„Die bunte Herbstdiät“ von Heike Rau

Die Autorin Heike Rau hatte mit ihrer Geschichte „Die bunte Herbstdiät“ am Schreibwettbewerb “Bunter Herbst” teilgenommen und damit den dritten Platz belegt.
Heike Rau

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Die bunte Herbst-Diät
„Sind Sie zu dick?“, lese ich in der Zeitschrift „Die kluge Hausfrau“.

Gute Frage! Bis jetzt habe ich mir da noch keine Gedanken gemacht. Ich bin wie ich bin! Beschwert hat sich noch keiner.

Zum Glück gibt es einen kleinen Test in der Zeitschrift.

„Beugen Sie sich nach vorn und berühren Sie bei durchgestreckten Knien mit den Fingerspitzen ihre Füße.“ Ich schaffe es fast. Also bin ich nicht schlank genug, sondern nur fast.

„Mögen Sie Schokolade?“

Nun ja, ich träume sogar nachts davon. Das spricht dann wohl auch nicht gerade für meine Figur, sondern eher für Gewichtsprobleme.

„Stellen Sie sich nackt vor den Spiegel und betrachten…“

Bis hier her und keinen Schritt weiter! Ich bin doch kein Exhibitionist!

Gehen wir doch einfach davon aus, dass ich ein paar Kilos zu viel habe. Die Herbst-Diät in der Zeitschrift sieht doch nicht schlecht aus, so schön dekoriert mit Kürbissen, Esskastanien und knallroten Äpfeln. Ich weiß ohnehin nicht mehr, was ich noch kochen soll.

Dieser Salat zum Beispiel, aus Feldsalat und Magerjogurtdressing. Wenn man da ein paar Käsewürfel, etwas gebratenen Speck und Walnüsse drüberstreut, da könnte was Leckeres draus werden!

Oder hier, dieser Magerquark mit Süßstoffherbstapfelkompott. Etwas Sahne unterrühren und statt des Kompotts könnte man Rote Grütze nehmen.

Und dieser Fisch mit Senf-Wasser-Soße und Kürbisgemüse sieht auch nicht schlecht aus, wenn man Senf mag. Ich bin eher für Sauce Hollandaise.

Und hier, die leckere Kohlrabi-Möhren-Kohl-Suppe. Dazu ein Brötchen und ein Kasslerkotelett und ich bin hin und weg.

Und mal im Ernst. Die Kalorienangaben sind der Hammer, alle Gerichte unter 300. Zwei Monate hin und ich kann mit den Handflächen den Boden berühren. Der Waschbrettbauch ist mir sicher. Von Schokolade brauche ich nicht mehr träumen, die kann ich essen.

© 2002 by Heike Rau

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