Miller, Sina: Die Geschichte der Sarah Smith

Sarah Smith war eine Geschäftsfrau mit viel Erfolg. An der Spitze ihrer Kariere. Ständig im Stress versuchte sie erfolgreicher und noch erfolgreicher zu werden. Sie wohnte in New York, einer Großstadt. Sie war 35 Jahre alt, verheiratet, keine Kinder. Für ihren Beruf gab sie alles. Sie vernachlässigte, doch wie so oft, ihren Mann doch den kümmerte es wohl kaum. Er hatte ja seine Geliebte mit der er sich jede Nacht traf, während Sarah sich noch halb zu Tode arbeitete.
Aus diesem Grunde beschloss sie eine Auszeit zu nehmen. 30 Tage nur für sich allein. Alles um sich herum vergessen, keine Arbeit, kein Mann der eh kein Interesse an ihr pflegte und nur hinter ihrem Geld her war.
Sie beschloss in die Hütte zu fahren tief im Wald, irgendwo in Kanada. Es war der 8. Mai 1983 und diese Geschichte hier ist wahr.

Auf der Fahrt im Auto auf dem Highway, ahnte sie schreckliches, sie würde nicht mehr zurückkommen und dieses Leben nicht mehr wieder sehen, aber das war ihr egal.
Vorahnungen hatte sie schon oft und meistens ist man damit nicht selbst gemeint sondern jemand anderes. So schüttelte sie einmal sachte ihren Kopf, strich mit der Hand durch ihr goldbraunes Haar und dachte dabei an erotische Fantasien die sie schon lange nicht mehr ausleben konnte. Sie musste immer an die Geliebte ihres Mannes denken, wie er sie anfasst, wie er sie küsst. Sie ist in solchen Dingen nicht besonders stark sie traute sich nicht ihren Mann darauf anzusprechen.

Irgendwann dann angekommen, legte sie sich gleich schlafen und schlief und schlief und schlief. 3 Tage und 3 Nächte.
Es war Nacht und sie begann zu schreiben an ihrer Schreibmaschine. Sie hatte nur eine Kerze die diese Hütte mit Licht erfüllte.
Das Fenster war geöffnet und es strich ein kühler Wind hinein. Der Vorhang schwang im Wind wie eine Melodie. Der Boden knarrte, doch es kümmerte sie nicht. Und er knarrte noch mehr. Sie erschrak und sah sich um. Doch war nur ihr eigener Schatten zu sehn. Nichts sollte sie daran hindern Weiterzuschreiben. Mit schwarzer Tinte schrieb sie ihren Text erst vor und tippte ihn dann weiter auf der Schreibmaschine ab.
Was sie erst viel später feststellte die Schreibmaschine tippte nicht mehr, nicht ein Buchstaben wollte die Maschine schreiben.
So schrieb sie ihren Text weiter auf dem Blatt Papier mit schwarzer Tinte. Der Wind wehte stärker.
Sarah legte ihren Kopf weit zurück und wollte die kühle Brise genießen, obwohl sie doch sehr eisig war.
Ein schwarzer Schatten durchflog das Zimmer, umkreiste ihren Körper und sie war sehr erregt.
Die Tinte war auf einmal rot und die Kerze erlischte. Doch fühlte sie sich gut.
Die schreckte mehrmals hoch, sie hatte Angst.
Sie hörte plötzlich Stimmen wie aus einer anderen Welt, ein leises flüstern.
Die Kerze entfachte wie aus Zauberhand ihr Licht von selbst und eine Gestalt in schwarzer Kleidung stand vor ihr. All die Signale in der Vergangenheit riefen sie zu diesem Ort, endlich war sie angekommen bereit für ein Leben nach dem Tod.

Sechs Wochen waren nun vergangen und man fand sie in der Hütte nicht vor, nur ein Abschiedsbrief in schwarzer Tinte war an diesem Ort.

© 16. Mai 2001 Sina Miller

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