Withau, Rosi: Brüderchen und Schwesterchen

Trixi lag in ihrem kleinen Bettchen und war schon hell wach.
Munter hat sie gemacht von der Straße der laute Krach.
Die Sonne blinzelte ihr in die Augen, und sie kniff sie zu,
schnell lief sie ans Bett zu ihrem Bruder im nu.
Peter lag noch tief im Schlaf und lächelte süß,
als Trixi laut seinen Namen rief.
„Peter, komm steh auf, du langer Schläfer,
Träumen kannst du dann noch später.

Peter hörte Trixis Rufen und hielt seine Augen geschlossen,
er wollte nicht aufstehen und war sehr verdrossen.
Trixi aber zog seine Decke weg,
nun mußte er doch heraus aus seinem Bett.
Vor Wut kniff er Trixi in die Wangen und schallte sie aus,
doch sie machte sich gar nichts daraus.
Vielmehr schmiß sie seine Sachen ihm entgegen.
„Los anziehen und ein bißchen bewegen!“
Er sah ein, dass er nun nicht mehr anders konnte,
mit schmollendem Mund er innerlich noch grollte.
Doch seine Schwester Trixi, das fröhlich, freche Luder.
Er war ja doch für sie der liebe große Bruder.
Kaum, dass er angezogen war und gekämmt, liefen beide
in die Küche und sie noch im Hemd.
Mutti begrüßte beide freundlich und lieb,
während sie noch den Tee goß durch das Sieb.
Marmelade, Kuchen und Ei,
das mochten sie am liebsten zum Frühstück, die zwei.
Nach dem Frühstück, das war doch klar,
die Straße dann ihr eigen war.

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„Na Trixi, was wird nun,
wollen wir das von gestern weiter tun?“
„Oh ja,“ sagt sie ganz erfreut, das machen wir weiter heut.“
Und schon gingen beide ganz direkt,
heimlich zu ihren liebsten Fleck.
Ein Teich am Stadtrand war ihr Ziel,
wo sie machten gemeinsames Spiel.
Ein Spiel was nicht viele Kinder spielten,
weil andere Kinder beizeiten inne hielten.
Trixi und Peter – und das ist kein Quatsch –
spielten am liebsten im dicksten Matsch.
Sie bauten Türme, Tunnels und auch Burgen.
Sie hatten dabei keinerlei Sorgen.
Die Zeit verging dabei wie im Fluge,
jetzt müssen sie aber wieder heim in die Stube.
Sie dachten: Oh weh, oh weh, wie sehn wir wieder aus
mit unserem Dreck. Da bekommt Mutter wieder gleich einen Schreck.
Sie tauchten ihre Händchen in Wasser hinein.
Wollten sie sauber machen und rein.
Doch es half nichts bei diesem Schmutz,
auch das Wasser war für sie nicht mehr ein Schutz.
So schlenderten sie trotzdem vergnügt nach Haus,
denn die Schimpfe blieb ohnehin nicht aus.
Mutti deckte gerade den Tisch und blickte zu ihnen auf,
doch vor Staunen versagten ihr die Stimme und auch der Hauch.
„Um Gottes Willen, ihr zwei Schmutzfinken,
und tat sie gleich zu sich winken.
„Ab ins Bad, und das ganz schnell, danach will ich euch sehen
sauber und hell.“
Ohne noch etwas zu sagen, Trixi und Peter zum Bad hin traben.
Doch kaum standen sie unter der Brause, die zwei,
war es mit der Ruhe schon wieder vorbei.
Gegenseitig spritzten sie sich naß und alberten lustig umher,
einen trockenen Platz im Bad gab es schon lange nicht mehr.
Ungeduldig wartete Mutter derzeit mit dem Essen.
Wo bleiben die beiden nur? Das ist doch vermessen.
Schalkhaft rief sie mit lieber Stimme: „Peter, Trixi, wenn ihr nicht kommt
gleich zu mir, esse ich alleine und schließe zu die Tür.“
Hunger hatten die beiden aber doch schon lange. Deswegen kamen sie
auch gleich zu Tisch, und Mutter hatte nicht mehr Bange.
Zufrieden saßen alle am Tisch, die Freude war groß,
denn es gab nämlich ihr Lieblingsessen:
Buletten aus Fisch!

 Copyright Dezember 2000 by Rosi Withau

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