Schäfer Oliver: VAMPIRJÄGERIN SASKIA HOWARD Teil 1

HARPYIEN IN GRIECHENLAND
Copyright 2002 by Oliver Schäfer [Legacy 014]


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Ich wußte nicht, was los war, denn ich wurde aufgerufen, zum Beratungslehrer zu kommen. Also machte ich mich auf den Weg, raus aus dem Klassenraum und die Treppe hoch in den ersten Stock. Hier sah es aus wie immer. Der Flur zum Lehrerzimmer war mit blauem Teppichböden ausgelegt. Vor dem Lehrerzimmer standen lauter Stühle. Ich setzte mich auf einen davon, holte mir mein Buch raus und las. 30 Minuten später wurde ich aufgerufen.
>>Miss Howard, Sie können jetzt reinkommen<<, rief der Beratungslehrer. Ich ging langsam zur Tür. Plötzlich hörte ich ein Geräusch und schnellte herum.
>>Langsam<<, sagte der Lehrer, der hinter mir stand,>> ich bin doch kein Monster oder so etwas.<<
Ich atmete erleichtert auf und ging dann ins Büro des Beratungslehrers. Das Büro sah super aus. Auf dem Bürotisch standen zwei Blumen und es war total aufgeräumt.
>>Bitte setzen Sie sich doch<<, sagte der Beratungslehrer.
Ich setzte mich und fragte:>>Haben Sie schon meine Nachweise durchgelesen?<<
>>Das habe ich bereits getan und habe auch den geeigneten Job für Sie gefunden.<<
>>Und, was für ein Beruf?<<, fragte ich.
>>Sie werden…<<, er stockte einen Moment.
>>Geisterjägerin.<<
Ich war total sprachlos.
>>Also, ähm so habe ich mir das nicht gedacht, ich dachte ich werde…<<
>>Sie können sich den Job ja mal ansehen. Hier ist die Adresse von den Geisterjägern hier in Kettwig.<<
>>O.K. Wiedersehen.<<
>>Wiedersehen, und denken sie daran, schauen Sie ihn sich mal an.<<


*
Oliver war gerade wieder von der Schule zum Gotteskrieger gekommen, da schellte das Telefon. Langsam ging er auf das bimmelnde Gerät zu, hob den Hörer ab und fragte:
>>Ja, wer ist da?<<
>>Oliver, hier ist Jannis. Du, ich hab ja gerade ein Auslandssemester in Griechenland, und hier ist jetzt das Unglaubliche passiert.<<
>>So? Was denn?<<
>>Hier sind Harpyien aufgetaucht!<<, schrie Jannis ganz aufgeregt ins Telefon.
>>Harpyien?<<, wiederholte Oliver,>>Diese Halb Mensch, Halb Vogeldämonen?<<
>>Genau diese!<<, antwortete Jannis, >>Kommst du?<<
>>Klar komme ich!<<
>>OK. Tschüs!<<
Oliver legte wieder auf und stand für einige Minuten still. Langsam ging er Richtung Besprechungsraum, als es an der Tür klingelte.

*
Ich fuhr mit meinem Wagen bis vor das Gotteskriegersgebäude. Draußen sah ich sehr viele Bäume und eine große Wiese. Den Zündschlüssel drehte ich um, nahm ihn an mich und stieg aus. Langsam ging ich zur Tür. Vorher schaute ich mich noch um. Das Gebiet, in dem das Gebäude stand, ist beeindruckend riesig, Blumen waren vor dem Gotteskrieger gepflanzt worden und das Gebäude sah aus wie ein riesiges Schloß. Langsam gab ich wieder Tempo und lief zur Tür. Ich schellte. Nach 5 Minuten wurde mir die Tür aufgemacht. Ich erschrak.
>>Duuu??<<, fragte ich erstaunt.
Vor mir stand Oliver, mit dem ich in eine Klasse ging.
>>Was hast du denn hier verloren?<<, fragte Oliver.
>>Herr Neumann schickt mich. Ich sollte mir den Job hier mal angucken. Er meinte, der Job wär was für mich<<
>>Na, dann komm erst mal rein. Ich war gerade auf dem Weg zum Besprechungsraum. Dort werde ich den ersten Fall für heute unseren Leuten vortragen.<<
>>Gut<<, sagte ich gespannt und lief hinter Oliver her, in den Besprechungsraum. Nach 500 Metern Fußmarsch waren wir endlich dort.
8 Stühle waren bereits belegt.
>>Darf ich vorstellen?<<, fragte Oliver. >>Dies ist Saskia. Saskia, das sind Commander Birk, Nina Friedrichs, Jim Lachsmann, Hans Stein, Tim Weiss, Tina Stern und Wilburt. Sie will sich den Job mal ansehen.<<
Ich setzte mich auf einen der freien Stühle und Oliver begann mit den Vortrag. „Also, Jannis Kakanis hat gerade ein Semester in Griechenland. Dort scheint es nicht mit rechten Dingen vorzugehen.“
>>Was ist denn passiert?<<, fragte ich.
>>In Griechenland sind gerade heute dämonische Vögel namens Harpyien aufgetaucht. Von Kopf bis Bauch sind sie wie normale Menschen, von Bauch bis Fuß wie Vögel. Also schnappen wir uns die nächste Maschine, aber nicht die nach Memphis, sondern nach Athen. Und zwar werde ich mit Saskia nach Athen fliegen. Dort erwartet uns Jannis am Flughafen. Ihr stellt hier Nachforschungen an. Komm Saskia, wir müssen los.<<
>>OK<<, sagte ich.

*
Jannis legte das Telefon aus der Hand und drehte sich um. Er ging auf die Straße. Da merkte er, daß er seine Liste, wo seine Einkäufe drauf standen, noch im Haus befand. Er machte auf dem Absatz kehrt und ging zurück ins Haus. Er suchte die Liste überall und fand sie schließlich unter dem Wohnzimmerstuhl. Nachdem er sie in der Hand hatte, ging er zu seinem Wagen und fuhr zum Supermarkt. Mit dem Einkaufswagen ging er durch alle Gänge, bis er alle Sachen zusammen hatte. Er bezahlte, packte alles in seine Tüten und ging zum Parkplatz. Als er am Auto ankam hörte er über sich ein Flattern und fuhr herum. Nichts. Er dachte, er hätte sich getäuscht, da erwischte ihn ein schwerer Schlag in den Nacken. Er hörte nur noch ein Kreischen wie von Vögeln. Als er noch auf dem Boden lag, sah er noch, wie ein Menschenvogel sich auf ihn stürzte. Dann wurde plötzlich alles um ihn herum dunkel.

*
Wir bestellten uns ein Taxi und fuhren zum Flughafen. Die Fahrt war alles andere als ruhig, denn wir hatten ausgerechnet einen Taxifahrer erwischt, der nur Elvis Presley hörte. Endlich kamen wir beim Flughafen an. Wir stiegen aus und wollten verschwinden, da rief der Taxifahrer: „Sie haben noch nicht bezahlt!“ Oliver entschuldigte sich und öffnete seine Brieftasche. Er gab ihm das Geld. Wir machten uns auf den Weg in die Schalterhalle. Ich sah, daß ein Schalter fast frei war, machte Oliver darauf aufmerksam und wir gingen zu ihm. Die zwei Tickets waren spottbillig für mich, da Oliver sie bezahlte. Kurz vor dem Flugzeug kam noch das Überwachungsteam auf uns zu und verlangte von uns, daß wir unsere Taschen öffneten. Sie guckten erstaunt in unsere Taschen und fragten, warum wir Waffen nach Griechenland mitnehmen wollten. Als Oliver dann seinen Ausweis rausrückte, war alles geklärt. Wir durften passieren und stiegen so in die Boing 007. Wir hörten die Durchsage des Kapitäns. >>Sehr geehrte Damen und Herren, wir starten in 3 Minuten, machen Sie’s sich bequem und schnallen Sie sich an.<<
Wir schnallten uns an, und schon 1 Minute später rollte die Maschine los und hob ab.
>>Also<<, fragte Oliver, >>Wer ist eigentlich darauf gekommen, daß gerade du als Geisterjägerin arbeiten solltest?<<
>>Das hat alles Herr Neumann getan, er meinte, ich sei sportlich und an Geschichte sehr interessiert, so daß er mir diesen Auftrag gab.<<
>>Nun gut, wir sollten uns ausruhen<<,sagte Oliver, >>Harpyien darf man schließlich nicht unterschätzen.<<
Wir ruhten uns aus. Nach einiger Zeit kam auch das Essen. Wir dürfen uns einen Teller vom Tablett nehmen. Oliver hatte gar keinen Hunger, da es nur Fisch war, wo er doch keinen Fisch ausstehen konnte. Während des Fluges öffnete Oliver seinen Spezialkoffer und zeigte mir die Sachen. Er erklärte mir, daß das Kreuz die beste Waffe gegen das Böse sei. Mit der magischen Formel „Pseudo El Viva Victorian“ ruft man die 4 Gotteskrieger. Wenn das Kreuz einen Dämon berührt, verbrennt er Lichterloh. Die zweite Waffe, die er mir zeigte, war eine Pistole. Er entfernte das Magazin und zeigte mir die Kugeln. Sie waren aus geweihtem Silber, wo eine Formel eingeritzt war. Mit dieser Waffe kann man stoffliche Gegner sofort in die Hölle zurückschicken. Diese Waffen zeigte er mir, und wurde dann müde. Er schlief ein. Ich beschloß, auch etwas zu schlafen, um bei Kräften zu bleiben.

*
Nach 45 Minuten wachte ich wieder auf. Nicht zu spät, denn gerade rief der Pilot aus, daß wir in 15 Minuten in Griechenland ankommen würden. Ich rüttelte Oliver wach und erklärte ihm, daß wir bald landen würden. Schon 13 Minuten später rollte die Boing 007 auf die Landebahn. Wir stiegen alle aus und schauten uns in der Schalterhalle um. Es war kein Jannis zu sehen. Oliver ließ ihn sogar ausrufen doch er kam nicht.
>>Mann, mach ich mir Sorgen!<<, sagte Oliver.
>>‘Ne Idee, was wir tun sollen?<<, fragte ich.
>>Nö!<<
>>Gut, aber ich. Wir schauen mal, wo Jannis hier in Athen wohnt.<<
>>Gute Idee. Daß ich nicht selbst darauf gekommen bin.<<
>>Manchmal hilft es auch, sein Gehirn anzustrengen, Oliver!<<
>>Gehirn? Welches Gehirn?<<
Ich lachte und wir machten uns auf den Weg nach draußen, unser Ziel war die Taxistation. Die Taxis hier sahen anders aus als die in Germany, fiel mir auf, und stieg mit Oliver ein.
>>Wo wollen Sie hin?<<, fragte der Taxifahrer.
>>Einwohnermeldeamt<<, antworte Oliver.
Sofort startete der Taxifahrer den Motor und wir fuhren los.
Die Fahrt dauerte nicht allzu lange. Diesmal gaben wir dem Taxifahrer sofort das Geld und gingen ins große Gebäude rein. Sofort kam uns eine nette Sekretärin entgegen.
>>Was wollen Sie?<<, fragte die Sekretärin.
>>Also, erst mal zu Ihrem Chef!<<, antwortete Oliver patzig.
>>Kommen Sie bitte mit.<<
>>OK<<, sagte ich.
Wir folgten der Sekretärin, bis wir vor einer Tür stehenblieben. Wir klopften an und gingen hinein. Der Chef begrüßte uns freundlich und fragte, was wir denn wollten. Oliver zückte sein Ausweis.
Der Mann schaute erstaunt.
>>Gotteskrieger Germany, was haben sie denn hier verloren?<<, fragte er.
>>Wir suchen einen jungen Mann namens Jannis Kakakianis<<.
>>Moment, ich schaue mal eben nach<<, sagte er.
Nach einigen Minuten hatte er endlich die Adresse raus. Er gab sie uns und wir dankten ihm. Wir machten uns nun auf den Weg. Auf der Straße hielten wir wieder ein Taxi an. Wir stiegen ein und fuhren zu der Straße, wo unser Kamerad Jannis wohnte.
Wir schellten an und warteten ganze 10 Minuten. Dann schlug ich vor:
>>Schauen wir doch mal, ob die Tür auf ist!<<
Mein Vorschlag war eine glatte Niete, die Tür war nicht offen, sondern abgeschlossen. Danach wurde es mir zu bunt. Ich nahm die Pistole von Oliver und schoß die Tür auf. Wir waren drin. Ich ging Richtung Wohnzimmer und sah einen Zettel auf dem Tisch liegen.. Jannis hatte dort ein Datum aufgeschrieben, und außerdem was er am Tag noch machen wollte.
>>Was hast du denn gefunden?<<, fragte Oliver
>>Das ist ein Zettel, wo drauf steht, was…<<
Mein Satz hörte plötzlich mittendrin auf, weil ich eine kreischende Stimme hörte.
>>OK, du gehst rein und zerstörst sämtliche Beweise, die gegen uns gerichtet sind.<<
Die Stimme klang schrill, selbst Oliver zuckte zusammen. Schnell suchten wir uns ein Versteck. Ich nahm den Schrank, und Oliver versteckte sich unter dem Bett. Was ich sah, stockte mir den Atem. Es kamen zwei Harpyien in den Raum. Ich sah das Bett wo Oliver drunter lag. Ich sah ihn auf einen der beiden Dämonen zielen. Er feuerte. Die Harpyie schrie auf. Als sich die Andere, die vor dem Schrank stand, umdrehte, stieß ich die Schranktür auf, genau in den Rücken der Harpyie rein. Der Dämon flog sofort an die nächste Wand. Sie wollte sich gerade aufrichten, als sie merkte, daß ich auf sie zielte. Der Vogeldämon schaute sich hilflos um. Es sah schließlich sehr mau für ihn aus. Sein Kollege war nur noch ein Häufchen Asche, und er blickte in zwei Pistolenmündungen. Ich fragte:
>>Was habt ihr hier zu suchen, ihr Mistdämonen?<<
Mit einer lauten patzigen Kreischstimme bekam ich die Antwort.
>>Wiiir wollen Beweise vernichten, mit denen Jannis uns in der Zange hatte.<<
>>Wo ist Jannis jetzt?<<, fragte Oliver interessiert.
>>Err ist bei unseren Brüdern in der Unterweltburg.<<
>>Dann hol ihn zurück!<<, schrie ich die Harpyie an.
>>Niemals!<<
Oliver sah rot. Er sieht zwar nie schnell rot, aber jetzt war es knallrot. Er hob die Waffe und schoß. Er hätte die Harpyie nie verfehlen können, da sie genau vor ihm saß. Die Harpyie schrie auf, stand auf und flog durch das Fenster davon. Über der Stadt entfacht die Silberkugel ihre volle Wirkung. Wir sahen nur noch eine brennende Harpyie, die schon 5 Sekunden später vom Himmel fiel.

*
Jannis wachte in einem düsteren, kalten Kerker auf. Er wußte nicht, wie lange er bewußtlos gewesen war. Das Einzige, wo er sich noch dran erinnerte, war, daß ihn 2 Harpyien angegriffen haben. Er schaute sich um. 2 Regale standen in dem kleinen Gefängnis, ein Bett fand er ebenfalls. Er wollte sich gerade hinlegen, klappte die Decke zurück und, er erschrak. Vor ihm lag ein Skelett, halb abgenagt von Vogelschnäbeln. Jetzt wußte er, was mit ihm vielleicht passieren würde. Er wußte genau, was mit der Welt passieren würde, wenn die Harpyien die Herrschaft auf Erden übernehmen würden. Er erinnerte sich an die alte Prophezeiung, die er mal gelesen hatte:
Wenn die Harpyien die Herrschaft auf Erden übernehmen werden, werde ich, Hades, der Todesgott der Griechen, auf die Erde heraufsteigen und Chaos und Verwüstung über das Land bringen. Dämonen werden das Land beherrschen, und ihre Gier wird unersättlich sein. So sprach Hades, Gott der Unterwelt.
Jannis erinnerte sich noch ganz genau an diese Prophezeiung. Er ging nun ganz langsam zum Fenster der Zelle. Draußen sah er den Thronsaal der Harpyienkönigin. Die Königin stand ganz in der Mitte dieses Saals. Plötzlich sah er, daß sich die Tür zum Saal öffnete. Eine dumpfe, böse und auch dämonische Stimme fragte.
>>Und, ist alles bereit für den Angriff auf die Erde?<<
Jannis fühlte plötzlich ein flaues Gefühl in der Magengegend. Er fürchtete sich vor diesem Mann, und ganz zu recht. Diese Gestalt hatte einen dunklen, schwarzen Mantel um und die Kapuze führte bis über den Kopf. Doch das Gesicht war das schlimmste, was er je gesehen hatte, sein Gesicht bestand aus Feuer, schwarzen Augen und einem riesigen Mund.
>>Es dauert nicht mehr lange, Meister Hades<<, beantwortete die Harpyienkönigin die Frage, >>Wir müssen nur noch abwarten<<.
Jannis hätte nie gedacht, daß Hades so furchtbar aussah. Er wendete sich ab und lief durch die Zelle. Doch wie von Geisterhand öffnete sich die Zellentür und eine Harpyie erschien. Jannis erschrak.

*
Wir mußten handeln, sonst war es vielleicht für Jannis zu spät. Wir hatten bei ihm seine Wagenschlüssel gefunden, wo der Wagen stand, wußten wir ja, weil wir seine Liste durchsucht hatten. Wir rannten aus dem Haus raus und liefen zum Supermarkt. Dort nahmen wir den Wagen von Jannis und fuhren los. Ein Ziel hatten wir ja nicht, denn schließlich wußten wir nicht, wo der Eingang zur Unterwelt überhaupt war. Ich machte den Vorschlag, zu einem Gelehrten der griechischen Mythologie zu gehen.
>>Gute Idee<<, sagte Oliver und hielt an der nächsten Telefonzelle. Er sprang aus den Wagen, lief zur Telefonzelle und schaute sich das Telefonbuch an. Nach 30 Minuten kam er endlich wieder und sagte:>>Wir haben hier eine Adresse eines gewissen Al Versus, wohnt in einer Villa am Kap Sunion.<< Oliver trat in das Gaspedal und wir fuhren los. Wir mußten durch einen kleinen Wald durch. Oliver fragte:>>Was ist eigentlich dein, verdammt…<<
Ich wußte was Oliver mit diesem Wort meinte, denn im Gegenverkehr kam uns eine Harpyie auf der falschen Spur entgegen geflogen. Oliver riß das Lenkrad zur Seite. >>Raus!<<, schrie er.
Schnell schnallten wir uns ab, rissen die Tür auf und sprangen raus. Das Auto krachte gegen den nächsten Baum. Im Fall zog ich meine Waffe und schoß. Die Kugel traf genau das häßliche Gesicht der Harpyie. Der Vogeldämon schrie, auf bis ihm Kopf explodierte..
>>Meine Güte!<<, stöhnte Oliver,>>Totalschaden.<<
>>Das kommt davon, wenn man nicht Autofahren kann<<, stöhnte ich erleichtert auf.
Wir schauten uns das Autowrack genau an. Das Auto war genau von dem Baum gespalten worden.
>>Scheiße, wie soll ich das dem Jannis bloß erklären?<<, fragte Oliver.
>>Sag ihm einfach, daß du das nicht warst, das hilft immer!<<, schlug ich vor.
Der letzte Weg war eher kurz, wir hatten noch genau 20 km bis Kap Sunion vor uns. Nach 10 km öffnete Oliver sein Rucksack und entnahm ihm 2 Brote. Er gab mir eins davon und aß das andere.
>>10 km, das ist wie von Kettwig nach Werden und wieder zurück<<, sagte Oliver. Die 10 km waren sehr kurz, wir hatten uns die Zeit vertrieben mit Witze erzählen und Scherze machen. Endlich kamen wir dann auch bei der Villa von Al Versus an. Wir klopften, da nirgendwo eine Klingel zu sehen war. Es wurde uns geöffnet, und ein dicker Mann, an die 40 Jahre, öffnete uns die Tür.
>>Mister Versus?<<, fragte ich.
>>Ja?<<
>>Wir haben ein paar Fragen an Sie<<, sagte Oliver.
>>Kommen Sie rein, aber warum haben Sie denn nicht die Klingel benutzt?<<
>>Klingel? Da war keine Klingel!<<
>>Dann schauen Sie doch einfach mal zur Decke!<<, antwortete er.
Wir folgten dem dicken Mann in seine Wohnung. Sie war sehr riesig. In der Bibliothek blieb er stehen und sagte: >>Setzen Sie sich.<<
Wir bedankten uns und schauten uns um. Überall standen Regale mit Mythologischen Geschichten, wie zum Beispiel Odysseus. Al setzte sich uns gegenüber.
>>Was wollen Sie denn wissen?<<, fragte er.
>>Hier, in Griechenland sind schon öfters Harpyien gesichtet worden. Sie haben sogar einen Freund von uns entführt. Wissen Sie, wo er sein könnte? Ich meine, Sie für Gelehrter der griechischen Mythologie, müßten doch wissen, wo die Harpyien wohnen, und vielleicht auch, wo sie unseren Freund hingeschleppt haben.<<, redete ich schnell und flüssig.
>>Das kann eigentlich nur das Dorf der Harpyien sein, das in der Unterwelt ist.<<, antwortete er.
>>Und wo ist der Eingang zur Unterwelt?<<
>>Kreta, besser gesagt, in dem Labyrinth des Minotaurus, dort gibt es eine Höhle, die in die Unterwelt führt, wo Zerberus den Eingang bewacht.<<
>>Danke, Sie haben uns sehr geholfen<<, sagte Oliver.
Wir verabschiedeten uns und gingen aus dem Haus raus.
>>Wie kommen wir nach Kreta?<<, fragte ich.
>>Wie wär’s mit einem Schiff!<<, schlug Oliver vor.
Ich wußte, daß ich gerade eine blöde Frage gestellt hatte. Wir gingen also los, um uns zwei Tickets zur Insel Kreta zu kaufen. Die Schlange war 30m lang. Endlich kamen wir nach 20 Minuten an den Schalter. Der Verkäufer bat uns, Morgen noch mal wiederzukommen, da die Tickets schon ausverkauft waren. Wir beschlossen, uns ein Hotel zu nehmen.
>>Wir nehmen uns am besten das 7-Sterne-Hotel<<, sagte Oliver. Wir nahmen das Hotel in Athen, das “Hotel zum Poseidon“ hieß. Wir kamen zum Schalter und fragten, ob noch ein Zimmer frei wäre. Der Portier schrieb unsere Namen auf und führte uns zu unserem Zimmer.
>>Dies ist Ihr Zimmer, im Erdgeschoß ist ein exklusives Restaurant, mit wundervoller Tanzmusik, daß wäre doch was für Sie, oder?<<
>>Ich kann nicht tanzen, außerdem bin ich nicht hier, um Spaß zu haben, sondern um Dämonen zu jagen. Apropos Dämonen, haben Sie hier je ‘ne Harpyie fliegen sehen?<<, fragte Oliver.
>>Meinen Sie solche Viecher, die Halb Mensch, Halb Vogel sind?<<
>>Genau die, wo haben sie…<<
>>Nein, habe ich hier noch nie gesehen, aber ein paar Hotelgäste haben diese Dämonen gesehen.<<
>>Kann ich mit diesen Gästen sprechen?<<
>>Klar, aber erst, wenn sie wieder da sind.<<
>>Wieso? Sind sie weg?<<
>>Nicht direkt, sie wollten nur den Monstren nach!<<
>>Wie bitte?<<
>>Ja, den Monstren, sie haben gesehen, wie sie Richtung Kreta flogen.<<
>>Naja, heute können wir nichts mehr tun. Komm Saskia, wir gehen ins Restaurant.<<
Wir sind wieder die Treppe nach unten gegangen und haben uns auf dem Weg rechts gehalten. Das Restaurant war riesig, aber es waren kaum Gäste da. Ich habe schon an das Schlimmste gedacht, denn wenn die Gäste den Vögeln gefolgt sind, werden sie dann auch garantiert in eine Falle laufen. Wir setzten uns an einem wunderschönen Tisch, wo eine Kerze drauf brannte. Als wir gerade bestellen wollten, kamen 6 Personen auf uns zu.
>>Guten Tag. Ähm, dürfen wir uns setzen?<<, fragte ein dicker, fetter Mann.
>>Klar!<<, antwortete Oliver einfach so. Ihm schien alles egal zu sein.
>>Danke. Wissen Sie, mein Name ist John Henrichsons, und dies ist meine Frau Fannie.<<
>>Sehr angenehm!<<, sagte ich.
>>Was bringt Sie denn nach Griechenland?<<, fragte Oliver erstaunt.
>>Tja, ähm, meine Frau, wissen Sie, geht gerne auf Märke und schaut sich so die Angebote an. Also, für mich ist das nix, da schaue ich mir doch lieber das Labyrinth an<<, redete er stotternd.
>>Welches Labyrinth willst du dir denn anschauen, John?<<, fragte seine Frau. Mister Henrichsons schaute in die Gegend, als ob er verfolgt wird, und antwortete dann: >>Na, das Labyrinth des Minotaurus, dieses alte, halb zerfallene Gebäude!<<
>>Neeeeiiiiiin!!<<, schrie Oliver ihn an.
>>Ähm, was hat der denn?<<, fragte John mich.
Ich erklärte ihm, was dort in der Nähe des Labyrinths war, und was hier auf dem Festland so passiert war. John staunte nicht schlecht. Er meinte allerdings, daß dies nur Sagen und Erzählungen wären, nicht die Realität.
Ich schaute mich nervös um und merkte, daß Oliver nicht mehr da war. Sofort sprang ich auf und rannte raus. Ich hörte John noch flüstern: >>Merkwürdige Leute sind das hier!<<

*
Ich rannte, so schnell ich konnte. Kurz am Portiersschalter bremste ich. Oliver stand dort und schaute mich an.
>>Wieso bist du gegangen?<<, fragte ich.
>>Wieso gegangen? Ich habe doch nur zu laut “Neiiiiin!!“ geschrien, und da hat mich der Kellner rausgeworfen, und dann habe ich ihn noch Pinguin genannt.<<
>>Tja, man sollte seine Zunge im Zaum halten!<<, lachte ich.
Wir gingen sofort auf unser Zimmer und schliefen bis 6 Uhr morgens.

*
Ich wußte nicht, wie, aber plötzlich schreckte ich vom Geräusch des Weckers auf. Ich zog mich an, während Oliver noch schlief. Schnell lief ich zum Portier und fragte, wo man hier denn Schiffskarten nach Kreta bekommen könnte. Er sagte mir, daß neben dem Hotel ein Laden sei, wo es diese Karten gäbe. Also ging ich aus dem Hotel raus und zum Nebenladen.
>>Haben sie Tickets für die nächste Schifffahrt nach Kreta?<<
>>Klar!<<
>>Gut, dann 2 Karten, bitte.<<
Er gab mir die zwei Karten und ich bezahlte 200 DM.
Ich schlich danach wieder ins Hotel und in unser Zimmer. Oliver war in der Zeit aufgewacht und fragte, wo ich denn gewesen sei. Er staunte nicht schlecht, als ich die Tickets aus meiner Tasche zog.
>>Moment, ich ziehe mich eben an, und dann können wir ja fahren<<, sagte er.
Als er sich fertig gemacht hatte, gingen wir noch zum Portier und ließen uns ein Taxi bestellen. Der Wagen kam schon 10 Minuten später, als wir zum Taxi gingen, schaute ich noch eben auf das Nummernschild. Ich las langsam vor: >>Wagen 17<<, las ich.
Wir stiegen ein, und Oliver sagte: >>Nach Kap Sunion, bitte.<<
>>Wieso? Memphis ist doch auch schön!<<, sagte der Taxifahrer.
>>Mann, hör auf, sonst werde ich ungemütlich!<<, sagte ich. >>Es geht um die Rettung der Welt.<<
Der Taxifahrer, welcher sich als Ützwurst vorstellte, startete den Wagen und fuhr los. Ich erzählte, daß ich von Griechenland schon immer geträumt hatte und schon immer mal hierhin wollte.
>>Ich wollte hier auch schon immer mal hin!<<, sagte Oliver.
Als wir endlich am Kap Sunion ankamen, stiegen wir aus und gaben Ützwurst sein Geld. Sofort gingen wir zum Steg, wo das Schiff schon bereit stand. Wir gingen zu dem Vorderdeck und legten uns auf je eine Liege.
>>Na, wen haben wir denn da?<<
Wir zuckten zusammen.
>>Hallo, John!<<, begrüßte ich ihn. Er setzte sich uns gegenüber und fragte spöttisch: >>Na, auf Geisterjagd?<<
Darauf gaben wir keine Antwort.
Wir verbrachten eine schöne Fahrt mit John. Er erzählte uns, daß er aus Ohio kam, und fast immer auf Reisen wäre.
Ich fragte, wo er denn seine Frau gelassen habe. Er sagte, daß sie keine Lust gehabt hätte, mitzukommen, da sie lieber auf den Markt ging. Plötzlich hörten wir neben uns ein Rauschen, ein häßliches Blubbern und noch so einige Geräusche. Wir schaute uns um, woher diese Geräusche gekommen waren. Plötzlich tauchte eine riesige Krake aus dem ägäischen Meer auf. Olivers Kreuz meldete sich nicht. Wir wunderten uns. War dieses Riesenvieh uns vielleicht freundlich gesonnen? Da bemerkten wir die Gestalt auf dem Rücken der Krake. Es war eine 3 Meter große Gestalt, die ganz silbern aussah, mit großen, goldenen Flügeln.
>>Ich grüße euch!<<, redete die Gestalt auf uns ein. >>Ich bin der eiserne Engel aus Atlantis und bin gekommen, euch zu warnen. Hades, der Gott der Unterwelt, hat diese Harpyien aufgescheucht, um Griechenland zu unterwerfen und Zeus zu besiegen. Ihr müßt sehr auf euch aufpassen, denn es ist sehr gefährlich!<<
>>Danke für die…<< Meine Stimme unterbrach, da sie wieder unter der Wasseroberfläche verschwanden.
>>Hades<<, sagte Oliver besorgt, >>könnte gefährlicher werden, als ich dachte!<<
Das Schiff legte schon 5 Minuten später an Kreta an. Wir stiegen sofort auf den Berg Ida, wo das Labyrinth des Minotaurus stand. Das Labyrinth war total zerstört, es schien schon etwas länger zerstört. Sofort sahen wir, daß das Labyrinth an einem großen Berg endete. Als wir dorthin gingen, sahen wir einen kleinen Schlitz im Berg. Oliver schaute durch und sagte mir, daß hinter dieser dünnen Felswand eine Höhle anfing. Wir traten gegen die Wand. Nach 30 Tritten war der Fels nur noch ein Häufchen, das auf dem Boden lag.
>>Das Böse hat sich dies gut ausgedacht<<, sagte Oliver, >>niemand tritt einfach gegen eine Felswand. Naja, jetzt ist die Tarnung aufgeflogen.<< Wir sahen, daß es in der Höhle stockfinster war. Plötzlich hörten wir Schritte.
Wir schnellten herum.
>>Langsam, langsam<<, sagte John, >>sie haben schließlich auch schon den Berg Ida ein wenig zerstört!<<
>>Ähm, John<<, fragte ich, >>haben Sie vielleicht eine Taschenlampe?<<
>>Ich verleihe sie nicht!<<, antwortete John.
>>Dann kommen sie doch einfach mit!<<
Er sagte, daß dies eine gute Idee sei, und wir schlichen langsam in die Höhle. Wir gingen vorsichtig durch den Gang. Plötzlich wurde der Boden unter uns weich und bröckelig. Wir stürzten 4 m tief und fielen hart auf die Erde. Oliver richtete sich zuerst auf.
>>Ach du Scheiße!<<, sagte er.
>>Was hast du denn?<<, fragte ich.
>>Sieh selbst!<<
Ich schaute mich um und sah, daß die Schlucht, wo wir runtergefallen waren, weiter, nach unten ging. Oliver erzählte mir, daß wir da runter müßten. Wir kletterten die große, dunkle Schlucht langsam nach unten. Es dauerte 2 Stunden, bis wir endlich unten waren. John leuchtete in alle Ecken.
>>Wo sind wir hier?<<, fragte John.
>>Tja, John<<, antwortete ich lachend, >>wohl doch die Wirklichkeit.<<
Ich erklärte ihm, das dies die Unterwelt sei. John schaute sich um, leuchtete in die rechte Ecke und sah plötzlich lauter Menschenskelette.
>>Mist!<< Ich gruselte mich. Ich war schließlich daran noch gar nicht gewöhnt.
>>Oh!<<, sagte John ganz erstaunt.
Wir bewegte uns und liefen auf eine Höhle zu. Kurz vor ihr blieben wir stehen.
>>Danke, echt nett!<<, sagte John. >>Ich möchte hier wieder raus.<<
>>Hättest du uns die Taschenlampe geliehen, wärst du jetzt nicht hier<<, sprach Oliver. Das Wortgefecht hörte man in allen Wänden.
>>Ja, aber dadurch hätte ich die Taschenlampe auch nicht wieder gekriegt!<<
Plötzlich sah ich zwei leuchtende Augenpaare in der Dunkelheit der Höhle. Unter diesen Augen sah ich zwei aufgerissene Mäuler. Das Vieh, daß im Dunkeln auf uns wartete, fauchte ganz laut. Plötzlich sah ich uns Feuer entgegenfliegen.
>>Zur Seite!<<, schrie ich, und fast gleichzeitig sprang ich zur Seite.
Oliver und John warfen sich auch auf den Boden. Vor Schmerzen und mit einer Brandwunde am Rücken lag ich auf dem Boden. Plötzlich hörte ich direkt neben mir eine riesige Pfote auf dem Boden knallen. Ich schaute nach oben, direkt zu einem häßlichen Monster. Das Vieh hatte vier Augen und zwei große Mäuler mit fletschenden Zähnen. Es war ganz schwarz, und Funken sprühten aus den Nasen und den beiden Mäulern. Ich wußte sofort, wer oder was dieses Monstrum war. Es war der Höllenhund Zerberus. Plötzlich schoß einer der Köpfe vor, genau auf mich zu. Ich rollte mich ab und der Kopf knallte neben mir auf den Boden. Ich hörte nur den Schmerzensschrei des Zerberus. Ich hob meine Pistole und schoß Zerberus in seinen Bauch. Der Dämon heulte auf, als die Silberkugel ihn traf. Oliver war nun auch wieder bei Sinnen. Er wollte gerade das Kreuz heben und die magischen Worte sprechen, da traf ihn die Pfote von Zerberus. Er schrie auf und fiel auf den Boden. Plötzlich sah ich, wie eines von Zerberus‘ Mäulern den Fuß von Oliver packte. Oliver verlor das Kreuz. Ich hechtete mit einen Seitensprung hin, nahm das Kreuz und sprach: >>Pseudo El Viva Victorian<<.

Man sollte die Erzengel zwar erst im Notfall rufen, doch dies war ein Notfall.
Wie aus heiterem Himmel erhellte sich das Kreuz und warf 4 Lichtstrahlen in den Raum. Schon 3 Sekunden später standen die Erzengel Michael, Raphael, Gabriel und Uriel in dem Raum. Danach ging alles total schnell. Die Erzengel flogen auf Zerberus zu und schlugen mit allen Kräften die sie hatten, zu. Zerberus brüllte auf und ließ Oliver los, der auf den harten Steinboden fiel. Nach einiger Zeit war Zerberus endlich zu schwach, fiel in ein Koma und verschwand im Feuer, welches ihn auffraß. Ich rannte schnell zu Oliver.
>>Wie geht’s?<<, fragte ich.
>>Mir ging es schon mal besser!<<, antwortete Oliver mit einem Lächeln auf den Lippen.
>>Ist Zerberus tot?<<, stellte ich meine zweite Frage.
>>Ich denke nicht!<<, sagte Oliver. >>Er wurde von Hades erst mal wieder zurückgeholt.<<
Ich sah mir Olivers Wunde an, die stark blutete. John kauerte in einer Ecke und hatte Angst.
>>He, John, hast du Verbandszeug mit?<<
>>Ne, woher denn?<<
>>OK, dann bleibst du hier bei Oliver und ich gehe…<<
>>Moment!<<, sagte Oliver. >>Ich kann dich nicht alleine gehen lassen, schließlich trage ich hier die Verantwortung.<< Er stand auf, doch gehen konnte er nicht mehr. Oliver riß sich etwas von seinem Hemd ab, und band es sich um den Fuß. Er stand auf und konnte sich nun auch endlich wieder fortbewegen. Also gingen wir immer weiter auf die Höhle zu. Die Taschenlampe war immer noch an, und John fragte sich, wann die Batterie denn leer sei. Wir liefen durch einen langen dunklen Gang. Aus jeder Ecke hätte man uns hier angreifen können, aber keiner tat es. Endlich sahen wir ein helles Licht am Ende des Gangs. Mit unseren Füßen traten wir zuerst aus der Höhle raus. Was ich hier sah, stockte mir den Atem, Lava war fast überall, kleinere Brücken erlaubten den Weg über die Lava zu kleineren Inselchen.
>>Wo sollen wir denn hier bloß Jannis finden?<<, fragte ich.
>>Er müßte hier irgendwo, auf einen der vielen Inseln hier sein<<, antwortete Oliver.
Ich wußte nicht, auf welcher Insel er hier sein sollte, aber weit konnte er nicht sein.
>>Ähm, Saskia<<, sagte Oliver. >>Vielleicht habe ich keine Gelegenheit mehr hierzu, dir dies zu sagen, deswegen sage ich es dir jetzt: Ich liebe dich!<<
Ich war total erstaunt und fragte mich, warum er es gerade jetzt und an diesem Ort sagte.
Darauf fand ich nur eine kurze Rede: >>Das, was du gesagt hast, war ja ganz nett, doch jetzt sollten wir erst mal euren Kollegen finden.<<
Oliver war erleichtert, daß er die Worte endlich mal über die Lippen gebracht hatte. Wir gingen weiter und nahmen die Brücke ganz links. Auf der Insel, auf die wir zugelaufen sind, stand eine riesige, schwarze Burg. Wir liefen über die Hängebrücke. Plötzlich wurden wir von 2 Harpyien angegriffen. Eine griff uns von vorne, die Andere von hinten an. Oliver schoß auf die Hintere und ich auf die Vordere. Oliver konnte sich nicht mehr richtig konzentrieren und seine Hand zitterte, da die Wunde immer noch wie Feuer brannte. Er verfehlte die Harpyie, die sich sofort wieder abhob und zur Burg flog.
*

Die Harpyienkönigin freute sich. Endlich war die Zeit gekommen, wo Hades fast der Welt unterjochen konnte. Sie wollte sich gerade, wieder auf den Weg zu Jannis machen, da kam jemand angeflogen.
>>Was ist? Warum störst du mich?<<
>>Entschuldigung, Herrin, aber draußen sind 3 Leute auf dem Weg hierher.<<
>>Waaas?<<, schrie die Königin auf. >>Hier, in der Unterwelt, dann ziehe sie schnell aus dem Verkehr.<<
>>Jawohl, Herrin!<<
Jannis, der das Gespräch mit anhörte, war erleichtert. Endlich war Oliver gekommen. Doch wer waren die anderen 2? Damit wußte er nichts anzufangen.

*
Endlich hatten wir die lange Brücke hinter uns gelassen. Nun mußten wir nur noch in die Burg reinkommen. Langsam schlichen wir zur Burg.
>>Boah, was für eine riesige Burg!<<, sagte ich.
Endlich hatten wir auch das Burgtor erreicht.
>>Mein Gott, wie sollen wir denn da rein kommen? Ähm, John, hast du vielleicht einen Schlüssel?<<, fragte Oliver
>>Woher soll ich den denn nehmen?<<, fragte John.
Plötzlich hörten wir ein Knarren. Langsam gingen die schweren Holztüren auf. Wir versteckten uns und sahen lauter Harpyien aus der Burg raus strömen. Als die letzte Harpyie endlich draußen war, rief ich: >>Jetzt!<<
Wir rannten zum Tor und schafften es noch rechtzeitig, bevor es sich wieder schloß. Wir waren endlich in der Burg. Oliver schaute sich um. Harpyien sah er keine, aber dafür ein kleines Gitter, das an einer der Wände befestigt war. Er ging hin und rief:>>Jannis, bist du da drin?<<

*
Jannis konnte es nicht glauben. Es war sein Name, den er da gehört hatte. Er rief: >>Ja, ich bin hier gefangen! Holt mich hier raus!<<
Eine Zeit lang hörte er nichts mehr. Doch plötzlich hörte er ein Schuß und die Tür flog auf.
>>Du?<< Jannis war sprachlos, als er Saskia plötzlich sah.
>>Keine Zeit jetzt, Jannis, wir müssen weg.<<
Jannis lief ihr nach, bis zum Burghof. Dort standen sie auch alle. Jannis zuckte zusammen.
>>Vorsicht!<<, schrie er.

*
Oliver hatte die Warnung gehört und wirbelte herum.
>>Ihr habt hier nichts zu suchen, Menschen!<<, schrie die Harpyienkönigin.
Sie stürzte sich auf John, der total wehrlos war. John warf sich noch zur Seite. Dann kam ich ins Spiel. Ich rannte auf die Harpyie zu und schoß 2 Silberkugeln ab. Die Kugeln trafen genau in die beiden Flügel der dämonischen Harpyie. Die Harpyie stürzte zu Boden. Vor Schmerzen konnte sie nicht mehr aufstehen. Sie schaute genau in meine Mündung.
>>Was hat Hades vor?<<, fragte ich sie.
>>Er will…<<
Ich hatte nicht rechtzeitig reagiert. Mitten im Satz hörte die Harpyie auf zu sprechen, riß ihre Beine hoch, genau gegen meinen Arm. Die Wucht war gefährlich. Ich landete genau neben einem Lavaloch. Die Harpyie stürzte sich wieder auf mich. Mit einem Tritt katapultierte ich die Harpyie weiter ins Lavaloch. Sie schrie, als sie verbrannte.
Stark keuchend drehte ich mich um: >> Ihr hättet mir ruhig helfen können!<<, sagte ich.
Plötzlich rüttelte die gesamte Burg. Schnell liefen wir raus und über die Brücke. Plötzlich knallte Oliver gegen eine Wand.
>>Scheiße! Wo ist den der Ausgang hin?<<
Dann sahen wir die schlimme Wahrheit: Der Ausgang wurde gesprengt. Wir setzten uns hin und überlegten, was wir tun sollten.
>>Was ist denn los?<<
Wir erblickten plötzlich den Engel aus Atlantis.
>>Wie ich sehe, steckt ihr in der Klemme. Ich werde euch zu einem Ort teleportieren, wo Hades keinen Einfluß drauf hat, und zwar nach Theben.<<
Plötzlich wurde alles um uns blau und wir landeten in Theben. Wir dachten, wir hätten Hades endlich abgeschüttelt, ein fataler Irrtum.

*
James T. Cromwell war Engländer und zu Besuch in Griechenland. Er hatte alle Sehenswürdigkeiten gesehen. Er war gerade auf der Heimfahrt, als ein dunkler Mann ihm entgegen kam. Cromwell bremste stark, damit er den Mann nicht umfuhr. Cromwell stieg aus seinem Wagen.
>>Sagen sie mal, sind sie wahnsinnig geworden?<<, schrie er den Mann an.
Der Mann sagte nichts, sondern blieb einfach still stehen. Cromwell erschauerte. Er fürchtet sich vor dem Mann, und das nicht zu Unrecht. Der Mann hatte eine lange Kutte um, wo seine Kapuze bis zum Kinn reichte.
>>Na, ähm, dann fahre ich erst mal wieder weiter…<<, sagte Cromwell.
>>Du fährst nirgendwo hin!<< Ein fast unnatürlicher, kalter und stinkender Atem entfachte Cromwell entgegen. Der Mann kam näher. Cromwells Beine waren wie gelähmt. So gern er es auch wollte, er konnte seine Beine nicht bewegen. Der Unheimliche lachte siegreich. Er hob seine Finger langsam zur Kapuze und zog sie zurück. Cromwell erstarrte. Er sah die gleiche Fratze wie auf den Vasen im griechischen Museum in Athen. Jetzt erinnerte er sich auch, an die Schrift unter der Vase. Er wußte, das es Hades war, und….
Weiter überlegen konnte er nicht, denn wie aus heiterem Himmel tauchten Flammen wie aus dem Nichts auf, und umschlungen Cromwell. Er versuchte, sich auf dem Boden noch zu löschen, doch hoffnungslos. Er wußte jetzt auch, daß man Feuer aus der Unterwelt nicht löschen konnte. Nach dieser Erkenntnis starb er den fürchterlichen Flammentod.

*
Theben, eine dunkle Stadt, eine kaputte Stadt. Theben war schon seit einigen Jahren nicht mehr heile. Jannis hielte sich den Kopf. Er hatte Kopfschmerzen und wußte nicht, woher sie kamen. Ich hatte keine Zeit, mich um ihn zu kümmern. Lange dachte ich nach, wie wir Hades wieder in seine Schranken verweisen könnten.
>>Er könnte ja einen Kumpanen unter den Menschen haben<<, glaubte Oliver.
>>Oder einen Magier!<<, sagte ich.
Wir nahmen uns den nächsten Bus, der uns wieder nach Athen zurückfuhr. Ich nahm Platz und wunderte mich, daß der Bus so leer war. Nach einigen Haltestellen stieg endlich der Erste ein. Es war ein dünner, mit dunkellila gefärbten Umhang, der bis auf den Boden reichte. Er setzte sich genau neben mich. Als ich ein Blick auf seine Tasche warf, sah ich ein Buch der Beschwörungen. Ich unterhielt mich ein wenig mit ihm:
>>Tag, Sir, wo soll die Fahrt denn hingehen?<<
>>Nach Athen<<, sagte der Mann.
>>Und wo genau?<<, drängte ich weiter.
>>Zum Hotel Poseidon<<, antwortete dieser.
>>Wie heißen sie?<<
>>Mein Name ist Lord Blackfield und ich bin ein großer Magier.<<
Ich unterbrach das Gespräch. Oliver blickte warnend zu mir rüber.
Als die Fahrt endlich zu Ende war, stiegen wir in Athen aus. Lord Blackfield kam wieder auf mich zu. Er packte mich am Kinn und redete in einem warnenden Ton: >>Wenn ihr weiter Detektiv spielen wollt, verschwindet lieber aus der Stadt, denn Hades sieht alles und jeden!<<
Schnell hob er die Arme, bevor ich ihn etwas fragen konnte, und war in einer Rauchwolke verschwunden. Ich griff ins Leere. Oliver sagte, daß ich mir keine Vorwürfe machen bräuchte, der käme schon wieder. Nach 13 Minuten Fußmarsch waren wir endlich wieder am Hotel Poseidon angelangt. Jannis sagte:>>Ich laufe die paar Meter noch weiter nach Hause, ein Zimmer zu bestellen ist mir zu teuer.<<
Wir verabschiedeten uns und gingen hoch. Vor der Zimmertür von den Henrichsonss stand Fannie.
>>Wo bist du gewesen, Dicker?<<
>>Ich habe dir doch gesagt, daß ich nach Kreta wollte.<<
>>Du hättest mir vorher aber trotzdem den Zimmerschlüssel geben können<<, sagte Fannie patzig.
Wir lachten und gingen in unser Zimmer. Oliver ging sofort ins Bad, um seine Wunde zu reinigen, die immer noch blutete. Ich legte mich hin und schlief ermüdet ein. Meine Träume waren alles andere als gut. In ihnen sah ich Lord Blackfield, der ein Symbol mit Kreide auf den Boden gemalt hatte. Kurz darauf hob er die Hände und sprach eine Formel. Es blitzte und donnerte. Ein Blitz fuhr vom Himmel, genau in das Symbol rein. Plötzlich sah ich eine Luftgestalt, die so langsam feste Gestalt annahm. Ich erkannte dieses Vieh in meinem Traum sofort. Es war die Hydra, gegen die Herkules gekämpft und gewonnen hatte. Sie hatte ein riesiges Maul mit fletschenden Zähnen und feuerrote Augen.
Dann schrie ich.

*
Ich schrie immer noch, trat und schlug um mich, da hörte ich eine mir wohlbekannte Stimme.
>>Saskia! He, Saskia, beruhige dich. Du hast nur schlecht geträumt!<<
Ich öffnete meine Augen und sah Oliver.
>>Was war denn los?<<, fragte er.
Ich erklärte ihm stotternd, was in meinem Traum passiert war. Oliver hörte geduldig zu und sagte dann:>>Wenn der Traum recht real gewesen ist, müssen wir uns darauf vorbereiten, daß dies hier auch geschieht!<<
Ich musterte Oliver und fragte dann:>>Werden wir Hades zur Strecken bringen?<<
Oliver wußte darauf keine Antwort, denn wer kann schon die Zukunft voraus sagen. Er tröstete mich und wir schliefen dann Beide wieder ein.

*
Am nächsten Morgen war alles wieder vergessen. Wir wollten zum Frühstücken ins Restaurant. Oliver entschuldigte sich beim Kellner für sein Verhalten. Der Kellner war sehr verständnisvoll und führte uns zu einem Platz. Wir bekamen das Essen, das aus Brötchen, Eier und Belag bestand. Ich schaute mich immer wieder um.
>>Oh nein, nicht die!<< John und Fannie steuerten auf uns zu. Wir begrüßten uns und baten ihnen je einen Platz an. Fannie war so interessiert, daß sie sofort fragte:>>Stimmt das, was John mir gestern Abend noch erzählt hat? Ihr seid wirklich Zerberus begegnet?<<
Oliver nickte nur, er wollte nicht viel über ihn sprechen, dafür haßte er ihn viel zu sehr.
>>Wir haben sogar einen Beweis!<<, sagte ich.
Oliver zeigte seine Wunde, die nur noch aus Kruste bestand. Dann fingen wir an zu speisen. Oliver aß nicht mehr als zwei Brötchen, ich nicht mehr als eins, und John und Fannie nicht mehr als sechs. Endlich waren wir alle rundum satt. Da hatte Fannie eine Idee:>>Hey, wie wär’s, wenn wir heute mal den Tag zusammen verbringen?<<
>>Keine Zeit, wir müssen arbeiten<<, sagte Oliver.
>>Was denn?<<, fragte Fannie.
>>Wir müssen Hades wieder dahin schicken, wo er her kommt!<<
Plötzlich stürmte Jannis in den Saal.
>>Oliver, Saskia, gut, daß ich euch erreiche! Es hat einen Toten gegeben, genauer gesagt, in Larisa. Die Polizei sagte mir, das er dem Flammentod nicht entkommen konnte. Laut Spuren hat er sogar versucht, sich auf der nassen Wiese zu löschen, aber das Feuer ging nicht aus. Der Leichnam brennt immer noch. Wir sollten sofort nach Larisa aufbrechen!<<

*
So schnell waren wir noch nie fertig. Wir rannten zum Mietwagen, den Jannis sich geliehen hatte. Auf der Fahrt fragte Jannis Oliver: >>Weißt du eigentlich, wo mein Wagen abgeblieben ist? Er steht nicht mehr vorm Supermarkt!<<
>>Tja, Jannis, Totalschaden. Ich hatte einen Unfall.<<
>>Wieso?<<
>>Wir mußten so schnell wie möglich nach Kap Sunion. Auf dem Weg dorthin kam uns eine Harpyie entgegen, wir mußten zur Seite lenken und fuhren gegen einen Baum.<<
Jannis wurde stocksauer, aber er verzieh ihm.
Wir hielten genau am Tatort. Ich stieg als Erste aus und fragte den Polizisten, der bei der Leiche stand:>>Was ist passiert?<<
>>Wenn wir das wüßten, ständen wir jetzt nicht hier!<<, antwortete der Gesetzeshüter.
>>Sieht nach Dämonen aus, oder?<<
>>D… was?<< Dem Gendarm stockte der Atem.
Oliver winkte mir zu. Ich gehorchte und ging zum Mietfuhrwerk.
>>Das kannst du vergessen!<<, sagte er.
>>Wieso?<<, fragte ich.
>>Polizisten glauben an so was nicht, Moment, ich gehe gleich mal…<<
Oliver ging auf den Polizisten zu. Es war ein langes Gerede, doch danach konnten wir endlich zu den sterblichen Überresten. Wir untersuchten die Leiche und fanden heraus, daß der Kerl, der tot vor uns lag, Engländer war.
Hier konnten wir nun nichts mehr tun, außer zum Hotel zurückzufahren.

*
Es war spät am Abend, als wir endlich wieder an unserer Unterkunft ankamen. Wir stiegen den Treppenaufgang hoch und gingen in unseren Raum. Oliver ging sich reinigen, und als er rauskam legte er sich sofort pennen. Ich duschte mich auch ganz leise. Als ich aus der Dusche rauskam, hörte ich jemanden auf dem Gang rumrennen. Viele Stimmen und Knochengeklapper waren darunter. Ich ging leise zu unserer Zimmertür, zog den Zugang einen kleinen Spalt auf, um hindurch gucken zu können. Was ich sah stockte mir den Atem. Ich sah den Lord mit seinen Skeletten.
>>Lord Blackfield!<<, flüsterte ich, als ich die Tür wieder schloß.
Ich legte mich hin, bekam aber kein Auge zu, da ich andauernd an Blackfield denken mußte. Schnell machte ich ein wenig Licht und holte mir eine Lektüre raus. Es war eine Enzyklopädie über Geister und Dämonen, geschrieben von einem Geisterjäger, der in London lebte. Jim Newbridge.
Ich las darin und fand plötzlich ein Stichwort. Lange, sehr lange guckte ich auf dieses Wort. Schnell Blätterte ich auf die Seite, die das Verzeichnis angab. Ich las, daß es damals einen Zauberer gab, der Lord Blackfield hieß. Er arbeitete gerne für die Hölle und war sehr machtgierig. Jetzt, wo ich wußte, wer Lord Blackfield war, konnte ich nun endlich einschlafen.
Meine Träume waren sehr gut.

*
Am anderen Morgen war das Wetter alles Andere als gut. Es regnete, blitzte und donnerte. Als Oliver aus dem Fenster schaute, sagte er: >>Das Gedonnere ist fast überall, nur die Blitze fahren immer nur an einer Stelle herab.<< Er überlegte. Ich schlich mich langsam hinter ihn.
>>Oliver, ich habe hier im Lexikon etwas interessantes gefunden.<<
>>So? Was denn?<<
>>Unser Freund, der aus dem Bus gestern, ist ein Zauberer, der schon 1000 Jahren tot ist!<<
Oliver schaute mich fragend an. Ich erklärte ihm, daß Lord Blackfield ein böser Zauberer war, der nur auf Allmacht aus war. Wir gingen sofort runter in das Restaurant. Wieder gab es Brötchen. Im Augenblick tauchten John und Fannie nicht auf, und fraßen uns so nicht alles weg. Als wir aufgegessen hatten, tauchte Jannis schon wieder auf.
>>Habt ihr was raus finden können?<<, fragte er.
>>Der Typ im Bus ist ein Meistermagier, der nur auf Macht aus ist. Er wird auch Hades ins Leben zurück rufen, wenn wir ihn nicht daran hindern.<<
>>Sind die Blitze über dem Wald schon weg?<<, fragte Oliver.
>>Nein<<, sagte Jannis.
>>Scheiße!<<, flüsterte Oliver. >>Wir müssen sofort zum Wald!<<
Wir sprangen sofort auf und rannten zum Wagen. Auf dem Weg erzählte Oliver, daß Götter und Dämonen nur beschworen werden können, wenn ein Symbol der Macht auf dem Boden gemalt ist.

*
Jannis startete den Wagen, und mit quietschenden Reifen bretterten wir los.
Wir fuhren recht schnell. Jannis achtete nicht auf den Weg, sondern fuhr einfach der Nase nach. Nach einiger Zeit sagte Oliver:>>Hier müssen wir parken.<<
>>Wieso?<<, fragte ich.
>>Damit wir nicht zu viel Aufsehen erregen.<<
Jannis stoppte den Motor und wir stiegen aus. Die Blitze waren jetzt ganz nahe. Es trennte uns nur noch ein Hügel davon. Wir stiegen die Anhöhe langsam rauf. Oben angekommen, legten wir uns ins Gras. Unsere Augen weiteten sich. Wir sahen, daß ein riesiges Symbol auf dem Boden gemalt wurde. Oliver schaute überhaupt nicht nervös. Um dieses Symbol standen lauter Skelette in einem Kreis. Mittendrin stand Lord Blackfield und erhob seine Hände. Blitze rasten auf ihn hernieder. Lord Blackfield murmelte etwas, was ich nicht verstand. Plötzlich kamen praktisch alle Blitze aus dem Himmel und trafen genau die Mitte des Symbols. So langsam formte sich eine Gestalt daraus. Oliver sagte:>>Du bleibst hier, Jannis und ich gehen je auf beide Seiten. Sobald ich von unten meine Hand hebe, feuerst du auf Blackfield und wir nehmen uns die Skelette vor.
Ich lag still und sah, wie Oliver und Jannis, der natürlich auch eine Pistole bekommen hatte, durch den Dreck robbten. Als Oliver und Jannis die richtige Position erreicht hatten, hob Oliver den Arm.
Ich feuerte auf Lord Blackfield. Er hatte damit nicht gerechnet. Die Silberkugel traf ihn genau in den Kopf. Er schrie und fluchte, doch das brachte ihm nichts. Mein zweiter Schuß fiel, der sich anhörte wie ein Echo, denn Oliver hatte in dem Zeitpunkt auch geschossen. Die zweite Kugel traf Blackfield genau ins Herz. Der Magier heulte noch einmal auf, bevor er zu Staub zerfiel. Er konnte die Beschwörung nicht mehr weiterführen, und die Luftgestalt löste sich auf. Ich schoß noch 2 Kugeln ab, die ein Skelett trafen. Das Skelett verbrannte. Den Rest hatten Oliver und Jannis erlegt. Nach dieser atemberaubenden Auseinandersetzung liefen wir aufeinander zu und umarmten uns. Danach schauten wir noch mal auf das Schlachtfeld. Alles war so, als ob nichts passiert sei..

*
Wir verbrachten noch weitere Tage in Griechenland. In dieser Zeit hatten die Mächte der Finsternis nicht mehr zugeschlagen. Wir tanzten in der Hoteldisco und waren recht froh darüber, daß wir dieses Abenteuer heil überstanden hatten. Wir besuchten noch Jannis, der bei sich zu Hause saß und las. Wir verabschiedeten uns und machten uns auf zum Flughafen.

*
Im Flugzeug gab es wieder Essen und Trinken. Oliver telefonierte mit seinem Handy. Am Flughafen von Düsseldorf holte uns Tim Weiss ab. Wir fuhren wieder nach Kettwig. Oliver fragte, ob dieser Job gut für mich sei. Ich lachte und sagte: >>Ja, ich werde bei euch mitarbeiten.<<
Wir gingen oft ins Internet und suchten nach mysteriösen Sachen. Nach ein paar Tagen schellte auch meine Mutter am Gotteskriegersgebäude an und gratulierte mir.
Oliver erklärte ihr, daß ich meine Sache gut machen würde. Nach dem Semester kam Jannis auch mal vorbei und wir holten die Feier nach. Wir waren alle supergelaunt.
Doch es schien so, daß der nächste Fall schon vor der Tür stand.

ENDE

© Copyright 2002 by Oliver Schäfer [Legacy014]

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