Rumich, Laura: Langsamer Tod der Gesellschaft

Alleine. Grelles Licht, nur ich. Ich bin so schrecklich müde. Das Leben macht mich müde. 1000 Tode allein. Ich darf nicht weinen. Überall gelbe Schlangen. Auch an den Wänden, unter den Decken. Leben ist hauchdünn. Wasser rinnt in mein Herz, kalt, bedingungslos. Eine kleine Insel sinkt weit draußen auf dem Meer. Keiner hat es gesehen, will es gesehen haben.

Die Erde schüttelt sich vor Abscheu. Menschen sind so grässlich. Sie sind neugierig, denunziant, Spaß besessen und haben doch keinen Humor.
Spaß-Ketten lasten schwer an den Gelenken. Verraten gibt ein Gefühl der Überlegenheit. Man kann seine eigenen Sünden sühnen in der Strafe des anderen.
Neugier, denn das Leben ist trotz des ganzen Spaßes schon so abgenutzt, verbraucht, verlebt.
Die Erde schließt die Augen und hofft, dass es bald zu Ende ist mit dem Menschen.

© by Laura Rumich (zeitlos)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen