Hofmann, Katrin: Maren, Drachenkind
Okt 30, 2007 Phantasie
Vor langer Zeit, als es noch Könige, tapfere Ritter und Drachen gab, lebte in einem Dorf ein Mädchen. Sie war weder besonders schön, noch besonders klug. Man hätte sie für ein normales Kind gehalten, denn selbst ihr Name, Maren, war etwas ganz Natürliches. Doch es gab eine Sache, vor der sich die Leute fürchteten. Maren konnte mit Tieren sprechen. Sie verstand alles, was sie sagten. Die Fliegen, sowie die wilden Wölfe, die im Winter heulend um die Schafställe schlichen. Aber es gab noch eine Sache, die den Leuten nicht gefiel. Maren war ein Findelkind. Es war nichts genaueres über ihre Herkunft bekannt. Sie wurde im Wald, nahe einer Quelle entdeckt, um sie herum waren verschiedene Vögel, die sie vor der Kälte der Nacht schützten. Die Frau, die Maren fand war schon alt, doch da sie allein wohnte, nahm sie Maren mit sich und zog sie auf. Man entdeckte erst später die Gabe Marens. Von dieser Zeit an war Maren etwas Unnormales, manche Leute sagten sie sei mit dem Teufel im Bund und eine Hexe, andere dagegen sahen in Maren eine große Magierin. Marens Ziehmutter Edda war die Dorfhebamme und hatte einen guten Ruf. Sie wollte, dass Maren ihrer Nachfolgerin wird. Auch Maren freute sich darüber, den Beruf erlernen zu dürfen, den ihre Mutter ausübte.
Doch es sollte anders kommen.
Maren, die inzwischen schon fünfzehn alt war, ging, wie jeden Tag, in den Wald. Es war ein schöner Frühlingstag und Maren war guter Laune. Da hörte sie plötzlich eine Stimme. Es schien so, als ob sie in einer fremden Sprache rufen würde. Maren horchte und lief hinter der Stimme her. Tiefer und tiefer in den Wald. Immer weiter weg von dem Weg, der in den Wald führte. Dann kam sie an einen Teich, der so klar war, dass sie auf den Grund sehen konnte. Doch plötzlich bewegte sich das Schilf und bog sich auseinander. Maren hielt die Luft an . Dort stand die schönste Frau, die sie je gesehen hatte. Das Mädchen fiel auf die Knie, und senkte den Kopf. Es erklang ein silberhelles Lachen. Maren konnte nicht anders und musste den Kopf heben, um diese wunderschöne Frau ansehen.
„Du bist einem Ruf gefolgt“, die Stimme erinnerte an eine helle Glocke, „ da du nun hier bist, mein Kind, so möchte ich dich um etwas bitten. Mein Drache ist schwer krank. Ich habe schon vieles versucht, um ihn zu heilen, doch es will mir einfach nicht gelingen. Willst du mir helfen?“
Maren war zu verdutzt um irgend etwas sagen zu können. Sie nickte nur.
„ Dann steh’ auf und folge mir, meine Tochter.“
Die Stimme der schönen Frau war seltsam zwingend und so folgte Maren ihr.
Nach einiger Zeit kamen sie zu einer Höhle. Daraus erklangen stöhnende Geräusche. Maren wusste, dass dieses Stöhnen von entsetzlichen Schmerzen herrühren musste. Die schöne Frau war stehen geblieben und machte eine einladende Handbewegung auf den Höhleneingang zu. Maren schritt tapfer durch den Eingang in die Höhle hinein. Dort lag er .
Budig, Stefanie: Eine Wassergeschichte
Okt 30, 2007 Phantasie
Der Himmel hing voller Wolken. Es sah aus als ob es jeden Moment anfangen würde zu regnen. Riesig und unheimlich sahen sie aus, wie sie sich dort am Himmel zusammenballten, so, als würden sie sich auf einen gewaltigen Angriff vorbereiten, um sich die Welt untertan zu machen. Welches Geheimnis mochten sie wohl in sich bergen?
Unterdessen begann im Himmel ein reges und eifriges Treiben. Eine lange und abenteuerliche Reise wurde vorbereitet. Engel flogen umher und erteilten Befehle und gute Ratschläge. Große und kleine Eiskristalle liefen kreuz und quer durcheinander, um ihre Siebensachen für die Reise einzupacken. An was man da alles denken musste: Regenmantel und Sonnenbrille und zu guter Letzt den Fallschirm für eine sichere und sanfte Landung. War das eine Aufregung bei den Eiskristallen! Sie waren richtig vom Reisefieber befallen, durften sie doch das erste Mal in ihrem Leben die gute alte Mutter Erde besuchen. Das würde einen Spaß geben!
Biermann, Ralf: Zukunftsphantasie
Okt 30, 2007 Phantasie
Erster Tag:
Plötzlich scheint die Zeit still zu stehen. Langsam nähert sich ein weißes, fliegendes Pferd. Er traut seinen Augen nicht, aber irgendwie hat er so etwas geahnt.
Es begann vor sechs Jahren mit einer Dienstreise nach Florida. Er verliebte sich, und weil er den Versuch machte, seine Frau, seine wahre Liebe, zu verlassen, verlor er fast den Verstand. Natürlich kehrte er zu seiner Frau zurück. Dies war der erste Schritt des Überwinders. Damals wußte er dies noch nicht, jedoch began er die Bibel zu lesen, weil er aufgrund seiner Verwirrung über gut und böse nachdachte und die Wahrheit suchte. Er erkannte, daß die Offenbarung mit den sieben Briefen an die Kirchen den Weg des Überwinders zum Throne Gottes aufzeigte. Mit dem sechsten Schritt des Überwinders erhielt er seinen endgültigen Namen: David, was soviel wie Geliebter bedeutet. David war auch der neue Name Gottes. Nur der siebte Schritt war der schwerste, denn er verlor beinahe seinen Glauben, als er erkannte, daß in der Bibel Widersprüche enthalten waren. Jedoch hatte er den Schlüssel Davids entdeckt, der ihm half zu verstehen, daß die Liebe von größerer Bedeutung als die Wahrheit ist.
Nun ist es endlich soweit. Er reitet auf dem fliegenden Pferd nach Jerusalem. Langsam bahnt er sich seinen Weg durch die Menge. Manche Menschen schauen ängstlich, andere rufen wieder und wieder Messias. Er ist eine imposante Erscheinung, nicht nur aufgrund seines Pferdes, denn er ist in Licht verhüllt, so daß Niemand sein Gesicht sehen kann. Als er ein paar Reporter mit TV-Kameras entdeckt, hält er an.
Jan Eijking: Das Plingplong
Okt 30, 2007 Phantasie
Das Plingplong ist ein etwas, wovon keiner weiß, was es wirklich ist, es gibt Vermutungen, aber nichts davon ist sicher. Ist es einfach eine Erfindung eines Verrückten? Ist es ein hypermoderner Pingpongball? Überhaupt von fester Substanz? Vielleicht ist es auch irgendetwas schleimiges, ekliges? Oder wurde es einfach nur für den Deutschunterricht erfunden? [Mehr... »]
Jan Eijking: Der Regen ist aus Stein gehauen
Okt 30, 2007 Phantasie
Zuerst hatte ich ihn gesehen im Regen. Abends. Dunkelheit. Schatten. Ich bin zu ihm hingegangen und hatte ihn angestarrt. Stille. Ein merkwürdiger Mensch. Er stand da, einfach nur so. Er war vollkommen durchnässt. Seine nassen Haare trieften und man hätte sie auswringen können; die Kleider klebten ihm am Körper und er schaute mich ganz traurig an. Aber es kam mir vor, als kannte ich den Mann schon ewig. [Mehr... »]
„Altes Haus, lange nicht mehr gesehen. Wie geht es dir denn so?“ Solche langweiligen Fragen, immer dieselben.
„Und – Hast du wenigstens einen guten Job? Kinder? Wie läuft’s? Mir geht’s ganz okay, nur die üblichen Geldsorgen…“ Ein alter Kollege? Oder einer vom College? Er hatte mir wie ein Toter in die Augen geblickt. Er war etwas mager und hatte große, braune Augen. Seine Haut war etwas gräulich und sonst war er… er war vielleicht im 40er-Alter, nicht mehr der jüngste aber auch nicht steinalt. Er schwieg die ganze Zeit. Ich hatte mich direkt vor ihn gestellt und betrachtete ihn: Er hatte nur ein dünnes T-Shirt an und schien zu frieren.

