Dähling, Witburg: Ich werde größer und größer…

Kathy reibt sich ihre Augen vom Schlaf klar und schaut blinzelnd zum Himmel empor. Puh, heute war ist es aber stürmisch, die Äste der Bäume biegen sich hin und her. Sie kann die Wolken gar nicht so schnell zählen, wie sie dort oben weiter fliegen. Der Wind heult mit pfeifenden Geräuschen am Fenster vorbei. An der Dachrinne tanzen die Regentropfen und versammelten sich zu einem großen Rinnsal, was zur Erde fließt.
Sie schaute zum Himmel hoch und hätte gerne Wolken-Fantasie-Bilder in den verschiedenen Formen entstehen lassen. Doch heute klappte es einfach nicht, es zogen immer schneller dicke, fette, dunkle Wolken vorüber.

»Kathy, Kathy, komm herunter du Schlafmütze, es ist schon spät, deine Schulstunde fängt bald an«, hörte sie die Stimme ihrer Mutter von unten herraufrufen, die gerade den Frühstückstisch am decken war, denn Kathy hörte das Geschirr klappern.
»Ja, ich komm ja schon, ich muss nur noch ein wenig Katzenwäsche machen und in meine Hose und T-Shirt schlüpfen, ich bin gleich unten bei dir.«

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Kathy bewegte sich wie ein Wirbelwind, das hatte sie wohl gerade von dem Wind, der die Wolken am Himmel rasend schnell weiter ziehen ließ, abgeguckt. Zum Glück hatte sie in der ersten Stunde Sport.
»Ich schaffe es ja noch gemütlich, die Turnhalle liegt näher als die Schule.« Schnell noch das Frühstück und den Kakao – »oh, der duftet heute besonders gut« – und dann ab…
Der Wind wurde ruhiger und Kathy brauchte keinen Regenschirm, denn wenn er wieder aufwirbelte, würde der Wind ihr den Schirm aus den Händen reißen.

Kaum machte Kathy die Haustür auf, prasselten ihr die kalten Regentropfen ins Gesicht, dass sie kaum noch etwas von der Straße wahrnahm. Sie zog schnell ihre Schirmmütze tiefer ins Gesicht und konnte dadurch die Regentropfen ablenken.

Erst mal eine Ruhepause zum träumen einlegen, rumorte es in ihrem Kopf. Sie schlüpfte unter ein Balkondach, was sie gut vor dem Regen schützte. Ja, hier konnte sie in Ruhe mal den Regen, die Regentropfen angucken, die neben ihr in einer großen Pfütze landeten. Das war wirklich lustig anzusehen, denn es war ein Kichern und Glucksen, Platschen und Klatschen der Regentropfen zu hören.
Plitsch, platsch, plitsch, platsch… hintereinander kamen sie aus der dicken fetten Wolke über ihr und landeten mit einem Prall, der eine kleine Fontaine aufsteigen ließ, in der Wasserpfütze.
Plitsch, platsch, plitsch, platsch… täusche ich mich, die Geräusche von den Aufprallen der dicken Regentropfen werden immer lauter. Sowie die Wasserpfütze nach und nach sich durch die Regentropfen immer weiter ausbreitet.
Einige Sekunden später, werden die Regentropfen kleiner. – »Gleich muss ich mich auf den Weg zur Turnhalle machen, doch – ich möchte noch ein wenig hier unter dem Balkondach bleiben und ein wenig träumen«, sagte sie zu sich.
Plitsch, platsch, plitsch, platsch… da ist doch wieder eine dicke Wolke geplatzt, die war so schnell vom Wind hergepustet worden, dass ich sie gar nicht entdeckt hatte.
Wieder kicherte und gluckste die Wasserpfütze, weil sie noch mehr – immer mehr Tropfen in sich aufnehmen konnte und immer größer wurde. Dann auf einmal ist es geschafft, das Regenwasser läuft von der Wasserpfütze aus, in einem kleinen Rinnsal zur Straßenkante.
Einige Minuten vergehen und das Rinnsal ist schon so breit wie ihre Hand. Schnell läuft sich Regenwasser jetzt an der Straßenkante entlang, bis es das Regensiel erreicht hat und plätschert mit kichernden, glucksenden Geräuschen dort hinein. Und unaufhörlich klingt plitsch, platsch, plitsch, platsch…
»Nun muss ich aber los«, denkt Kathy, »sonst komme ich zur Turnstunde noch zu spät.« »Aber, ja, – noch die kleine schwarze Wolke, die da oben am Himmel steht möchte ich noch platzen sehen!«
Vor ihr gurgelt das Wasser in der Wasserpfütze – »komm schnell runter Regentropfen, die Wasserpfütze braucht euch noch«, murmelt sie.

Doch mit einem Mal ist plitsch, platsch, plitsch, platsch… nicht mehr zu hören… der Regen hat aufgehört, die kleine schwarze Wolke wollte nicht platzen, nicht in der Wasserpfütze landen. Der Wind hat sie weiter getragen – Kathy sieht sie am Himmel nur noch ganz, ganz klitzeklein weiterziehen.

Kathy macht sich auf dem Weg zur Turnhalle – oh, toll – ich habe es noch geschafft, pünktlich zur Turnstunde da zu sein.
Sie schlüpft schnell in ihre Turnsachen. Die Turnschuhe nicht vergessen… und ein Lächeln liegt auf ihrem Gesicht, sie träumt noch von den großen, dicken Regentropfen, die glucksend und kichernd in die Pfütze fallen.

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