Haller, Andrea: DSML 2

Sonntag, 22.Juni 1997

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Es war Sonntag der 22. Juni 1997, im Radio lief „Listen to your Heart“ von Roxette. Meine beste Freundin Dara Wade und ich saßen am Esstisch unseres Ferienhauses am Moskelake und sangen laut mit. Wir waren bereits am Samstagnachmittag am See angekommen. Schon wie im letzten Jahr waren wir mit unseren beiden Nachbarsfamilien, den Deaks und den Wades, zum Moskel Lake gefahren.

Kurz vor ende des Liedes kam mein bester Freund Andy Deak und sein großer Bruder Brad rein.
Andy sagte: „Was ist Mädels kommt ihr mit zum Schwimmen?“
Dara und ich sahen uns kurz an und sagten dann gleichzeitig: „Klar, den wie könnten wir deinem Babyface und dem dazu gehörigen Augen-aufschlag wiederstehen.“ Wir standen auf, gaben Andy einen Kuss auf die Wange und gingen dann in unser Zimmer um uns umzuziehen und unsere Badesachen zusammen zu Packen.
Obwohl ich Andy und seine Familie schon kenne, seit ich denken kann, überkommt mich neuerdings immer, wenn Brad den Raum betritt ein komisches Gefühl. Es ist kein schlechtes Gefühl. Ganz im Gegenteil. Ich bekomme dann immer so ein sanftes kribbeln im Bauch und es wird mir für einen Moment heiß und kalt gleichzeitig. Brad ist ein lieber Kerl, aber ich hätte nie im Leben zugegeben das ich etwas für ihn empfinde. Zumindest nicht, wenn mich jemand danach gefragt hätte.

Nur eine viertel Stunde später waren wir auf dem Weg zum Wasser. Dara hatte sich ihren dunkel blauen Bikini angezogen und sich ihre Schulter langen Haare zu einer Schnecke nach oben gebunden. Ich hatte mir meinen Weinroten Tankini und darüber ein hell blaues T-Shirt angezogen.
Auf halben Wege war uns mein Bruder Eric entge-gengekommen. Als wir am Seeufer angekommen waren, begannen Dara und ich unsere Handtücher auszubreiten. Brad und Eric hatten den ganzen Weg über miteinander getuschelt. Ich hatte mir bereits gedacht das, die beiden etwas im Schilde führten, ich wusste nur noch nicht was.

Dara und ich lagen auf unseren Handtüchern und blätterten in der neusten Ausgabe der „Kosmopolitan“, als Brad und Eric auf uns zukamen. Als Eric sich zu uns runter beugte sah es zu erst so aus als wolle er sich nur etwas in der Zeitschrift ansehen. Doch dann packte er mich unter den Armen und Brad an den Füssen. Sie hoben mich hoch und trugen mich zum Wasser, bis ihnen das Wasser bis zu den Knien reichte. Dort begannen sie mich zu schaukeln.
Dann riefen sie: „Eins. Zwei. Drei.“ Und bei drei warfen sie mich, mit Schwung und in meinem T-Shirt, ins Wasser.
Klitschnass und stink Sauer, stapfte ich zurück ans Ufer. Dara und Andy mussten sich sichtlich das Lachen verkneifen. Doch von Eric und Brad war selbstver-ständlich weit und breit nichts zu sehen.
Wütend sagte ich: „Wie kann man mit neunzehn nur noch so verdammt Kindisch sein.“

Wir verbrachten den ganzen restlichen Tag am Wasser und gingen erst zum Haus zurück als meine Mutter uns zum Essen rief.
Es war nicht so das jeder mit seiner Familie in einem Haus wohnte. Dieses Jahr hatten wir es so Eingeteilt das Eric, Brad, Dara, ich und Andy ein eigenes Haus für uns bekommen hatten. An diesem Abend gingen Dara und ich bereits um halb elf ins Bett. Die drei Jungs spielten auf der Terrasse Poker.
Es war eine wunderschöne Laue, Sternenklare Sommernacht. Dara und ich lagen in unseren Betten und Unterhielten uns über den heutigen Tag. Ich begann mich über die Jungs aufzuregen und sagte: „ Also ich fand das was die beiden heute gemacht haben unmöglich. Ich hätte echt nicht gedacht das Eric so Kindisch ist, aber er macht ja immer so einen Quatsch wenn er mit Brad zusammen ist.“
„Aber Danielle du musst zugeben das Brad einen verdammt süßen Hintern vorweisen kann und sein . . .“
Ich fiel ihr mitten im Satz ins Wort: „Danke, vielen dank. Von meiner besten Freundin hätte ich eher erwartet das du mich Unterstützt, doch statt dessen fällst du mir in den Rücken.“
Dara sah mich an, doch ihr Blick ließ nicht verraten ob sie nun gleich zu Weinen oder zu Lachen beginnen würde.
Ich Lächelte sie frech an und sagte dann: „Ja, aber wenn er nicht immer diese ewig weiten schlapper Hosen tragen würde, käme sein Knackarsch noch besser zum Vorschein.“ Wir begannen beide zu Lachen. Wir redeten noch zwei Stunden lang über alles mögliche und schliefen dann mit einem leisem Kichern ein.

Montag, 23.Juni 1997

Um zehn Uhr wurde ich von einem Song geweckt der lautstark in unser Zimmer donnerte. Erst war es einfach nur „Because I love you“ von Stevie B. das mir in den Ohren lag. Doch dann kamen auch noch Eric und Andy singend, mit zwei Tabletts ins Zimmer. Dara zog sich nur ihre Bettdecke über den Kopf. Eric stellte das Tablett auf meinem Nachttisch ab und forderte mich zum Tanzen auf. Er war schon immer mein Lieblings Tanzpartner.
Doch da ich absolut keine Lust hatte mit ihm zu Tanzen, nahm ich ihn nur in den Arm und flüsterte ihm ins Ohr: „Ich liebe dich! Den du bist der beste Bruder auf der ganzen Welt.“
Er hob mich hoch und legte mich wieder zurück ins Bett. Dann nahm er das Tablett wieder in die Hand und sagte dann: „Ihr Frühstück Prinzessin.“
Wir verbrachten den ganzen Tag am See. Um sechs Uhr packten wir zusammen und gingen ins Haus. Dara und ich hatten unsere Klamotten, für die Party am heutigen Abend, schon bereit gelegt.
Dara zog ihren Knielangen roten, mit weißen und rosa Rosen bedruckten Rock und dazu ihre weiße Bluse an. Ich zog meine Jeansfarbene Caprihose und mein Himmbeer farbenes Träger T-Shirt an.

Um Punkt acht Uhr waren wir fertig. Dara hackte sich bei Andy und ich mich bei Brad und Eric ein. Als wir am Strand ankamen war die Party bereits voll im gang. Der DJ spielte „Killing me softly“ von den Fugees. Einige Leute saßen am Lagerfeuer und rösteten Marschmelos. Andere Tanzten oder kühlten sich im Wasser ab.
Brad und Eric verabschiedeten sich mit dem Satz: „Wir gehen auf Braut schau.“

Dara, Andy und ich setzten uns auf einen der Baumstämme die als Sitzmöglichkeit dienten. Als der DJ „As long as you Love me“ von den Backstreet Boys auflegte forderte Andy Dara zum tanzen auf.
Ehrlich sagt kam ich mir ziemlich im stich gelassen vor. So wie ich dort saß und mit einem leerem Gesichts-ausdruck auf die Tanzfläche starte. Da ich total in meine Gedanken vertieft war hatte ich Brad nicht kommen sehen. Deswegen zuckte ich erschrocken zusammen als er auf einmal seine Hand auf meine Schulter legte und sagte:
„Hey.“
„Oh, hey.“
„ Würdest du gerne mit mir Tanzen?“, fragte er unsicher. „Na ja so zu sagen als Entschuldigung für die Sache Gestern am Strand.“
Ich zögerte einen Moment lang und sagte dann:„ Klar gerne.“ Ich nahm seine Hand und ging mit ihm zur Tanzfläche.
Es lief gerade „The girl who has everything“ von ’NSYNC. Am Anfang war ich noch etwas unsicher, weil ich mir über meine Gefühle für Brad noch nicht ganz im klaren war. Doch das änderte sich alles schlagartig. Den als ich meinen Kopf hob und in Brads Ozean blaue Augen blickte, war es auf einmal um mich geschehen. Ich war drauf und dran mich in Brad zu verlieben.
In meine Gedanken vertieft ich überhaupt nicht bemerkt das, dass Lied bereits zu ende war. Ach, ich hätte noch Stunden so weiter Tanzen können.
Als ich mich von meinen Gedanken los-geeist hatte, ging ich mit Brad zurück zu Andy und Dara.
Brad sagte zum Abschied:„ Danke, für diesen Tanz Lady Danielle, das sollten wir bei Gelegenheit wiederholen.“ „Aber gerne, doch ich habe zu danken edler Herr“, antworte ich etwas verlegen, aber mit einem strahlen-dem Lächeln auf den Lippe. Etwa um halb zwölf Uhr morgens waren wir wieder in unserem Ferienhaus. Ich warm völlig kaputt, so das ich mich in meinen Klamotten, in mein Bett fallen ließ. Bereits nach ein paar Minuten schlief ich tief und fest. Ich glaube mich hätte nichts und niemand auf dieser Welt aufwecken können. Den Traum den ich in dieser Nacht hatte, hing vermutlich mit meinem letzten Gedanken zusammen den ich hatte bevor ich eingeschlafen war. Den dieser Gedanke war BRAD!

Dienstag, 24.Juni 1997

Am nächsten Morgen wurden wir nicht wieder, von Andy und Eric, auf so eine ungewöhnliche, aber Liebenswürdige Art geweckt. Diesmal schrillte nur dieses Ohrenbetäubende „DRRRRRRRRRRRRRRRRRR“ meines Weckers in meinen wunderbaren Traum.
Es war 11.00Uhr. Dara war schon wach und bereits angezogen. Ich quälte mich auch aus den Federn und ging ins Bad um mich zu waschen. Danach zog ich mir meine abgeschnittenen Jeans und mein dunkel rotes Spaghettioberteil an. Als ich fertig war ging ich in die Küche, wo Dara und Andy am Esstisch saßen.
„ Guten Morgen ihr zwei“, sagte ich noch etwas verschlafen. Ich wischte mir noch einmal über die Augen und fragte dann:„Sind Eric und Brad auch schon wach?“
„Nein“, antworteten Dara und Andy beinahe gleichzeitig. „Ich hab sie nicht wach bekommen“, fügte Andy noch hinzu und in seiner Stimme lag ein hauch von Verzweiflung.
„Gut dann probiere ich jetzt mein Glück mit den beiden Schlafmützen“, sagte ich und ging mutig in Richtung Jungen Schlafzimmer.
In dem Zimmer standen ein einzelnes Bett, indem Andy schläft, da neben ein Doppelbett das sich Brad und Eric teilten. Ich stand ungefähr zehn Minuten nur so da und starte Brad an. Er trug nur eine dunkel blaue Boxershort. Die zum Vorschein kam, weil er seine Decke weggestrampelt hat. Ich stand wie angewurzelt da. Brad sah wenn er schlief noch süßer aus als wenn er wach ist. Mir wurde gleichzeitig heiß und kalt und meine Knie fühlten sich an wie Pudding.
Als ich mich wieder gefangen hatte, ging ich ins Badezimmer, holte zwei Waschlappen, hielt sie unter Eiskaltes Wasser und ging dann zurück ins Zimmer der Jungs. Ich stellte mich ans Eric und Brads Bett, beugte mich ein Stückchen nach vorne und klatschte jedem einen Waschlappen ins Gesicht. Und in weniger als drei Sekunden saßen beide Kerzen gerade im Bett.
Mit einem Grinsen im Gesicht sagte ich: „Aufstehen ihr Schlafmützen in zehn Minuten ist Aufstellung auf der Terrasse.“
Nach dem Mittagessen nahm alles wieder seinen gewohnten verlauf. Unsere Familien machten einen Tagesausflug zu einem nahegelegenen Tierpark. Während wir Teenager, wie es meine Mom sagen würde, unser eigenes Ding machten. Brad, Ich und Eric gingen hinunter zum Strand. Dara blieb im Haus, weil sie sich am vor tag einen Sonnenbrand auf der Schulter geholt hatte. Andy blieb ebenfalls im Haus. Erstens damit Dara nicht so allein war und zweitens um endlich mit seinem Buch, das er gerade lass, voran zu kommen.

Eric hatte sich ein Surfbrett gemietet und war seit dem nicht mehr aus dem Wasser zu kriegen. Brad und ich suchten uns während dessen einen geeigneten Platz um unsere Sandburgen zu bauen. Wir Planen unsere Sandburgen bereits zu Hause bis in das kleinste Detail. Es ist seit vier Jahren so eine Art Tradition. Doch auch eine riesige Heraus-forderung jedes Jahr aufs neue zu probieren eine noch schönere und noch größere Burg zu bauen als im Jahr davor.
Dabei Unterhielten wir uns über alte Zeiten und über die Sachen die wir auf dem College anstellen würden. Brad und ich hatten schon viel erlebt. Zum Beispiel haben wir gemeinsam meinen Wagen gebaut oder haben so manchen Abend auf dem Basketballplatz vor Brads Haus verbracht.
Je länger ich mich mit Brad über diese zeit Unterhielt, desto bewusster wurde mir wie viel er mir doch bedeutet.
Eigentlich war mir immer klar gewesen das meine Beziehung zu Brad rein Freundschaftlich ist.
Wir Unternehmen viel miteinander und ich mit ihm über alles reden. Von Schule über Sport bis hin zu Jungs. Doch in letzter Zeit bin ich, was das betrifft, sehr zurück haltender geworden. Immer öfter erwische ich mich dabei das ich nervös werde sobald Brad den Raum betritt. Außerdem merke ich das es mich immer mehr stört, wenn Brad mit Mädchen ausgeht.
Wir arbeiteten bis um kurz vor sechs an unserer Sandburg und wurden sogar fertig. Nach dem wir gegessen hatten, saßen wir anschließend alle zusam-men auf der Terrasse und spielten Monopoly.

Montag, 25.Juni. 1997

Nach dem Mittagessen trommelte meine Mutter Mrs. Wade, Dara und ihre Schwester Michelle, Mrs. Deak und ihre Tochter Amanda, meine Schwester Loren und mich zusammen. Sie packte uns alle ins Auto und fuhr mit uns in die Stadt. Wir machten einen ausgiebigen Einkaufsbummel und gingen anschließen zum Eisessen.

Wir kamen erst um fünf Uhr wieder am See an, doch genau rechtzeitig zum essen. Die Männer hatten einen Holzkohlegrill besorgt. Auf dem sie Steaks, Würstchen und Hamburger Grillen.
Mir taten meine Füße, vom vielen herum laufen, so verdammt weh das ich mich am nur noch hinsetzen und nie wieder aufstehen wollte.
Nach dem essen saßen alle Kinder um das Lager-feuer, das Daras und mein Vater aufgebaut hatten, herum. Wir hörten alle, meinem ältesten Bruder, Matt aufmerksam zu. Während er eine seiner weltberühmten und allseits beliebten Grusel-geschichten erzählte. Ich saß neben Eric und Brad.
Da ich todmüde war lehnte ich mich an Erics Schulter. Das letzte das ich mitbekam war das Brad sagte: „Also so langweilig sind Matts Geschichten nun auch wieder nicht.“

Als ich am nächsten Morgen aufwachte lag ich neben Eric der tief und fest schlief. Ich drückte ihm einen Kuss auf die Stirn und kuschelte mich dann ganz eng an ihn.

Donnerstag, 26.Juni. 1997

Dieser Donnerstag hat seinen Namen wirklich verdient. Den es bestand keinerlei Hoffnung das es so schnell wieder aufhören würde zu regnen. Es Donnerte und Blitze fast ununterbrochen. Das einzigste was wir bei diesem Sauwetter machen konnten war Lesen, Musik hören und Gemeinschaftsspiele spielen.

Freitag, 27.Juni.1997

Heute war das Wetter zum Glück wieder besser. Also schnappten wir uns unsere Badesachen und verbrachten den ganzen Tag unten am Strand.
Nach dem Abendessen machten wir sechs uns fertig und fuhren zusammen in die nahe gelegene Disco. Um drei Uhr fielen wir allesamt todmüde in unsere Betten.

Samstag, 28.Juni. 1997

„Danielle wach auf“, flüsterte eine mir sehr bekannte Stimme, an diesem Samstagmorgen um 9 Uhr, in mein Ohr.
Erst dachte ich das ich bereits wieder zu Hause sei und meine Mutter mich für die Schule wecken wollte. Doch mit einem mal wurde mir klar wer mich da wach rütteln wollte. – Es war Brad.
Genau in dem Moment als ich meine Augen öffnen wollte sagte er: „Komm schon wach auf Krümel“, und drückte mir einen Kuss auf die Stirn. Obwohl ich lag und meine Augen geschlossen hatte. Wurde mir Schwin-delig und alles begann sich zu drehen.
Brad hatte mich schon oft auf die Wange oder die Stirn geküsst. Doch diese sonst so Freundschaft-lichen Gesten, schienen für mich auf einmal eine ganz andere Bedeutung zu bekommen. Als ich nur wenig später meine Augen öffnete blickte ich direkt in Brads blaue Augen die ich über alles liebte.
Er sagte: „Komm mit ich muss dir unbedingt etwas zeigen.“
Ich nickte ihm nur zu und ging ins Bad. Während ich mich anzog packte er für uns etwas zum essen ein. Als ich fertig war nahm Brad meine Hand und lief mit mir hinunter zum Strand. Es dauerte ungefähr zwanzig Minuten bis wir zu einer kleinen Bucht kamen. Es war wirklich wunderschön dort. Das Wasser glitzerte in der Morgensonne und das einzigste das man hörte war das Gezwitscher der Vögel.
Ich zog mir meine Schuhe aus und lief ein Stück in Wasser. Während Brad die Decke für unser Picknick aus-breitete. Nach dem er damit fertig war schlich er sich von hinten an mich ran, legte seine Arme um meine Taille um mich zu kitzeln. Sein versuch blieb jedoch erfolglos. Den ich machte einen Ausfallschritt zur Seite. Dadurch verloren wir das Gleichgewicht und fielen rückwärts ins seichte Wasser.
Brad landete etwas unsanft auf seinem Hintern und ich direkt auf ihm. Als wir uns in die Augen blickten, konnte ich mich vor lachen nicht mehr halten. Brad nahm mir das allerdings übel.
Er sah mich vorwurfsvoll an und sagte: „Danke, vielen herzlichen dank meine liebe. Du bist wirklich nett. Weißt du was? Ich bin ab sofort Stinksauer auf dich Danielle.“
Er zog eine Flunsch und drehte seinen Kopf von mir weg. Ich legte meine Hand an seine Wangen und drehte seinen Kopf wieder zu mir und sagte dann: „Oh, mein armer, kleiner Bradbär.“ Dabei gab ich ihm einen Kuss auf seine Stirn, seine Nase und zuletzt auf seinen Mund.
Als unsere Lippen uns berührten, wurde aus diesem kleinem Küsschen folgte ein langer zärtlicher Kuss. Wir lagen im nassen Sand, wo uns, in regelmäßigen abständen, kleine Wellen überrollten.
Am Anfang kamen mir noch Zweifel. Ob das mit uns überhaupt gut gehen konnte, weil schon so manche Freundschaft an einer Beziehung zer-brochen ist. Doch diesen Gedanken verbannte ich schnell wieder aus meinem Kopf und genoss es Brad so nah zu sein.

Wir blieben noch einige Zeit in der Bucht. Wir aßen unser mitgebrachtes Frühstück und trockneten unsere Klamotten. Etwa gegen zwei Uhr liefen wir, Hand in Hand, zurück zum Haus. Auf halben weg trafen wir die anderen. Dara, Andy und Eric saßen am Strand und spielten „Mensch ärgere dich nicht“. Wir setzten uns dazu und verbrachten den Rest des Tages mit ihnen.

Sonntag + Montag, 29.+ 30. Juni. 1997

Die letzten zwei Tage waren und sind absolut beschissen.
WIESO? WESHALB? WARUM?
Es gießt seit zwei Tagen wie aus Eimern und es sieht nicht danach aus als würde es all zu bald wieder aufhören.
Doch für mich ist es allerdings einer der schönsten Tage hier am See. Dara und Andy sind mit unsere Familien in die nahe gelegene Eisdiele gefahren und Eric sitz allein in der Küche und spielt Schach.
Und ich?
Ja, ich liege eng an Brad gekuschelt in seinem Bett und höre Musik. Ich hätte es nie für möglich gehalten, doch Brad ist mein Märchenprinz und somit der beweis dafür das es so etwas noch gibt.

Donnerstag, 04. Juli 1997

Heute ist Samstag. Morgen fahren wir bereits wieder nach Hause. Ab da haben wir noch eine Woche frei und dann heißt es, für Dara, Andy, Brad und mich, ab ins College, aber das lag für uns noch in ferner Zukunft. Den heute Abend würden wir vier noch mal richtig einen drauf machen. Diesen Abend hatten wir bereits auf der herfahrt bis ins kleinste Detail durchgeplant.
Doch dadurch das sich die Situation zwischen uns vieren geändert hatte mussten wir das Abendprogramm kurzfristig ändern. Ich meine damit, das Brad und ich nun ein Paar sind und Andy und Dara heute Nacht vielleicht noch eines werden.
Das Programm für heute Abend sieht daher folgender maßen aus:

Romantisches Abendessen
2.Tanzen im Exkalibur und als Abschluss
3.ein Spaziergang am Strand

Dara und ich hatten uns in Schale geworfen.
Ich lieh Dara mein Weinrotes Samtkleid aus. Es hat einen tiefen Rückenausschnitt und ist verdammt Sexy. Dara stand es fantastisch und sie sah damit einfach Atem-beraubend aus. Also, wenn das Andy nicht vom Hocker reist dann ist ihm nicht mehr zu helfen. Ich trug mein Lieblingskleid. Es ist Knie lang, ärmellos und ist Himmelblau mit einem hauch von Weiß.
Pünktlich um halb acht klopften Brad und Andy an unsere Zimmertür um uns beide abzuholen. Ich war durchaus positiv überrascht Brad in einem Anzug zu sehen. So hatte ich ihn noch nie gesehen.
Doch ich muss sagen das mir das sehr gut gefallen hat und ich mich gar nicht an ihm satt sehen konnte. Dabei ging es nicht nur mir so. Andy war von Dara total überwältigt und vollkommen Sprachlos.

Der erste Teil des Abends war schon mal ein totaler erfolg gewesen. Sichtlich genossen wir unser vier Gänge Menü. Wobei wir uns über alles Unter-hielten was uns gerade so ein viel. Wir aßen, tranken und lachten viel, wobei wir vier alle unseren Spaß hatten. Zum Glück und zu unserem Vorteil versetzte uns die Rechnung, die wir nach dem Essen bekamen, nicht den Todesstoss. Und wurden dadurch auch nicht zum Abwasch verdonnert. Brad und Andy waren den ganzen Abend über die reinsten Gentlemans. Als wir mit dem Auto am Strand hielten öffneten Sie uns sogar die Wagentür.
Am Anfang saßen wir vier auf ein paar Felsen und Unterhielten uns. Doch nach etwa zehn Minuten schnappte ich mir Brad für einen Strandspaziergang im Mondlicht. Er begriff nicht das ich das unbedingt tun wollte damit Andy und Dara alleine sind.
Ich sagte: „Mensch wieso braucht ihr Typen eigentlich immer so lange bis ihr kapiert was vor sich geht?“
„Was?“
„Ganz einfach , begann zu erklären während wir am Strand entlang liefen, die beiden sind total in einander Verknallt.“
„Woher, willst du das den wissen, hat Dara etwa etwas gesagt?“
„Nein. Zumindest nicht direkt. Aber das sieht doch ein Blinder mit Krückstock.“
„Und was soll man bitte sehen und woran kann man es erkennen, Sherlock“, fragte Brad skeptisch.
„Nun Watson. Es ist die Art wie sie miteinander umgehen. Wie sie sich ansehen oder wie sie sich verhalten, wenn sie sich irgendwo zufällig begegnen.“
Brad war zwar irgendwie baff über das was ich gesagt hatte doch er verbarg seine Langeweile nicht sehr gekonnt. Ich küsste ihn um ihn wieder aus seiner totenstare auf zu wecken. Darauf packte mich Brad und begann damit mich zu kitzeln. Dieses mal konnten wir die Balance halten und blieben stehen. Leise sagte ich zu Brad: „ Schau, ich hatte recht.“
Wir drehten uns beide zu den Felsen um auf denen Andy und Dara saßen und sich zum ersten mal küssten. Das erinnerte mich an meinen ersten Kuss mit Brad. Ich wollte gerade etwas sagen als Brad sich meine Strickjacke schnappte und mir zu rief, während er weg rannte: „ Fang mich doch, wenn du kannst.“
Mein erster Gedanke war: „Sind wir im Kinder-garten?“ Doch dann nahm ich die Verfolgung nach ihm auf.
Vollkommen außer Puste ließen wir uns in den Sand fallen. Brad sah mir tief in die Augen und sagte: „Danielle ich schwöre hier und jetzt beim Lich des Mondes das ich dich auf ewig Lieben oder zumindest dein Freund sein werde.“
Ich gab ihm einen Kuss als Dankeschön. Eigentlich war das ja ziemlich albern, aber so super süüüß von ihm. Wie geplant fielen wir vier um halb Eins vollkommen kaputt und tot müde in unsere Betten.
Ich bin der festen Überzeugung das dass der wunderschönste Abend in Daras Leben war. Den sie hoffentlich nie wieder vergisst. Durch diesen Abend ist auch bewiesen worden, mir zumindest, das aus den meisten Fröschen einmal Prinzen werden.
Obwohl ich Andy und Brad nicht unbedingt als Frösche bezeichnen würde.

Sonntag, 4. Juli. 1997

Eigentlich war heute ein schöner Tag. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten und wir fuhren wieder nach Hause. Doch die Vorfreude auf mein eigenes Bett bekam einen Sprung als meine Mutter uns um halb sieben aus den Betten riss.
Nach nur sechs Stunden schlaf quälten Dara und ich uns erst ins Badezimmer und dann an den Frühstück-stisch. Doch als ich Brad sah stieg meine Stimmung ein wenig. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit frischen Croissants und verdammt starken Kaffee waren wir gestärkt für die Heimfahrt nach Detroit.
Die Jungs versauten das Gepäck systematisch ins Auto, während Dara und ich die Musik für die Fahrt aus-suchten. Fast eine Stunde später waren die Jungs fertig und endlich zufrieden. Da soll Mann noch einmal sagen wir Frauen würden uns nicht ent-scheiden können. Doch das ist ein anderes Thema für das mein Tagebuch nie und nimmer ausreichen würde. Okay weiter. Brad, Dara, Andy und ich saßen hinten und Eric saß am Steuer und fuhr. Es war ein kleiner Bus, so das wir uns Pärchenweise gegenüber saßen. Zuerst redeten wir darüber was in diesen zwei Wochen alles passiert war.
Da begann Andy auf einmal damit übers essen zu reden. Wieso auch immer. Nach einer halben Stunde beendeten wir das Thema zum Glück wieder, weil uns allen der Magen knurrte.
Danach begannen wir über das College zu reden. Weiß der Teufel wieso. Ich verstehe vor allem den Zusammenhang zwischen etwas zum essen und dem College nicht.
Egal.
Wir beschlossen das wir auf jeden fall und um jeden Preis für alle Zeiten befreundet bleiben wollen. In den weiteren zwei Fahrtstunden vielen uns noch viele Themen ein. Okay. Es war nur eines, aber uns war während der Fahrt keine Minute lang langweilig.

Montag, 5 Juli bis Freitag 9 Juli 1997

In unserer letzten Ferienwoche haben wir sehr viel unternommen , allerdings nicht zusammen sondern Pärchenweise.
Dara und Andy gingen ins Einkaufszentrum, Inlineskaten, Schwimmen oder machten es sich einfach vor dem Fernseher gemütlich.
Brad und ich gingen unserem gemeinsamen Hobby nach. AUTOS!!! Eric hatte mir zu meinem sechzehnten Geburtstag eine Karoserie eines 46er Ford Cabrios geschenkt an dem Brad und ich bereits seit einem Jahr arbeiteten.
Es wird wahrscheinlich noch ein Jahr dauern bis er fertig ist doch das war es mir wärt. In dieser letzten Woche konnte ich dank Brads Hilfe den Motor fertig stellen, einsetzen und anschließen.
Doch leider springt er noch nicht an. Aber wir bastelten nicht nur an meinem Wagen, sondern auch an unserer Beziehung. Wir kochten gemeinsam, spielten Videospiel und saßen Abends gemütlich vor dem Fernseher und schauten uns eine Heimwerkersendung an.
In dieser Woche, genauer gesagt am Dienstag, schlich ich mich nach draußen und lief in Boxer Shorts und Micky Mouse T-Shirt hinüber zu Brads Haus. Dann stellte ich die Leiter, die das ganze Jahr am Apfelbaum lehnt, an Brads Fenster und kletterte hinauf. Leider hatte ich total vergessen das Brads Schreibtisch neuerdings direkt unter seinem Fenster steht. Ich rutschte auf der Box mit den Büroklam-mern aus und plumpste auf den Boden. Blöderweise viel der halbe Schreibtisch mit hinunter. Eigentlich hatte ich vorgehabt Brad sanft wach zu küssen, doch stattdessen viel er vor schreck aus seinem Bett.
Nach dem er begriffen hatte was eigentlich los war krabbelten wir beide in sein Bett und schliefen eng aneinander gekuschelt ein. Zum Glück waren seine Eltern von dem Krach den ich gemacht hatte nicht aufgewacht.
Die restliche Woche schlief ich bei Brad, doch dabei plumpste ich leiser in sein Zimmer.

Freitag, 28.Juni 1998

Genau heute vor einem Jahr haben Brad und ich uns zum aller ersten mal geküsst. Damals am Strand in unserer Bucht. Morgen früh geht es wieder dort hin.
Ich kann es kaum glauben das wir unser erstes College Jahr bereits hinter uns haben. Es kommt mir so vor als wären wir erst gestern hier angekommen. Doch in diesem Jahr ist sehr viel passiert: neue Fächer, neue Lehrer, Klausuren (das schlimmste an allem) und viele Partys.
Brad und ich sind immer noch zusammen. Ich glaube sogar er hat mich als die Mutter seiner Kinder auserkoren. Na ja, warten wir es ab.
Sicher gab es auch mal Streit. Wir sind schließlich nicht perfekt auch, wenn manch einer das glauben mag. Wir hatten unsere guten und auch schlechten Zeiten. Oh, ja das waren etliche Seiten. Kein wunder das, dass die letzte Seite dieses Buches ist. Aber das ist schon gut so. Den in diesem Buch habe ich meine Gefühle und Gedanken von dem letzten Urlaub mit Brad am See aufgeschrieben. Also brauche ich nun auch ein neues Tagebuch für einen neuen Sommer. Den eines steht für mich fest. Der letzte Sommer war unvergleichlich und ich hoffe ich werde ihn nicht so schnell vergessen. Den der dieser Sommer war
DER SOMMER MEINES LEBENS.

Erstellungsdatum: vom 25.05.2000 bis zum 05.01.2001

(c) Von Andrea Haller

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