie und das für ihn Wichtigste war, dass er wusste, sie schätzte ihn auch. Es gab sonst kaum jemanden, von dem er gewusst hätte, dass er seine Gesellschaft genossen hätte, doch bei seiner Grossmutter fühlte es Martin auf eine Weise, die ihn unmöglich trügen konnte.
Die Tage verbrachte er, wie die meisten Knaben seines Alters in der Schule. Martin liebte es am frühen Morgen die Haustüre aufzuschlagen und sich den süss-kühlen Morgenwind ins Gesicht blasen zu lassen und loszumarschieren in Richtung Schule. Da er ausserhalb des Dorfes wohnte, dauerte sein Schulweg zu Fuss ca. dreissig Minuten. Nach den ersten zehn kam er am Grundstück der Familie Kubert vorbei. Vor ihrem Haus war das Hundehüttchen von Louis, ihrem Wachhund aufgestellt. Martin versuchte immer so leise wie irgendwie möglich diese gefährliche Stelle zu passieren, denn Louis war nicht irgendein Wachhund. Louis war riesig, mit spitzen Zähnen. Und kaum hörte er Martin am Anwesen vorbeischleichen, sprang er auf und schniefte wütend Martin entgegen. Diese Situation stellte sich Morgen für Morgen, egal was Martin auch versuchte, von neuem ein, schlussendlich fand sich Martin immer hier wieder –vor Angst erstarrt zwanzig Meter entfernt Louis in seine von Wut schimmernden Augen blickend. Und auch der Verlauf wiederholte sich Morgen für Morgen. Louis sprang aus seiner Hütte und rannte auf den völlig erstarrten Martin zu. Gerade wenn Louis zähnefletschend zum Sprung ansetzte, schnürte sich die dünne Leine um seinen Hals zu und riss ihn mit einem plötzlichen Ruck zurück und liess ihn ungebremst an die Hauswand der Kuberts krachen, worauf er Morgen für Morgen reglos liegen blieb. Dieses Erlebnis bereitete Martin ein um das andere Mal auf die noch möglichen Gefahren eines jeden Schultages bestens vor.
Etwa fünf Minuten vor erreichen der Schule musste er noch den Friedhof überqueren. Nicht dass Martin sich vor den begrabenen Toten gefürchtet hätte. Nein, er fürchtete sich viel mehr von ihm hier auflauernden Schlägertypen. Die Chance stand fünfzig zu fünfzig unbeschadet durch den Friedhof zu kommen und die letzte Kurve vor dem Schulhaus zu erreichen. Meist kamen genau in diesem Moment dann auch die letzten Schüler mit ihren Fahrrädern um die Ecke gerast und unterliessen es höchst selten Martin mit ihrem eklig warmen Speichel bekannt zu machen.
Martins Klasse bestand aus fünfzehn Schülern bzw. Schülerinnen und unterlag somit einer ungeraden Zahl, Martin traf die Ehre für sich alleine ein Pult nutzen zu dürfen. Während die meisten Mitschüler von Martin versuchten mit so wenig neu-erlerntem Wissen wie nur irgendwie möglich die Schulstunden zu überstehen, war Martin ein meist ziemlich begeisterungsfähiger Schüler und wohl der Einzige, der ihre Lehrerin mochte. Besonders beliebt waren bei Martin die Mal-Lektionen. Martin zeichnete sehr gerne, es war seine Möglichkeit seinen Träumen Realität zu verleihen und er hatte viele Träume. Selbst von den Mitschülern, die Martin überhaupt nicht leiden konnten, fühlte Martin in diesen Schulstunden etwas Respekt, Anerkennung oder zumindest Neid ihrerseits.

In seinem kleinen Appartement sind die Wände beinahe tapeziert mit selbstgemahlten Bildern. Viele der Bilder sind sehr dunkel und traurig. Durch die grossen Boxen dröhnt laute Musik. Auf dem mit Zeitungspapierbedeckten Boden des sonst leeren Raumes sitzt Martin und zeichnet mit wilden Schlägen über ein weisses Papier. Rund um ihn sind die tropfenden Farbeimer aufgereiht. Seine langen Haare, sein unrasiertes Gesicht und die alten Fetzen, welche seinen Körper bedecken, sind mit Farben zugekleckst. Das Telefon, welches auf dem Boden in der hinteren Ecke des Zimmer s steht, ist wie die meiste Zeit stumm. In einem zweiten kleinen Raum der mehr einer Reservatenkammer gleicht, liegt eine halbzerfetzte Matratze mit einer dünnen Decke und einem erbärmlich wirkenden Kopfkissen. Das kleine Badezimmer direkt neben der Haustür bietet kaum genug Platz für Martin um stehend zu pinkeln und die kleine Küche wirkt leer, so als sei sie noch nie genutzt worden. Es ist Martins kleines Reich. Es ist nicht viel, doch es gehört ihm. Er braucht nicht mehr und er lebt gut. Er ist kaum krank und er stinkt auch nicht, er hat alles was er braucht.

Die grossen Pausen verbrachte Martin meist alleine. Desto älter Martin wurde, umso weniger Kontakt pflegte er zu den anderen Kindern. Es gab nur sehr wenige Dinge, über welche Martin mit ihnen hätte sprechen können. Die Pausen nutzte Martin meist um in seinen Fantasien und Träumen zu schwelgen oder das Spiel der anderen zu beobachten. In dem er nur beobachtete und nicht selbst mitspielte konnte er jeglichem Konflikt mit den anderen aus dem Weg gehen. Als sie früher zusammen spielten, brauchte Martin sich nicht zu verstecken, denn das spielen machte damals noch wirklich Spass. Wenn er nun den anderen Jungs zu sah, wie sie gereizt und voller Wut in den Fussball traten und um jeden Preis gewinnen wollten, hatte Martin nicht das Gefühl sich da behaupten zu wollen. Zudem schien es ihm nicht so, als wären die anderen Jungs davon angetan, wenn Martin mitspielen würde.
Martins schönsten Momente verbrachte er in der Gesellschaft seiner Grossmutter. Er kannte sie und konnte sich auf sie verlassen. Egal zu welchem Zeitpunkt Martin Klara besuchte, es lief immer Musik. Geigen, Bläser, Trommeln und Chöre hallten durch den kleinen Raum. Für Martin war sie die Verbindung zu dieser Welt, die Brücke.
Klara war die einzige Person in seinem Umfeld, die jedes seiner von ihm gemalten Bilder sehen durfte. Zeigte er seine Zeichnungen zum Beispiel seinen Eltern, so warfen diese einen flüchtigen Blick darauf und nannten es „gut“. Martins Grossmutter war da anders. Sie sah sich die Bilder länger als nur ein paar Sekunden an. Wenn sie sich die Bilder ansah, wurde sie immer ruhig und still . Manchmal fuhr sie mit der flachen Hand über die Oberfläche des Bildes, als ob sie es so zum Leben erwecken könnte. Und hatte sie sich das Bild dann lange genug angesehen, begann sie Martin Fragen zu stellen. Es waren Fragen, auf die Martin selten eine Antwort wusste. Sie schienen ihm auch meist merkwürdig. Es waren Fragen wie: „Warum hast du das schwarz gemahlt?“ und der ähnlichen. Meist antwortete Martin darauf: „Weiss nicht, einfach so.“. Auch wenn die Fragen für ihn damals unbedeutend schienen, so zeigten sie ihm doch, dass sich jemand wirklich für ihn interessierte. Die schönsten Momente für ihn waren jedoch die, in denen sie ihm einfach so begann zu erzählen, was sie in dem Bild erkannte. Ihm war es dann jedes Mal zu Mute, als ob seine Bilder real wurden und er mit Klara zusammen in sie eintauchen würde.

Martin hat es sich seit langer Zeit abgewöhnt, den Leuten in die Gesichter zu sehen, wenn er durch die belebten Strassen zieht.
Nach dem der Wecker am Morgen geklingelt hat, starrt Martin eine Zeit lang einfach so zur Decke hoch. Die Nächte verbringt er oft in wilden, verwirrenden Träumen, unterbrochen von leeren Momenten des Wachseins. Nach einigen Minuten des Verharrens steht er auf und tritt in die kleine Dusche unter eine warme Wasserbrause.
Über die Unterhosen zieht er ein paar seiner drei dunklen Hosen an und über seinen rauen Oberleib ein schwarzes Shirt und darüber ein langes, kariertes Hemd. Seine langen, nassen Haare bindet er zusammen und zieht einen Hut darüber bis knapp oberhalb der Augen. Nachdem er in seine alten, ausgelaufenen Schuhe geschlüpft ist, stöpselt er einen Kopfhörer in die Ohren, durch den laute, klassische Musik schallt und tritt mit auf den Boden gerichteten Blick in die Strassen hinaus.
Die Leute um ihn ignorierend läuft er mit schnellen Schritten zu dem Geschäft, wo er die nächste Zeit als Maler angestellt ist und die Wände weiss bemalen soll.

Sehr wohl gab es auch Momente, in denen Martin sich energiegeladen und voller Schabernack zeigen konnte. Fraglos waren diese Momente im Vergleich zu anderen Jungen in seinem Alter seltener, doch sie waren da.
Bis etwa in der vierten Klasse war er sogar ein recht vorlauter Bengel. Und von dort an wurde er immer ruhiger und zurückgezogener. Das Verhalten der Kids untereinander hatte sich verändert und Martin fühlte sich oft unbeholfen. Dafür zeichnete er immer mehr.
Irgendwann kam dann auch der Tag an dem Martin die Primarschule erfolgreich abgeschlossen hatte. Sein Zeugnis konnte sich sehen lassen und er spürte auch einen heimlichen Stolz, wenn er es sich im stillen Kämmerlein ansah.
In der Sekundarschule wurde Martin von den meisten seiner Schulkameraden getrennt und fand sich in einer Klasse mit beinahe nur ihm fremden Gesichtern wieder. Doch nicht nur die Personen hatten sich geändert, sondern auch der Umgang und die ganze Art war absolut neu für ihn. In der Primarschule kamen die Veränderungen auch, doch sie waren langsamer und überblickbarer, doch hier galten nun plötzlich vom einen auf den anderen Tag völlig neue Regeln. Der Gesprächsstoff unter den Jungs drehte sich meist um Alkohol, Drogen und Sexualität, obwohl vom Dritten keiner von ihnen auch nur die blasseste Ahnung gehabt hätte. Früher war es noch witzig, wenn einer einem einen Ball an den Kopf warf, hier war es dagegen komisch, wenn einem zwischen die Beine getreten wurde. Klar musste auch Martin über einige dieser Scherze lachen, doch ging ihm hier einfach alles zu wild und zu schnell und das Ego aller hier oben war dermassen gross und unersättlich, dass Martin einfach nicht mithalten konnte und irgendwo hinter einer Staubwolke plötzlich verschwand.
Auch zu Hause blieb Martin nicht von Veränderungen verschont. Martin schien seinen Eltern nun, da er die Primarschule beendet hatte, erwachsen. Und so begann auch ihr Interesse für den Jungen neu aufzublühen. Ihm dagegen war das neugewonnene Interesse seiner Eltern eher lästig als erwünscht und versuchte ihnen, so gut es möglich schien, aus dem Weg zu gehen.
Hinzu kam, dass es seiner Grossmutter Klara immer schlechter ging. Es begann alles damit, dass sie eines Abends, als Martin durch die Türe in ihre Wohnung trat, auf ihn zugestürzt kam und panisch schrie, sie müsse sofort zur Arbeit – sie käme zu spät und Martin plötzlich zu schlagen begann. Ihr Gesicht war bleich, wie das einer Toten und die Augen hatte sie weit aufgerissen. Schlussendlich fiel sie weinend, verwirrt und völlig verzweifelt auf die Knie. Auf diesen Vorfall hin riefen Martins Eltern den Hausarzt und Klara musste für einige Zeit ins Krankenhaus, von dem sie etwa zwei Wochen später zurückkehrte.
Martin wollte damals nichts von Klaras Krankheit wissen. Er ging dem aus dem Weg und hatte nicht das Gefühl, dass es für ihn eine Rolle spielen würde. Doch sehr wohl erkannte er, dass diese Krankheit vehemente Veränderungen in sein und das Leben der ganzen Familie bringen würde. Immer wieder diskutierten seine Eltern darüber, Klara in ein Altersheim zu bringen und versuchten auch Martin in diese Gespräche miteinzu-beziehen. Da ihnen klar war, wie gut es mit seiner Beziehung zu seiner Grossmutter stand, versuchten sie ihn sehr oft in der nächsten Zeit als Boten für schlechte Nachrichten einzusetzen. Gleichzeitig wurde Martin immer mehr aber auch zu Klaras Vertrautem, dem sie von ihren Ängsten und Problemen erzählte. So versuchte er sich, so gut es möglich war irgendwo zwischen den Fronten aufzuhalten.

Manchmal sieht er wehmütig und neidisch aus dem Fenster auf die Strassen hinunter zu den anderen Menschen. Sieht ihnen zu, wie sie miteinander lachen, sich streiten, küssen, sich gegenseitig trösten oder einander Wärme und Zuflucht bieten.
Abends wenn er durch die Fussgängerzonen zieht, sieht er manchmal die selben Menschen, welche am Morgen noch philosophierend über die Strassen wanderten, betrunken in der Kneipe Lambada tanzen. In wenigen Stunden bringen es Menschen fertig sich um 180° zu ändern. Von schwarz zu weiss zu wechseln – von links nach rechts oder von oben nach unten.
Er liebt es früh am Morgen, wenn die Strassen leer sind, sie zu durchqueren und auszukundschaften. Wenn er niemandem begegnen muss, und er wieder verwirrt feststellen muss, dass dies nicht seine Welt ist und sie es auch nie sein wird, egal wie sehr er es sich auch wünschen wird.
Ist der Tot nur ein schwarzes, leeres Loch – gäbe es dann zwischen dem Tod und Martins Leben überhaupt noch einen nennenswerten Unterschied? Würde Martin ihn überhaupt noch erkennen? Würde es ihm überhaupt noch auffallen? Ist er nicht schon längst ein durch die Strassen wandelndes Gespenst?

Das Zusammensein mit seiner Grossmutter war nicht mehr das Gleiche, wie es das früher war. Martin kam nicht mehr zu ihr, weil er sich hier geborgen fühlte, er kam, weil er helfen wollte. Immer wieder erzählte ihm Klara davon, sterben zu wollen und Martin war mit allem Einsatz nicht in der Lage ihr dies Auszureden. Seine Eltern stritten immer öfters und auch Martin kam in den Beschuss ihrer Vorwürfe, dass er Grossmutter in falschen Dingen unterstütze und seinen Eltern nie helfe.
Währenddessen war er in der Schule kaum noch wirklich anwesend, er konnte dem Schulstoff sehr wohl immer noch folgen, doch war er für die anderen Mitschüler oder die Lehrer kaum noch wahrnehmbar. Was hätte er auch mit ihnen anfangen sollen oder sie mit ihm. Ihre Probleme interessierten ihn in diesem Moment kaum und seine Probleme mit ihnen zu teilen wäre wohl zu allerletzt sein Wunsch gewesen.
Oft lag er wach im Bett und hoffte, dass er das Richtige tat. Dass er seiner Grossmutter und seinen Eltern auf die richtige Art und Weise helfen könne, denn er wollte helfen, so gut es ihm möglich war und noch mehr. Doch all sein Bemühen und seine Bitten schienen sich auf dem Weg zum Ziel unweigerlich in Luft aufzulösen. Schlussendlich wurde mit fortschreitender Zeit alles schlimmer. Die Ausfälle von Grossmutter wurden häufiger und die Streitereien in der Familie heftiger. Nun musste Martin auch noch zwischen seinen beiden Elternteilen vermitteln.
Trotz alledem hatte Martin nie das Gefühl überfordert zu sein. Er nahm es als seine Aufgaben an und versuchte sein Bestes zu geben. Und manchmal am Ende einer Woche konnte er auch mit ein wenig stolz zu sich sagen, dass er das Bestmögliche getan hat um zu helfen.

Die schlimmste Zeit für Martin ist es, wenn sein Kopf so leer ist, dass er keine Bilder darin wiederfindet, um sie auf Papier zu bringen. In diesen Momenten wird die Sehnsucht nach Nähe, Freundschaft und Kontakt stärker und schmerzlicher als sonst. In diesen Momenten kann er sich nichts vormachen und findet sich vor der vollen Leere seines Lebens wieder. Das einzige, was ihm bleibt, ist Musik aufzudrehen, eine Zigarette anzumachen und ein paar Flaschen Bier zu köpfen.
Hat er genug Bier intus schafft er es manchmal die brodelnde Energie in seinem Körper zu unterdrücken. Schafft er es nicht, versucht er es auf anderen Wegen.

Martin hatte gerade die Bestätigung bekommen, dass er im nächsten Jahr nach Abschluss der 3 Sekundarklasse das Gymnasium besuchen könne, als das Telefon aus dem Altenheim kam, in dem Klara inzwischen wohnte. Es hiess, dass sie gestorben sei. Es war merkwürdig, er hatte sie jeden Tag auf dem Nachhauseweg nach der Schule besucht, doch das Telefonat bekam sein Vater, der sie vielleicht ein mal in der Woche gesehen hatte. Martin hatte das Gefühl, dass er es hätte bekommen müssen, dass er es als erster hätte erfahren müssen.
Seine Eltern fuhren darauf sofort hin um den Leichnam zu sehen. Martin blieb zu Hause und begann, als seine Eltern verschwunden waren zu malen. In der Zeit vor der Beerdigung machte Martin viele Scherze. Es war ihm nicht ums Weinen zumute, er wollte das Beste daraus machen und für Klara, das wusste er, war es das Beste –das was sie sich wünschte. Und doch verletzten Martins Sprüche seine Eltern.
An der Beerdigung wäre Martin wieder lieber zu Hause geblieben. Er sah dort viele Leute, die er nicht kannte und die wahrscheinlich nicht einmal mehr seine Grossmutter gekannt hätte.
Sehr schnell nach ihrem Tod wurde es zu Hause ruhiger. Seine Eltern stritten sich immer seltener und Martin hatte nicht mehr eine solch wichtige Helferrolle. Alles schien wieder ins Lot zu kommen. Es war als hätte Klaras Tod alle befreit und die Probleme verschwinden lassen. Selbst Martins Taschengeld wurde plötzlich erhöht und seine Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr vielen deutlich grosszügiger aus.
Auch Martins Kopf war in der nächsten Zeit wie beflügelt und er zeichnete Stunden um Stunden.
Bald schon war das letzte obligatorische Schuljahr zu Ende und Martin wechselte ans Gymnasium. Die Klasse in der er landete, schien ihm auf Anhieb wundervoll. Doch umso mehr Zeit er mit seinen Mitschülern versuchte zu verbringen, desto klarer wurde ihm, dass sich wenig verändert hatte. Der Unterschied zwischen ihnen war immer noch zu gross. Er fühlte sich ihnen nicht ebenbürtig. Sie hatten mit nichts Mühe, taten einfach so zu was sie Lust hatten und was ihnen gerade in den Sinn kam. Martin bemerkte bald, dass er nicht so war und auch nie so werden konnte. In ihrer Gegenwart fühlte er sich unsicher und unbeholfen.
Kam er dann nach einem Schultag nach Hause musste er erkennen, dass dies nicht mehr sein zu Hause war. Mit seinen Eltern verstand er sich immer schlechter. Er hatte nicht mehr das Gefühl, dass diese beiden Menschen die Rollen seiner Eltern hatten, vielmehr die von einem Vermieter. Martin wollte und konnte weder sich von ihnen etwas sagen lassen, noch Unterstützung annehmen. In den letzten Jahren kamen sie sich zu weit auseinander. Martin bekam zu viel Verantwortung, als dass er sie noch als seine Vormünder ansehen konnte.

Oft sitzt er am Abend am Tisch und starrt mit leerem Blick auf das daliegende Messer. Er überlegt sich dann, wie einfach es wäre, sich damit das Leben zu nehmen.
Geht er am Morgen aus dem Haus geht Martin mit jedem Schritt an einer weiteren Möglichkeit zur Beendigung seines tristen Daseins vorbei. Sei es der Bus, der Zug oder der dritte Stock eines Hauses. Es wäre so einfach. Das einzige was es dazu bräuchte, wäre ein wenig Entschlossenheit und Wille.
Es gäbe nicht einmal jemanden, dem es auffallen würde, wenn sich Martin getötet hätte. Würde er sich erhängen, würden wohl zwei-drei Monate vergehen, bis ihn jemand finden oder überhaupt suchen würde. Es ist nicht so, dass es Martin leicht fällt, diesen Wunsch auszusprechen. Er hatte Träume. Er wollte einmal ein Künstler werden, für dessen Werke es tatsächlich ein Publikum geben würde. Er wollte einmal jemanden lieben, der auch ihn liebt. Jemanden der seine Gegenwart schätzen würde. Wie gerne würde Martin nicht das Gefühl haben, anders zu sein, alles falsch gemacht zu haben. Einmal so sein wie die anderen, an denen er auf der Strasse vorbeiläuft.
Doch ist es nicht noch viel schlimmer Morgen für Morgen mit diesem Wunsch aufzuwachen um dann hilflos den Tag wieder an sich vorbeiziehen zu lassen, um dann mit den selben, sehnsüchtigen Wünschen wieder einzuschlafen?

Sie hiess Michelle und sass in der Schule zwei Bänke neben Martin. In Martins Augen war sie fraglos das hübscheste Mädchen der Schule. Sie sprühte nur so vor Energie, war offen und schien das Leben in vollen Zügen zu geniessen. Sie hatte all diese Charakterzüge, die Martin zu fehlen schienen.

Der dunkelblaue Himmel ist übersäht von zig lieblichen Sternbildern. Alles ist ruhig, friedlich und verlassen. Entspannt sitzt Martin auf dem Hügel des Waldrandes und geniesst die volle Pracht des runden, hellscheinenden Mondes. Seine Haare wehen im leisen und kühlen Wind immer wieder durch sein Blickfeld und berühren sanft sein Gesicht. Sein leichtes Sweatshirt und seine dünnen Hosen lassen ihn den angenehmen Hauch des Windes am ganzen Körper spüren. Auf einmal ist ihm, als sei er frei. Eine ungetrübte, angenehme Kraft scheint ihn zu durchströmen und Martin versucht dieses Gefühl mit allem, was ihm zur Verfügung steht, zu halten.

Martin und Michelle mussten den selben Zug nehmen, um nach Hause zu fahren und so kam er in die Möglichkeit, sie etwas näher kennen zu lernen. Michelle war für Martin so etwas wie ein Ideal, dass er nie erreichen würde. Martin wusste, dass er nie irgendeine Rolle in ihrem Leben spielen würde. Sie spielten einfach nicht in der selben Liga. Michelle war ein Mensch, der einmal viel erreichen würde. Sie konnte sich die Leute aussuchen mit denen sie zusammensein wollte, Martin hätte sich nie jemanden vorstellen können, der Michelle nicht mochte.
Mit ihr konnte man richtige Gespräche führen und sie hörte einem zu und doch war sie wiederum ein richtiges Partytier und feierte oft wild ganze Nächte hindurch. Zum einen imponierte dieser Charakterzug Martin ungemein und zum anderen befremdete er ihn. Wenn Michelle so von ihren Feiern und Orgien erzählte, wurde Martin immer wieder klar, was für ein merkwürdiger Typ er eigentlich sein musste. Martin kannte ja nicht einmal genug Menschen um so eine Party überhaupt zu machen.
Michelle brachte Martin oft zum Lachen. Ihr Humor steckte Martin an und liess ihn manchmal sogar seine Scheu vergessen und er kam etwas aus sich heraus.
In Dieser neuen Phase seines Lebens raffte sich Martin immer mehr auf und konzentrierte sich noch mehr als früher auf seine Zeichnungen und die Musik. Er begann humorvolle Comics zu zeichnen und Karikaturen von berühmten Persönlichkeiten oder ihm bekannten Menschen. Diese Bilder und Comicstrips verschafften ihm immer einiges an Aufsehen in der Schule und dieses Genoss er auch in Stille, da er selbst doch einigen Stolz auf sein Malgeschick legte.
Zu Hause kamen wieder neue Wolken am Himmel auf, als Martins Mutter eines Abends nicht nach Hause kam. Statt dessen kam ein Telefon, in dem sie Martins Vater mitteilte, dass sie ihn verlassen habe und jetzt bei ihrem Liebhaber wohne, den sie vor ein paar Wochen kennengelernt habe.
Als plötzlich Martins Vater in seinem Zimmer stand und ihm diese Geschichte staubtrocken, wie es eben die Art von Martins Vater war, erzählte, musste Martin laut anfangen zu lachen, er konnte sich kaum noch halten. Erst als Martin seinen Vater einige Zeit danach mit Tränen in den Augen armselig im Schlafzimmer auf dem leeren Doppelbett sitzen sah, wurde ihm der Ernst der Lage bewusst. Martin hatte nicht das Gefühl, dass ihn die ganze Sache gross belasten würde, doch konnte er mit ansehen, wie sein Vater immer mehr und mehr daran zerbrach.
Martin begann mehr im Haushalt zu helfen und trat anstelle seines Vaters wieder mit seiner Mutter in Kontakt.
Immer öfters war sein Vater betrunken, wenn Martin von der Schule zurückkehrte und kaum ansprechbar. Traf Martin hingegen seine Mutter, fand er eine zu neuem Leben gefundene Frau wieder, die seiner Mutter von früher kaum noch ähnelte. Ihr neuer Freund hiess Albert. Martin hatte ihn nur etwa zwei mal kurz gesehen. Weder Martin noch Albert waren auf ein Treffen mit dem jeweils anderen besonders scharf und selbst seiner Mutter schien Martins Anwesenheit nun in dieser neuen Situation Unwohlsein zu verursachen.

In einem Karton in der Ecke seines Wohnzimmers liegen sechs Briefe und ein paar Zeichnungen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Bildern, die Martin gemahlt hat, scheinen diese Bilder hell und irgendwie hoffnungsvoll und doch würden viele wohl das, was man auf den Bildern sieht für trostlos und traurig halten. Es sind Bilder vom Tod und zeigen den Abschied und das Ende vom Leben. Auch in den sechs Briefen schreibt Martin davon. In diesen Briefen versucht er sich und seine Gedanken zu erklären. Auch wenn es ihm nie vollkommen gelingen wird, versucht er es so.
Es sind Momente, die Martin eine merkwürdige Ruhe verschaffen, in denen er über seinen Tod nachdenkt. Sich ausmalt, wie es sein würde. Wie die wenigen Menschen, die ihn kennen oder kannten und sich noch an ihn erinnern, darauf reagieren würden. In den Briefen schreibt er diesen Menschen Dinge, die er sich nie getrauen würde, ihnen so zu sagen, da er die Konsequenzen zu sehr scheut. Doch wünschte er sich irgendwo in seinem Innern nicht mehr, als dass sie diese Dinge von ihm wüssten.

Es war, wie ein Erwachen aus einem langen Traum, einer Illusion. Martin war inzwischen 19 Jahre alt. Sein Vater arbeitete wieder und es ging ihm relativ gut. Seine Mutter genoss ihr neugewonnenes Leben noch immer in vollen Zügen und Martin lag nun da wach in seinem Bett.
Vor einiger Zeit noch konnte Martin nach Hause gehen und sagen, dass das so sein musste, dass er selbst die Wochenenden zu Hause verbringt, denn er wurde gebraucht. Doch nun war es nicht mehr so. Er wurde nicht mehr gebraucht und könnte eigentlich ein normaler 19jähriger junger Mann sein und nun musste er erkennen, dass er das immer noch nicht war. Es war ihm immer bewusst, dass er nicht der Partylöwe sondern eher ein Aussenseiter war, damals war es auch in Ordnung so. Denn er hatte trotz allem eine Aufgabe. Und nun kam er nach Hause, wo es friedlich und ruhig war. Er hatte hier keine spezielle Aufgabe mehr. Und er spürte auch irgendwo das Verlangen, mit anderen rauszugehen und etwas zu erleben. Nur wusste er nicht, wie er das anstellen sollte, es war als hätte er sich selbst in eine Ausweglose Sackgasse gebracht. Ihm wurde klar, dass er jede Chance verpasst hatte zu den anderen dazuzugehören und nun lag er hier wach in seinem Bett.

Der Gang in die Schule wurde für Martin immer mehr zur Qual. Er hatte das Gefühl von allen beobachtet oder belächelt zu werden. Dabei nahm ihn nur gar niemand mehr wahr.
Das einzige was geblieben war, war das nach Hause fahren mit Michelle und selbst das liess Martin nicht zur Ruhe kommen. Weshalb gab sie sich beinahe eine halbe Stunde pro Tag mit so jemandem wie ihm ab? Hatte sie einfach nur Mitleid und das Gefühl ihm helfen zu müssen?
Erniedrigend waren diese Gedanken und verletzend doch Martin sah keine andere Erklärung.
Immer mehr versuchte er allen Menschen aus dem Weg zu gehen und brach die letzten Kontakte zu früheren Schulkollegen ab.
Immer häufiger wurde er geplagt von einem unerklärlichen Druck, von Trauer die sich von innen gegen seine Schädeldecke quetschte oder von unbändiger Energie, die in ihm gefangen zu sein schien und gegen ihn ankämpfte.
Dann kamen plötzlich wieder Tage, an denen diese schlechten Gefühle wie weggeblasen waren. Martin fühlte sich wohl und malte viel. Er hatte das Gefühl, als würde er neu geboren, nur um ein paar Tage später wieder im selben Loch wie vorher zu landen.
Viel streunte Martin einfach so in den Strassen herum. Es gab keinen Ecken in seinem Leben, in dem er sich einfach hätte verstecken können um allein zu sein, überall schien jemand zu sein, der ihn überwachte. Immer öfter kam es vor, dass er sich zu Hause, während den Schulaufgaben kaum noch konzentrieren konnte, da er einfach keine Ruhe fand. Eines Tages entdeckte Martin dann jedoch ein Weg diese Energie zu unterdrücken. Es war ein grauer, etwas älterer Kochtopf, in dem Martin eines Abends rein instinktiv Wasser aufkochte. Als es heiss genug war, drückte er seine rechte Hand in das kochende Wasser und liess den brennenden Schmerz gegen den Druck, die Angst und die ihn verwirrenden Gedanken in seinem Kopf ankämpfen.
In späteren Zeiten, wechselten sich die Perioden, in denen es Martin gut und dann wieder schlecht ging, immer mehr und schneller ab. In den Momenten in dem es ihm gut ging, konnte er nicht mehr nachvollziehen, wie diese Tiefs entstehen konnten, es war als wäre er ein anderer Mensch. Manchmal war er sich nicht einmal mehr sicher, ob er sich das alles nur eingebildet hatte. Er konnte diese Gefühle nicht verstehen, er las von missbrauchten Kindern, die solche Störungen hatten, doch Martin wurde nie missbraucht, es gab keinen Grund, weshalb er sich so anstellen sollte.
Da die Stimmungen immer rascher und plötzlicher wechselten, trug Martin ein Messer bei sich. Mit diesem Messer, dass er einmal zu seinem Geburtstag geschenkt bekam, kratzte er sich kerben in seinen Arm.. Zum einen als Erinnerung, dass diese Tiefs da waren und zum anderen um sie zu besiegen, um für kurze Zeit von ihnen loszukommen.

Vor vier Jahren hat er sie das letzte mal gesehen. An der Abschlussfeier der Mittelschule. Er hat sie damals knapp bestanden. Ob sie etwas von seinen Problemen geahnt hat? Martin wollte nie, dass es jemand wusste, die Angst vor den Konsequenzen war zu gross. Und nun sitzt Michelle dort, etwa 50 Meter von ihm entfernt in einem kleinen Strassencafe. Sie ist modern angezogen, ihre Haare ganz kurz, wodurch ihre Augen nun noch grösser erscheinen als früher. Michelle sitzt mit zwei Freundinnen am Tisch und auch ein gleichaltriger junger Mann hat sich zu ihnen gesellt. Ihr Gespräch unterbrechen sie immer wieder mit einem lauten Gelächter. Michelle kann Martin nicht wiedererkennen. Er hat sich verändert. Er entschied sich, sich völlig von den Menschen zu trennen, um so auch ein Stück seinen ihm nicht unerklärlichen Gefühlen zu entkommen. Er ist zu einer finsteren Gestalt geworden. Auf seinen Bildern, die er malt, sind immer häufiger Schatten zu finden, vielleicht stellt er diese dar.
Michelle steht für ihn für diese Art von Mensch, zu der er auch immer gehören wollte, aber nie gehören wird. Und umso länger er sie so beobachtet, desto klarer wird es ihm wieder.

Krank- Einbildung – Schwäche oder ist es nur Dummheit die ihn und seine Unfähigkeit auf dieser Welt zu leben ausmacht. Er fragt sich, ob er einmal nach seinem Tod ein berühmter Maler sein wird, als er die Türe seiner Wohnung –mit all seinen Bildern darin- zuschliesst und den Schlüssel seinem Vermieter in das Milchkästchen wirft. In den Briefkasten lässt er nun noch seine sechs Briefe fallen und macht sich auf den Weg. Zwei der Briefe gehen an seine Eltern, drei an seine drei Exschulkollegen und der letzte geht an Michelle. Durch seine Ohren dröhnt laute Musik und der Regen lässt seine langen Haare schwer wie Blei wirken. Sein Weg führt ihn eine Strasse entlang, einen Hügel nach oben und endet an einer Klippe vor einem tiefen Abgrund. Die Musik dröhnt und in seinem Kopf ist nur der eine Gedanke –der Gedanke von entgültiger Entschlossenheit. Könnte nicht jeden Moment jemand kommen und ihn aufhalten. Ihm erklären, dass das alles ein grosser Irrtum war und dies nicht sein Leben ist? Noch einmal wartet Martin ein paar Sekunden und dann springt er. Die Sekunden vergehen wie Minuten und Martin sieht den Boden Stück für Stück näher kommen. Er fühlt in seinen letzten Sekunden einen Stolz, welcher ihm bisher verschlossen blieb. Er hat sich für dies Entschieden und nicht aus einer schrecklichen Situation heraus. Er entschied sich bei klarem Kopf. Er ging das Risiko ein in ein nichts einzutreten oder das Himmelreich zu erreichen und er tat es, weil er es wirklich wollte.
Dahingestellt sei ob er schlussendlich ein Verlierer oder ein Sieger ist, denn schliesslich war dies nie ein von ihm gewolltes Spiel, doch das Ende ist seins, es ist Martins ganz eigenes kleines Ende.

© 2000 by Pascal Gut

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