Engel, Heidemarie: Hasenangst

Am Rande einer großen Stadt hatte es sich eine Hasenfamilie gemütlich gemacht. Sie hatten sich eine schöne Stelle für ihr Zuhause ausgesucht. Es war ein großer, wunderschöner, bunter Wald. Wunderschön war er, weil jetzt, in der Herbstzeit, fasst alle Blätter, die sich noch an den Bäumen befanden, ganz bunt waren. Einige kleine und große Tannen waren wie immer grün aber die Laubbäume hatten sich mit allen Farben geschmückt.

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Hier wollte die Hasenfamilie leben. Hasenmama, Hasenpapa und auch ihre drei niedlichen Hasenkinder. Wenn Hasenmama und Hasenpapa unterwegs waren, um Futter zu holen, tollten die drei Kleinen in ihrem Bau umher und machten so allerhand Unsinn. Waren die Eltern aber zurück, gab es erst einmal etwas zu essen und dann kuschelten sich alle ganz eng aneinander und sie hatten es mollig warm

Eines morgens, verabschiedeten sich die Eltern und machten sich auf den Weg, um Futter für die Kleinen zu suchen. Wie jede Mama, sagte auch die Hasenmama zu den Kindern, „macht bitte keine Dummheiten und seid schön brav!“ Ganz aufgeregt nickten sie natürlich alle mit ihren Köpfen und versprachen, wirklich ganz, ganz brav zu sein. Aber kaum waren Hasenmama und Hasenpapa um die Ecke, ging das Getobe und das Gerangel auch schon los. Sie machten so allerhand Dummheiten und merkten erst ziemlich spät, dass ihnen der Magen knurrte. Sie hatten mächtigen Hunger aber von den Eltern war weit und breit nichts zu sehen. Aus ihrem Bau trauten sie sich auch nicht heraus, denn es war ihnen streng verboten worden. Sie jammerten und jammerten und ihr Hunger wurde immer größer. Sie versuchten sich gegenseitig zu trösten, aber der Hunger blieb.

Langsam wurde es auch schon dunkel und von den Eltern war noch immer nichts zu sehen. Vor lauter Kummer schliefen sie ein und sie wurden erst wach, als sie ein paar Geräusche hörten. Vor lauter Angst drängten sich die drei ganz eng aneinander. „Hatte vielleicht ein Fuchs den Eingang zu ihrer Höhle gefunden?“ Nachschauen wollten und durften sie nicht, denn die Angst war viel zu groß und außerdem hatte es die Mama verboten. Sie zitterten am ganzen Leibe. Plötzlich kam ihnen ein gewohnter Geruch in die Nasen.

Es roch nach „Futter“ und es roch, ja wonach schnupperte es eigentlich?

Nach den beiden Eltern, nach Hasenmama und Hasenpapa! Ganz glücklich sprangen die drei Kleinen auf, liefen ihren Eltern entgegen und kuschelten sie ganz eng an sie. Alle beschnupperten sich ganz glücklich. „Warum ward Ihr nun so lange fort?“, fragten die Kleinen. „Wir hatten so einen großen Hunger und so fürchterliche Angst!“

Hasenmama und Hasenpapa erzählten ihren Kleinen von all den Erlebnissen, die sie an diesem Tage hatten. Und sie konnten erst so spät zurückkehren, weil sie auf dem Weg nach Hause, eine große, gefährliche Straße überqueren mussten. Es fuhren so viele Autos an diesem Tag über die Straße, dass die beiden sehr lange warten mussten „Die Hauptsache, Ihr seit wieder da!“, sagte das Größte der Hasenkinder und kuschelte sich dicht an die Eltern. Die beiden anderen nickten und beschnupperten Hasenmama und Hasenpapa liebevoll mit ihren kleinen Näschen. Nachdem sie sich dann alle sattgegessen hatten, schliefen sie alle ein und die Kleinen träumten von wunderschönen „ Hasenkinderkuschelträumen“.

© 2001 by Heidemarie Engel

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