Gut, Pascal: Wolke – Tor zu Fantasie

Die Wolken, sind sie nicht schön. Jede einzelne Wolke erzählt eine eigene Geschichte. Egal wer und egal wann oder wie oder von wo, er zu einer Wolke hochsieht, er wird darin seine eigene ganz persönliche Geschichte finden. Du kannst mit Freunden und Kollegen unter dem Himmel auf der freien Wiese liegen und hochstarren zu dem blauen, weiss gezierten Himmel.


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Ihr könnt euren Blick alle auf die selbe,wundersame und geheimnisvolle Wolke werfen, doch das, was ihr in ihr sehen werdet, wird sich kaum gleichen. Ein Schiff, ein Pferd, deine Mutter, seine Freundin, eine mit Leben gefüllte Stadt oder eben eine ganze Geschichte, es wird euer sein.
Wie fühlt sich wohl eine Wolke an. Ist sie weich wie ein Kissen, das dich jede Nacht sanft zu Bett trägt oder ist sie kaum anders zur Luft, die du täglich einatmest? –Nur eine optische Täuschung, ein Trugbild deiner Fantasie?
Wie gerne würde ich wie Superman oder Peter Pan durch die Lüfte segeln und mich durch die dicke Wolkenpracht quetschen. Die Figuren welche ihr vom Boden aus seht, würde ich entzwei teilen und euch neue Bilder und Inspirationen liefern. Wäre ich müde von den Flügen, würde ich mich auf eine der wundervoll duftenden Wolken setzen, den Kopf darin vergraben und ein Nickerchen machen. In der Nacht stiege ich hinauf, raus aus der unseren Sphäre und hoch ins All. Besuchen würd ich, die von uns so begehrten Sterne, auf welche so mancher verliebte Romeo seiner Julia die Treue schwor.

Sähe ich eine Sternschnuppe vorüber wischen, nähmte ich mein Füsse in die Hand und folgte ihr, wohin sie mich auch führen würde. In eine andere Welt vielleicht. Eine Welt bewohnt von Figuren, die uns kaum zu ähneln sind. Figuren, welche selbst in unserer sonst so unaufhaltsamen Fantasie nicht zu beschreiben wären. Fühlen würd ich mich allein und verlassen, gefürchtet vor dem Unbekannten, das diese Gestalten umgibt. Die Angst, sie seien reeller, wichtiger oder gar besser als unser eins. Angst davor, wir seien doch nicht Gottes grösstes Werk sondern nur eine kleine Zugabe zu dem seinen Besitz.
Meine Gedanken reissen mich in alle Richtungen, wo hin nur damit? Unter der Wolke erwache ich wieder, genauso wie ich vor hin mich meiner Fantasie ergab. War es die Wolke, welche mir diese Überlegungen entlockte oder war meiner selbst, der nur einen Grund gesucht hatte loszuprasseln? Ohne das gedachte fertigzudenken ergebe ich mich wieder der Realität. Verschwunden die Ideen der Wolke, verschwunden die Geschichte die ich darin fand, in der Unwichtigkeit des wahren Lebens.

© by Pascal Gut 2000

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