Jankowski, Susan: Der Überläufer

Marty wusste der Mann auf dem Foto, welches im Hafen von seinen Leuten gemacht worden war, wollte ihn. Deshalb war er gekommen. Seine Leute hatten das Foto während einer Beobachtung eines großen Geschäftes zweier Großdealer gemacht. Eine fehlgeschlagene Aktion geht nun auf das Konto von Fred.

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In Vietnam hatten sie sich das erste Mal getroffen. Es waren; schlimme Dinge die sie zusammen erlebten. Entstanden war etwas wie Freundschaft.

Jahre später traf sie sich wieder in Kambodscha wo er damals als Undercoveragent für die Drogenfahndung arbeitete. Fred war für den Geheimdienst dort. Beide, eigentlich auf verschiedenen Seiten kämpfend, und doch durch das Band ihrer Freundschaft verbunden.

Es ist nun viele Jahre her aber in diesem Moment tauchen all die Bilder von damals wieder auf. All die schrecklichen Bilder von dem Gemetzel in dem Grenzdorf, den Kollegen die er dort verlor schwirren, in seinem Kopf umher. Sein ganzes Team hatte er in dem Dorf verloren; und an seine Frau dachte er, Lou die Vietnamesin, die er zurück–lassen musste.

Fred trug die Schuld an allem, sein Freund Fred hatte damals alles zerstört und nun war er hier, weil er ihn wollte und nur Marty wusste warum. Einige Sekunden hatte er nichts wahr genommen, nur abwesend auf die Fotografie starrend da gestanden.

Cathy einer seiner Leute sagte nur ein Wort. Cathy war es die ihn fragte „kennen sie ihn, Boss?“

Er fand wieder in die Realität zurück und antwortete. „Ja, ja“. Was sollte und wollte er jetzt in diesem Moment groß dazu sagen. Irgendwann würde er seinen Leuten die Ge-schichte mal erzählen, aber im Moment musste er den Schmerz von damals verdrängen, um handeln zu können. Zuerst erklärt er die offizielle Dienstbesprechung für beendet. Ein kleiner Teil seiner Mitarbeiter bleibt zurück, während andere den Besprechungsraum ver-lassen um ihren alltäglichen Arbeiten nachzugehen.

Donny, Joe, Cathy und Maria blieben.

Er sieht die Frauen an und doch mehr durch sie hindurch, „wenn ihr wollt könnte ihr gehen Ladies, das hier wird sehr gefährlich werden“, sagt er mit seiner immer leiser werdenden rauen Stimme.

„Nein, antworten die beiden“, wie aus einem Mund, „wir bleiben“.

Joe ist es die, die Sache auf den Punkt bringt, „sie haben oft genug den Kopf für uns hin-gehalten, wir wollen ihnen helfen, Martin“.

Im selben Moment wird an der Hauptpforte des Präsidiums eine Nachricht für Marty abgegeben.

Christy, die junge Beamtin, die Pfortendienst versieht, ruft sofort in der Abteilung der Drogenfahndung an.
Sue, die Anfängerin hat Telefondienst. Sie erklärt sich sofort bereit die Nachricht zu holen.

Alle lassen Sie gehen den das ganze Team weiß von ihrer Schwäche für den Chef.

Begeistert rauscht Sie davon. Sie bringt die Nachricht mit rauf, und keinen eines Blickes würdigend geht sie durch das Großraumbüro, auf direktem Weg zum Besprechungszim-mer.

Auf ihr klopfen hin öffnet Joe die Tür, enttäuscht gibt sie ihm den Zettel.

Sie dachte, der Boss würde selbst kommen und Sie, Sue, das letzte Glied in der Kette würde mal was zuerst erfahren, womit Sie dann gegenüber ihren Freundinnen aus den anderen Abteilungen angeben könnte. Sie darf ihn nur während der Dienstbesprechung ansehen, diesen geheimnisvollen Mann dessen Geheimnis sie gern ergründen würde. Auf dem Rückweg zu ihrem Tisch, wo der ihr zugeteilte, Schreibkram auf sie wartet, kann sie hören wie verschiedene Kollegen hinter ihr her lästern und das ist ihr ziemlich pein-lich………..

Joe übergibt Marty die Nachricht. Ein weißes Blatt Papier auf dem mit Maschine ge-schrieben wurde: „Komm in unser Café, Marty“. Die Nachricht ist nicht unterschrieben. Er kann kaum glauben, was er da liest. Vom Café „Cubana“ wussten nur er und Lou. Im Krankenhaus damals in Bangkok hatten die Ärzte ihm gesagt Lou sei tot und er war ab-gereist, einfach so, hatte er ein ganzes Leben dort zurückgelassen und nun dies. Die Ver-gangenheit holt ihn ein, mit aller Gewalt, all dem was er vergesse glaubte. Nach einigen Sekunden blickt er gedankenverloren in die kleine Runde den Zettel mit der Nachricht einsteckend, teilt er nur kurz angebunden mit, dass er weg müsse. Er kann es keinem erklären, wie auch, er kann es ja selbst nicht glauben.

Seine Leute wissen was zu tun ist.

Er will dem Ruf dieser Nachricht folgen wohin auch immer dies führen mag.
Als er später das kleine Café betritt erkennt sie ihn sofort. Es scheint sich nichts verändert zu haben, und doch ist nichts mehr als früher. Zehn Jahre von damals bis heute. Sie sitzt an dem kleinen Ecktisch und sieht ihn kommen. Er kann sie zuerst nicht sehen. Den Mann, der am anderen Ende des Cafés sitzt, und sein Gesicht hinter einer aktuellen Tageszeitung verbirgt nimmt er, nur im vorbeigehen, wahr.

Lou sieht ihn kommen, sieht sein schmales Gesicht mit den warmen traurigen Augen. In ihrem Herzen da liebt sie ihn. Und wie er so auf sie zukommt, muss sie mit ihren Erinner-ungen kämpfen, Erinnerungen an damals an die Zeit in den Bergen: Sie weiß das sie stark bleiben muss, um das Leben ihres Sohnes nicht zu gefährden, ihr Sohn der sich in der Gewalt, der Yunhsa der thailändischen Drogenmafia befindet.

„Marty, begrüßt Sie ihn, es freut mich dich wieder zu sehen“.

„Wie geht es dir Lou?“ fragt er sie höflich,
nach all den Jahren ein so plötzliches Wiedersehen. Wie kann ich dir helfen?“

Sie sieht ihm direkt in seine dunkelbraunen geheimnisvollen Augen. Ihre Gefühle unter-drückend antwortet sie ihm sehr förmlich „du musst mich begleiten einer meiner neuen Geschäftspartner möchte dich sprechen“.

Währenddessen ist der Mann mit der Tageszeitung hinter ihn getreten. Die neusten Nachrichten trägt er gefaltet unter dem linken Arm, in der rechten Hand hält er eine kleine Handfeuerwaffe. Leise tritt er hinter Marty und sagt im bestimmenden Tonfall „Tu was sie sagt“. Er fühlt die Waffe im Rücken und erkennt Fred an der Stimme. Langsam steht er auf. Sie verlassen das Café als unauffällig aussehende Dreiergruppe.

Es wird sich später keiner der anderen Gäste an das erinnern was hier passierte. Alle werden nur noch berichten können das eine Frau und zwei Männer das Café verließen.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite parkt eine schwarze Limousine. Während die drei, die Straße überqueren, tauscht Fred die Waffe gegen ein Armeemesser mit scharfer Klinge.

Marty fühlt die Veränderung und begreift den Ernst der Lage. „Was wollt ihr von mir“, fragt er leise.

„Mr. Xang will dich sehen, erklärt Fred ihm, tu was ich dir sage, fügt er drohend hinzu, seit einiger Zeit habe ich nervöse Zuckungen im rechten Handgelenk“ seine Stimme klingt drohend.

Bevor sie die Limousine besteigen verbindet Lou Marty die Augen mit einem schwarzen Schal. Der starke Tabakgeruch des, Schal erinnert Marty an seine Zeit in den Bergen, an damals als es anfing mit Fred. Es war der Anfang vom Ende ihrer langen Freundschaft gewesen und nun hat Fred endgültig die Seite gewechselt, aber damals schon hatte alles angefangen zu Ende zu gehen. Bei der Army waren sie Freunde geworden, hatten den Wehrdienst zusammen durchlebt und Seite an Seite in Vietnam gekämpft. Dann verloren sie sich aus den Augen. In den Bergen trafen sie sich wieder. Fred war beim Geheim-dienst gelandet und er, ach er war als Undercouveragent für die Drogenfahndung dort. Fred hatte damals Lucia, die Frau aus seinem Team als Spitzel benutzt, und so von dem geplanten Überfall auf die Drogenkuriere erfahren. Fred hatte alles zerstört, war dafür verantwortlich das sein ganzes Team umkam. Er hatte alles auf dem Gewissen und nun wollte er ihn und nur Marty wusste dies. Nur er allein kennt die ganze Wahrheit. Fred selbst war in den Bergen nicht aufgetaucht, aber er hatte der kambodschanischen Armee Bescheid gegeben und alle die in der Armee was zu sagen hatten waren von der Drogen-mafia gekauft. Alle waren umgekommen. Sam sein engster Mitarbeiter starb in seinen Armen und Lucia, die hatte man später mit einer Überdosis auf einer Hoteltoilette ge-funden. Das war alles lange her. Jetzt ist er hier in diesem Auto mit verbundenen Augen, nichts sehend aber die Gefahr die fühlt er, spürt er, kann er riechen. Im Moment kann er nichts tun, nur warten was weiter passieren wird.

Die Fahrt endet auf einem großen Parkplatz, vor einer der Lagerschuppen im Hafen.

Marty kann den Ozean riechen. Er weiß genau hier erwartet ihn nichts gutes, die Ver-gangenheit holt ihn ein, mit einer Gewalt die er nicht begreifen kann.

Sie steigen aus. Rechts neben ihm geht Lou mit einer Waffe im Anschlag, auf ihn ge-richtet und Fred der ihm sein altes Armeemesser in den Rücken schiebt bleibt hinter ihm. Keine Chance, alles scheint hier zu Ende zu gehen.

In der Halle warten, die Abgesandten der thailändischen Mafia, die ihn davon überzeugen müssen, dass er sie unbehelligt agieren lässt, sonst sei er dran heißt es offiziell, der Sohn seiner Exfrau. So jedenfalls soll er die Geschichte zu hören bekommen um zum handeln gezwungen zu werden. Die ganze schreckliche Wahrheit wird er erst viel später begreifen können. Marty lässt sich nicht auf die Verhandlungen ein. Er ahnt das falsche Spiel und seine Polizistenehre verbietet es ihm sich darauf einzulassen. Sein Ende scheint gekom-men.

Er wird gezwungen mit verbundenen Augen zu kämpfen, seine Haut zu retten. Sie schlagen mit Stöcken und Baseballschlägern auf ihn ein, treten ihn zu Boden, traktieren und peinigen ihn weiter geschickt mit Messern bis sie ihn tot glauben. Nun betritt Xing der zwei Zentner Mann die Halle. Um ihm den letzten Rest zu geben. Er bricht Marty beide Arme und hinterlässt als sein Markenzeichen Messermahle, also Einschnitte in Tigerform auf den Armen.

Lou und zwei andere Kerle packen ihn, bringen ihn auf den Parkplatz, wo sie ihn mit seinen Handschellen, an einen Laternenpfahl ketten. So lassen sie ihn zurück und verschwinden in der Dunkelheit der tief schwarzen Nacht.

Gefunden wird er in der Morgendämmerung von zwei Beamten der Hafenpolizei. Brian der Ältere der Cops kennt ihn. Sie haben vor einem halben Jahr gemeinsam einen Selbst-mörder gerettet. Marty stöhnt vor Schmerzen die durch seine unbequeme Haltung und durch seine zahlreichen Verletzungen kommen. Während der Nacht hatte er mehrmals das Bewusstsein verloren. Jetzt ist er halb bei Bewusstsein und halb dämmrig. Die Schmerzen zermürben ihn. Aufgeben konnte und wollte er nicht. Die Kraft in ihm war stärker, hatte gesiegt, ihn am Leben gelassen. Wie ein Anfänger war er, um der alten Zeiten willen in diese Falle gelaufen. Über Funk rufen die Hafencops einen Kranken-wagen. Die Ambulanz braucht einige Minuten. In dieser Zeit rufen die Beiden noch Hilfe herbei, um ihn so schnell wie möglich, aus seiner misslichen Lage zu befreien. Als Fußstreife haben sie kein Werkzeug dabei um ihn befreien zu können. Sie können nur mit ihm sprechen um ihn bei Bewusstsein zu halten. Die gerufene Verstärkung trifft vor dem Kragenwagen ein. Das Revier ist gleich um die Ecke. Einer der Verstärkungsbeamten ist Cathy, sie war mal Krankenschwester. Ehe sie ihn los machen untersucht sie ihn kurz um festzustellen das sie besser warten sollten, bis der Rettungswagen da ist, weil er eventuell schwere Verletzungen am Rücken haben könnte.

Die ankommenden Rettungssanitäter freuen sich über soviel Vorsicht. Nun kann es losgehen. Cathy sitzt vor Marty, hält ihn fest und redet beruhigend auf ihn ein, während Joe mit einer kleinen Handsäge vorsichtig die Handschellen aufschneidet. Die Sanitäter des Hafenkrankenhauses stehen bereit. Nach etwa zehn Minuten die allen wie eine Ewigkeit vorkommen können sie ihn auf die Trage legen. Allen ist die Erleichterung anzusehen. Sie alle haben ihn gemeinsam gerettet. Währenddessen hat der Chef der Hafenpolizei die Drogenfahndung verständigt. Er ahnt das es hierbei, um eine noch größere Sache geht. Maria und Donny haben noch Notdienst in der Zentrale. Bei Erhalt des Diensthilfeanrufes kombinieren sie ihr Wissen mit der geheimnisvollen Nachricht, die der Boss am Morgen erhalten hatte und ahnen das was schlimmes passiert sein muss.
Maria ruft Joe an und sagt sie solle Cathy abholen und sofort zum Hafen fahren. Sie veranlasst auch das die Spurensicherung sofort zum Hafen aufbricht. Vielleicht werden sie ja fündig. Maria und Donny melden sich ab und fahren zum Krankenhaus.

Während sie das Haus verlassen kommen die Leute von der Tagschicht, unter ihnen auch Sue und Melissa die im Sekretariat der Abteilung arbeitet. Beiden berichtet Maria kurz was sie weiß. Sue und Melissa sind beide entsetzt, Sue wegen ihrer Schwärmerei für den Chef und Melissa aus Freundschaft. Ihr hat Marty vor einigen Jahren zu diesem Job verholfen. Damals als sie nach dem furchtbaren Unfall alles verloren glaubte, aber das ist lange her geht es ihr durch den Kopf. Jetzt und hier wendet sie geschickt ihren Rollstuhl um zu ihrem Schreibtisch zu rollen.

Maria verspricht sich zu melden, sobald sie Neuigkeiten hat und verschwindet im Fahrstuhl.

Donny wartet schon ungeduldig im laufenden Dienstwagen. Die Fahrt ins Krankenhaus verläuft schweigend und die eigentlich kurze Fahrtstrecke erscheint beiden heute wie eine Ewigkeit.

In der Klinik herrscht, das am frühen Morgen, übliche Chaos. Es dauert noch mal fünfzehn Minuten, bis sie sich durchgefragt haben.

Von dem Oberarzt der Station, auf der sie nach ihrer längeren Suche schließlich ziemlich entnervt ankommen erfahren sie, kurz und knapp, das sie im Moment nichts tun könnten. Ihr Boss sei übelst zugerichtet gewesen berichtet der Oberarzt noch und das sie ihm Beruhigungsmittel spritzen mussten um ihm zum schlafen zu kriegen, erzählt der Arzt dann auch noch. Zum Abschluss sagt er noch „auf Euren Chef müsst ihr wohl ne Weile verzichten und nun verschwindet wieder, hier stört ihr eh nur“.

Eh sie endgültig gehen dürfen sie noch kurz bei Marty reinschauen aber dann gehen sie auch tatsächlich.

Der Arzt hatte ihnen auch von den Messerschnitten auf den gebrochenen Armen erzählt, es war ihm unter der Rubrik Besonderheiten noch aufgefallen. Während Donny darüber nachdenkt wird ihm endgültig klar, wie ernst die Sache ist und vor allem das es sich bei den Tätern um Mitglieder der thailändischen Mafia handelt. Sie müssen versuchen an die Täter ranzukommen, das wissen beide genau. Sie sind es ihrem schwerverletzten Boss schuldig.

Sie fahren ins Büro zurück um berichten dort kurz wie es um den Ltd. steht.

Alle sind sehr erschrocken.

Marty ist bei seinen Leuten sehr beliebt. Allen ist auch klar wie schwer es sein wird die Täter zu finden, und machen sich umgehend an die Arbeit.

Maria macht sich auf den Weg in die Zentrale um mit Christy zu sprechen, sie zu fragen ob sie sich noch daran erinnern könne wer die Nachricht abgab, an irgendwelche Beson-derheiten wie z.b. ob er oder sie eine Sonnenbrille trug im Gebäude. Während sie mit dem Expressfahrstuhl nach unten fährt um von dort aus in das Quergebäude zu gelangen in welchem die Zentrale untergebracht ist telefoniert Joe mit der Fahndungsabteilung um den Mann von dem Foto aus der Überwachung als dringend gesucht auszuschreiben. „Wir wissen nur, das er Fred heißt“ sagt er. Die Maschinerie läuft an.

Christy kann Maria auch nicht weiterhelfen. Sie kann nur feststellen, dass sie sich an nichts erinnern kann. Sie kommen allen Bemühungen zum Trotz kaum mit ihrer Suche voran und wissen wie gering ihre Chancen sind. Zwei Tage später ist endgültig klar das die Verantwortlichen verschwunden sein müssen. Sie wurden nicht mehr gesehen, nicht in der Stadt und auch nicht bei dem Versuch das Land wieder zu verlassen. Die Thailänder konnten auf Schleichwegen entkommen aber Fred der ist noch da, hat sich in der Stadt verkrochen, vom CIA gedeckt. Seinem privaten Rachefeldzug folgend taucht er in der Klinik auf als er Gras über alles gewachsen glaubt. Er will Marty erledigen, um jeden Preis.

Martys Mitarbeiter haben inzwischen auch Zusammenhänge erkannt. Sie wissen das Fred von der CIA gedeckt wird, dank intensiver Nachforschungen konnten sie die Geschichte von damals ausgraben. So wissen sie von dem Verrat und auch davon dass Marty Fred später öffentlich für all das verantwortlich machte. Sie wissen auch das Fred später Rache schwor. Er war nie zur Rechenschaft gezogen worden für sein tun aber sein Ego war schwer angekratzt.

Vor Martys Krankenzimmer wird eine Wache gesetzt. Der Boss ist wichtig und muss von jetzt an rund um die Uhr bewacht werden. Alle wissen keiner wird beweisen können wer es war, wenn er getötet werden sollte. Sue wird als Krankenschwester eingesetzt und genießt das Gefühl endlich was für ihren Boss tun zu können.

Weitere zwei Tage vergehen. Marty geht es schlecht. Sue ist als seine Privatschwester nun in jeder Hinsicht für Martys Leben verantwortlich.

In der abendlichen Hektik taucht Fred als Arzt verkleidet auf der Station auf. Er fällt keinem weiter auf und fühlt sich sicher. Um seinen unscheinbaren normalen Eindruck zu verstärken hält er sich eine ganze Zeit im Stationszimmer auf um dann später seinen Weg zu Zimmer 206 zu starten in welchem Marty liegt. In seiner rechten Kitteltasche Fred eine Spritze mit einer tödlichen Injektion für seinen Freund von damals. Aber, seine Mordpläne werden vereitelt. Dem wachsamen Polizisten fällt der sich leicht nervös umschauende Arzt auf. Fred hat Angst erkannt zu werden als er merkt wie gut Marty abgeschirmt wird. Diese Nervosität ist sein Fehler. Der Beamte spricht ihn direkt an mit den Worten „Suchen Sie jemanden?“ Fred weiß, das er verloren hat. Er antwortet dem Beamten nicht, sondern verschwindet in Richtung Treppenhaus. „Beim nächsten Mal kriege ich dich“ murmelt er vor sich hin während er schnellen Schrittes die Treppe runter läuft.

In der Stadt untergetaucht fühlt er sich sicher. Zuerst bucht er ein Ticket für den Nachtzug nach Tampa. Vor der Abfahrt des Zuges findet er noch Zeit ein anonymes Telegramm an das Vice Büro aufzugeben. Nur ein Satz ist geschrieben: Marty, ich komme zurück und erwische dich.

© Susan Jankowski 1999

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