Schorr, Robert: Die Dunkelheit
Sep 28, 2008 Kurzgeschichten
Das Verlies, Verschlungen von der Dunkelheit, Was bin ich?
Es war dunkel um mich herum, als ich mit schrecklichen Schmerzen auf hartem Steinboden erwachte. Ich wartete, bis sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten und sah, dass ich mich in einer Art Gefängnis befand. Verwirrt durch die ohnehin sehr seltsame Situation, fiel mir erst gar nicht auf, dass ich mich überhaupt nicht daran erinnern konnte wo und überhaupt, dass ich eingeschlafen war. Ich stand auf und drehte mich einmal um die eigene Achse. Der Raum war komplett aus Steinen erbaut worden und hatte wie es mir schien keine Decke, denn dort wo diese hätte seien sollen war nichts als endlose Dunkelheit. Nicht weniger verwirrend war, dass der Raum keine Ein- und Ausgänge hatte und so fragte ich mich, wie ich hierher gekommen sei. Auf einmal stieg mir ein modriger, beißender Geruch in die Nase und als ich mich umschaute sah ich, dass hinter mir eine halbverweste Leiche lag. Von diesem Anblick wurde mir übel, doch ich musste mich, zu meinem Glück, nicht übergeben. Ich dachte einen schrecklichen Moment lang daran, dass auch ich als Leiche enden könnte, doch dann fiel mir auf, dass sich hinter mir ein Durchgang geöffnet hatte. Ich wusste nicht wo dieser herkam und wohin er führte, aber ich ging hinein und verschwand in der Dunkelheit.
Ich lief durch die Dunkelheit. Sie umhüllte mich. Ich konnte nichts sehen und ich hörte nur das Geräusch meiner unbeschuhten Füße, die auf dem Boden aufkamen. Tap, Tap, Tap. Mein Atem ging schwer, denn es war kaum Luft vorhanden in dem Dunkel in dem ich mich befand. Mir wurde klar, dass ich nicht mehr lange überleben konnte, wenn nicht bald ein Ausgang oder etwas Ähnliches auftauchte.
Ich schleppte mich weiter, doch langsam ging mir die Luft aus. Ich brach zusammen und die Dunkelheit verschlang mich.
Ich wachte auf. Im ersten Moment dachte ich, dass ich tot sei, doch ich lag, zu meiner Verwunderung, immer noch in derselben Dunkelheit. Doch diesmal war ein Luftzug zu spüren, zart strich er mir über mein Gesicht. Doch woher kam dieser Luftzug auf einmal, wo ich doch wegen fehlender Luft zusammen gebrochen war? Und nun drängte sich mir auch wieder die Frage auf, wie ich überhaupt hierhergekommen war. Doch da mir darauf wahrscheinlich keine plausible Lösung einfallen würde, lies ich diesen Gedanken wieder fallen. Ich stand auf und ging in die Richtung, aus der der Luftzug gekommen war. Nach einer Weile fiel mir auf, dass ich keinerlei Hunger oder sonstige Bedürfnisse verspürte. Es war unheimlich, denn ich fing an zu rennen und selbst nach, geschätzten 2 Stunden anhaltendem Rennens, verspürte ich keinerlei Erschöpfung. War ich überhaupt noch ein Mensch? Oder hatte mich die Dunkelheit zu ihrem Sklaven gemacht? Existierte ich überhaupt noch? Hatte ich überhaupt noch eine körperliche Gestalt oder war ich nur noch ein Astralwesen? Es war ein seltsames Gefühl, doch die Dunkelheit verschwieg die Antworten auf diese Fragen.
Grimm, R. Vanessa: Aus dem Leben einer Maus
Sep 18, 2008 Kindergeschichten
Es war einmal eine kleine Maus, die lebte in einem winzigen Löchlein am Fuße einer Schule.
Im Sommer war es dort angenehm kühl, im Winter aber fror die Maus, und so sahen wir sie grade in diesem Augenblicke hinter der massiven Holztüre lauern, um einen unwissend netten Menschen abzuwarten, der eben diese zu öffnen vermag und sie schnell ins Gebäude huschen konnte.
Drinnen war es warm, aber voller Schüler und Lehrer, die dem kleinen Tier wahrhaftig wie Riesen erschienen. Leider waren es sehr unmitfühlende Riesen, die in Gesprächen vertieft unbeschwert umher stampften, und um ein Haar wäre das Mäuschen zu Tode getrampelt worden. Durch eine Lücke konnte sie einen Fenstersims und eine darunter stehende Bank am anderen Ende des Korridors erkennen.
Waghalsig rannte sie durch das Gewirr aus Füßen, die größer waren als sie selbst, und erreichte auf wundersame Weise das Fenster unbeschadet. Mit einem Satz sprang sie auf den Sims, wo sie auf den Hinterbeinen stehend mit ihren roten Augen kritisch umherblickte.
„Hey, was bist du denn für eine wundersame Maus?“
Unter ihr kauerte ein kleiner Junge, für einen der Riesen schien er winzig. Er rappelte sich schwerfällig auf und streckte sich, um die Maus auf de Fenstersims zu erspähen.
„Habe keine Angst, kleine Maus. Ich bin der einzige, der dich bemerkt hat, und ich werde wohl auch der einzige bleiben.“ Er lächelte sie an.
„Sie sind so dumm im Kopf, dass sie alles andere im Sinn haben, als dich kleine Maus zu erblicken.“
„Weißt du, kleine Maus, eigentlich sind die gar nicht so böse. Sie sind nur so versessen auf das Große vor ihnen, dass sie das kleine, das Lebendige, fast zu Tode treten.“
Die Maus saß auf dem Schoß des Kindes. Die Bank, auf der der Junge saß, war dreckig und feucht vom Schnee, der schon wieder zu schmelzen begann.
Er gab ihr ein Stück Brot und Käse. Doch sie war ganz still und regungslos, und beobachtete mit regem Interesse, wie hunderte von Kindern einen unglaublichen Spaß dabei hatten, sich zu beschmutzen und erbärmlich vor Kälte zitterten. Eines davon schaute kurz zu ihnen herüber, und blickte gerade Wegs durch sie hindurch in eine Welt weit abseits jeden matschigen Schnees. Doch der Augenblick war sofort verflogen, schon bewarf es einen seiner Mitschüler mit einem braunen Schneeball. [Mehr... »]
Autorenwettbewerb “Afrika und fairer Handel” gestartet
Sep 2, 2008 Schreibwettbewerbe
Der Online-Versandhandel Afrika-Buch.de www.afrika-buch.de hat unter dem Motto “Afrika und fairer Handel” einen Autorenwettbewerb gestartet. Zusammen mit Kooperationspartnern wird nun die beste Kurzgeschichte, der beste Krimi und das beste Portrait zu dem Thema gesucht. Der Gewinner kann sich über einer Veröffentlichung seiner Geschichte in dem Afrika-Magazin “Lonam” freuen. Die zwanzig besten Geschichten werden im Rahmen einer Anthologie als Taschenbuch veröffentlicht. Erzielte Gewinne aus dem Buchprojekt kommen einem sozialen Projekt in Afrika zugute. [Mehr... »]
Spirit Rainbow Verlag sucht Paul Potts der Autoren
Sep 2, 2008 Schreibwettbewerbe
Der Aachener Spirit Rainbow Verlag sucht den Paul Potts der Autoren und ruft zu einem Schreibwettbewerb auf. Es werden die bewegensten, berührensten und tiefgründigsten Momente des Lebens gesucht. Diese(r) Moment(e) sollen nun in einer Geschichte verfasst werden. „Machen Sie ihr Herz weit auf und schreiben Sie sich das von der Seele, was schon immer geschrieben werden wollte, aber nie raus durfte. Wir suchen die berührendsten, erhebendsten, tiefgründigsten Momente Ihres Lebens.“, sagt Gudrun Anders, die Chefin und Inhaberin des Spirit Rainbow Verlags. Der frühere Handyverkäufer Paul Potts ist ein gutes Beispiel dafür dass eine unbekannte Persönlichkeit innerhalb recht kurzer Zeit zu einem Weltstar werden kann. [Mehr... »]

