„Drei Freunde, Fussball, Gewitter“ von Lorenzo Zimmer

Der Autor Lorenzo Zimmer hatte mit seiner Geschichte „Drei Freunde, Fussball, Gewitter“ am Schreibwettbewerb „Drei Freunde, Fussball, Gewitter“ teilgenommen und damit den dritten Platz belegt.
Drei Freunde —- Fussball — Gewitter


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Drei Freunde —- Fussball — Gewitter
Es war ein Freitag Nachmittag an dem Jan, Simon und Philipp beschlossen mit den Hauptschülern aus dem Nachbardorf Fussball spielen zu gehen…. „Um vier am Schlecker!!“ rief Jan noch durch den Telefonhörer als Simon schon fast aufgelegt hatte.

Philipp und Jan waren schon längst am Treffpunkt als Simon langsam mit seinem ledernen „FC Bayern München“ Ball, mit allen Spielerunterschriften des Deutschen Meisters langsam auf sie zutrottete. „Hey, beeil dich ,meine Mutter hat gesagt, dass das Wetter gegen später schlechter werden soll, also haben wir nicht mehr so viel Zeit, ausserdem sind die anderen schon längst beim Platz!“ Es war schwer , besonders wenn man zu dritt war, sich in ein Spiel der rüden Hauptschüler einzuschalten, denn wenn das meist sehr erhitzte Spiel einmal lief, dann waren die Jungs nicht mehr bereit irgendwelche Mannschaftswechsel vorzunehmen. So begannen die drei Jungs zum Fussballplatz , eigentlich kein Platz, sondern eher eine Wiese mit notdürftig gekennzeichneten Toren, zu rennen, um noch rechtzeitig da zu sein. Sie befürchteten, das Spiel wäre bereits in vollem Gange und mindesten 3 Leute würden mit schmerzverzerrtem Gesicht an der Seite sitzen.. Doch dem war nicht so… Die Hauptschüler waren nicht am Rennen, niemand stand im Tor, niemand sass schreiend am Spielfeldrand. „Schaut mal wer da kommt…! Unsere 3 kleinen Gymnasiasten!“ Schallendes Lachen tönte über die Wiese.

„Hey, was is los? Spielen wir ?“ rief Jan, langsam zur Mitte der Wiese laufend. Rund um die Wiese hatten sich die Hauptschüler gestellt, manche versuchten sich zu verstecken. Als Jan Chris sah, der hinter einem dicken Baumstamm kauerte, drehte er sich um und rief : „Lauft, dort ist Chris!“ Doch in diesem Augenblick war dieser schon hinter dem Baum hervorgetreten. Das war das Signal .Von überall her strömten die Jugendlichen auf die drei Freunde zu und auch der davonrennende Jan wurde gefasst. „Na? Dachtest du , ich würde es zulassen , dass du mit meiner Schwester rummachst… HAHA!“ , grölte Chris. Und auch die Augen der anderen bekamen einen fiesen Ausdruck. „Oh nein! „, dachte Jan, „Woher weiss er dass ich bei Phlipps Party was mit Swenja hatte?? Das ist mein Tod!“ Mit aller Kraft versuchten sich die anderen aus den Armen der fiesen Helfer dieses gemeinen Spiels zu reissen, aber was kann ein Neunt-klässler schon gegen einen Hauptschüler aus der zehnten Klasse machen? „Ja Jan-Schätzchen, wir spielen, aber nach MEINEN Regeln!“ Gröhlendes Lachen tönte von allen Seiten. „Lasst die anderen gehen, Max, Sven, Jonas ihr kümmert euch darum, dass die beiden heute ihr Haus nicht mehr verlassen, wir wollen doch mit unserem Schatz ganz ungestört sein!“ Jan warf einen kühlen Blick zu Chris und rief: „Du feige Sau!“ , doch dann verzog er sein Gesicht vor Schmerzen. Sein Hintermann hatte den Polizeigriff fester zugezogen, was Jan keine Bewegung mehr erlaubte. Ein Donnergrollen tönte vom Himmel. „Ein passender Tag um dir mal zu zeigen was Sache ist! Also schafft die zwei endlich weg!“ Ohne grosse Anstalten zu machen kümmerten sich Max, Jonas und Sven um die zwei Gymnasiasten. Chris zog ein Seil aus der Tasche. „Nun bringt ihn mal her, unseren Indianer!“ Ohne sich zu widersetzen wurde Simon zu einem Baum gebracht. „Haltet ihn fest!“ Chris Stimmt klang spöttisch, fast triumphierend. Jan wurde an den Baum gedrückt, während Chris das Seil um ihn schwang. „Einmal, Zweimal ….! So Süsser, jetzt kannst du mal sehen wo es hinführt sich an meiner Schwester zu vergreifen!“ Noch ein lautes Lachen und die Wiese leerte sich. Schon fast 100 Meter weg rief Chris zurück : „ Ich hoffe es regnet nicht!“ und er zeigte nach oben. Erschreckt blickte Jan nach oben. Als ob es noch nicht genug Pech wäre für Jan. Was sich dort oben im heiligen Reich zusammenbraute war unfassbar. Ein Meer schwarzer Wolken , in der Ferne Lichtblitze und der Wind begann zu pfeifen. Es wurde kalt um den Baum und Jan begann die Hoffnung zu verlieren. „Darf doch nicht wahr sein! Jetzt hänge ich hier an einem Baum und friere mir die Glieder ab!“ Doch was war das? Am Horizont sah er eine Gestalt. „Nicht schon wieder Chris! Was will er denn diesmal?“ Aber die Person hatte ganz und gar nicht Silhouette von Chris. Eine kleine und dünne Gestalt kam dort angerannt. Er kniff die Augen zusammen. Das war Swenja. Kein Zweifel. Sie kam um ihn zu retten. Als sie nur noch 10 Meter entfernt war rief sie : „Ich habe meine Bruder und seine Freunde gehört, wie sie in Chris´ Zimmer triumphiert haben. Es tut mir so unendlich leid! Ich habe ihn bei meinen Eltern angeschwärzt, der tut dir nichts mehr, ganz sicher!“ „Danke! Ich hatte schon befürchtet, ich hänge hier bis zu meinem Lebensende!“ Swenja machte die Seile los und drückte Jan einen dicken Kuss auf die Lippen. Und wie von Geisterhand riss der Himmel auf und am Horizont war ein Sonnenuntergang zu sehen…

© 2002 by Lorenzo Zimmer

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