Die sprechende Katze

Die kalten Regentropfen schlugen Stephan ins Gesicht, so dass er kaum noch seinen Fahrweg sah aber er trat weiter fleißig in die Pedale seines nagelneuen Mountainbikes und setzte seinen Weg unbeeindruckt fort bis dieser plötzlich steiniger und unwegsamer wurde.
Sofort trat Stephan auf die Rückbremse und blieb stehen.
„Mist, habe ich mich etwa verfahren haben?“, fragte er sich und holte aus seiner Jackentasche sein Handy hervor rief seine Freundin an.
„Miriam hier!“, meldete sich Stephans Freundin am anderen Ende der Leitung.
„Hallo Schätzchen ich habe mich verfahren wegen dem starken Regen“, gab Stephan zu verstehen.
„Verfahren?!“, fragte Miriam energisch nach.
„Ja verfahren aber ich bin spätestens um 21 Uhr bei dir“, erwiderte Stephan genervt.
„Okay aber ich bin nicht erfreut, immerhin wollten wir heute meine bestandene Prüfung des Führerscheins feiern“, antwortete Miriam unerfreut.
„Ja ich weiß“, sagte Stephan aber seine Freundin hatte enttäuscht aufgelegt.
„Toll“, ärgerte er sich und sah in diesem Moment ein paar Lichter die nicht entfernt schienen und trat wieder in die Pedale seines Mountainbikes. Er hatte ein ungutes Gefühl je näher er diesen Lichtern kam und eigentlich zu seiner Freundin fahren wollte aber seine Neugier war stärker. Zwei anstrengende Stunden folgten bis er schließlich zu den besagten Lichtern angelangt war.

Was er nun erblickte verschlug ihn schlichtweg den Atem denn es handelte sich um ein scheibenförmiges gut fünf Meter großes Objekt welches schräg im Boden steckte und an den Seiten einen weißen Lichtschimmer aufwies und an der Unterseite einen großen Riss hatte.
Stephan wagte sich nur zögerlichen Schrittes zu dem Objekt was allen Anschein nach ein unbekanntes Flugobjekt war.
Überall lagen aluminiumartige Metallstücke herum von denen Stephan ein kleines hervorhob und zerknüllte aber zu seinem erstaunen formte es sich wieder zu seiner Ursprungsform zurück. „Boah, davon stecke ich mir mal ein paar Teile ein“, sagte Stephan und hob ein paar kleine dieser merkwürdigen Metallteile auf und steckte sie in seine Jackentasche.
Als Stephan in den knapp 1 ½ Meter großen Riss hineinkroch sah er fluoreszierende Anzeigen die flackerten und Funken sprühten, doch die größte Entdeckung war ein kleines Tier welches er aus dem abgestürzten Ufo barg. Bei genaueren hinschauen stellte sich dieses Tier als eine weißbraune Katze heraus die ohnmächtig war und ein silbernes Halsband mit einem kleinen schimmernden Globus trug, welcher zu leuchten begann wenn Stephan diesen berührte.
„Eine außerirdische Katze, dass glaubt mir keiner“, sprach Stephan ungläubig, steckte die Katze vorsichtig unter seine warme Khujo Jacke und bestieg wieder sein Mountainbike.
Der Regen strömte weiterhin stark aber Stephan trat kräftig in die Pedale um kam nass wie ein Pudel schließlich bei der Wohnung seiner Freundin und schellte an ihrer Wohnungstür.
„Hi Stephan schön dass du auch gekommen bist. Wir haben mittlerweile 23 Uhr aber komm rein du bist ja nass wie ein Pudel“, begrüßte Miriam ihren Freund und Stephan betrat die kleine Dreizimmerwohnung seiner Freundin.
Stephan küsste Miriam zärtlich, zog seine Jacke aus und reichte die Katze ihren Händen worauf Sie ihren Freund verdutzt anschaute.
„Eine Katze? Och wie süß, wo hast du die denn aufgegabelt?“, fragte Miriam verwundert und setzte sich ins Wohnzimmer und streichelte die Katze sanft.
„Ich mache für uns heißen Pfefferminztee mit Honig, mein Mäuschen“, freute sich Stephan und bereitete zwei Tassen Tee vor und brühte eine Kanne Wasser heiß auf.
Da der junge Mann hungrig war öffnete er den Kühlschrank und holte einen Schokopudding hervor den er im stehen aß und sichtlich genoss.
Der Wasserkocher piepte und er goss dann das erhitzte Wasser in die Tassen mit den Pfefferminzteetütchen und süßte diesen mit jeweils drei Würfel Zucker.
Die zwei Tassen nahm er in die Hände, verschwand zu seiner Freundin im Wohnzimmer und setzte sich auf der Couch neben ihr.
„Leckerer süßer Pfefferminztee, Miriam“, sagte Stephan und stellte eine Tasse Tee vor ihr auf den Tisch und trank einen kleinen Schluck.
„Miriam, möchtest mal was besonderes sehen?“, fragte Stephan neugierig.
„Etwas besonderes? Ja!“, erwiderte Miriam.
Ihr Freund rannte zur Jackentasche und holte aus dieser eines der seltsamen Metallteile hervor und zeigte es Miriam.
„Was ist denn dass? Sieht aus wie Aluminium“, sprach Miriam verdutzt und ihre Augen schauten noch erstaunlicher als Stephan das Metallteil verbog und es sich anschließend wieder in seine Ursprungsform verwandelte.
„Wow“, erstaunte Miriam.
„Dass ist außerirdisch und die Katze auch“, antwortete Stephan lächelnd. Als er diesen Satz sprach erwachte die Katze, miaute und schaute die beiden an wobei aber gleichzeitig der kleine Globus an ihren Halsband schimmernd zu leuchten begann.
„Oh, die Katze ist aufgewacht“, sagte Miriam und streichelte ihr Fell.
„Miau, Miau was ist passiert, miau?“, fragte die Katze. Die beiden jungen Menschen erschraken sich heftig und schauten sich gegenseitig erstaunt an.
„Du kannst sprechen?“, fragten die beiden zeitgleich.
„Kennt ihr wohl nicht was, miau. Ich heiße Trollux und komme aus dem Planetensystem Beta Centauri, miau“, gab die Katze frech zu verstehen und rekelte sich.
„Nein bei uns können die Katzen nicht sprechen. Du bist mit deinem Raumschiff abgestürzt“, gab Stephan freundlich zu verstehen.
„Miau, Miau dann sind die Erdkatzen dumm. Ein Rettungsschiff wird mich in 48 Stunden abholen denn ich habe jetzt eben ein Notsignal abgesetzt“, sprach Trollux erfreut.
„Wo holt dich das Rettungsschiff denn ab?“, fragte Miriam knapp.
„Es wird in euren Stadtpark übermorgen um 2 Uhr eurer Zeitrechnung landen, miau“, erwiderte die Katze und kuschelte sich an Miriam.
„Oh wie schade, wir würden dich gerne hier behalten“, sprach Stephan traurig zu Trollux.
„Ihr könnt mit mir in Kontakt bleiben, öffnet den Globus, miau“, freute sich die Katze und hockte sich auf seine Vorderpfoten und wedelte mit ihren Schwanz.
Miriam öffnete vorsichtig den kleinen Globus und holte daraus eine Minikugel hervor die allen Anschein nach aus eine Art Kristallglas bestand.
„Was ist dass ist für ein Ding?“, fragte Stephan neugierig.
„In eurer Sprache übersetzt ein interstellares Funkgerät, miau“, erwiderte Trollux.
„Wie funktioniert es?“, fragte Miriam.
„Einfach dreimal berühren dann könnt ihr mit mir in Kontakt treten, miau miau“, gab Trollux als Antwort und legte sich wieder hin. Miriam sowie ihr Freund nickten erfreut und begaben sich ins Schlafzimmer während Trollux auf der Couch im Wohnzimmer schlief.
Am nächsten Tag wachte das jugendliche Paar auf und kam aus dem Staunen nicht mehr raus, denn im Wohnzimmer stand ein durchsichtiger Koffer voller Euroscheine und Trollux saß darauf. Dann schellte es plötzlich an der Tür und Miriam machte diese auf.
„Guten Tag, Harry Wintershausen von Radio Nordwest. Darf ich reinkommen? Wo ist Trollux“, fragte ein flapsig gekleideter Mann der einen grauen Schnurrbart und eine Hornbrille trug.
„Hä? Was ist hier los?“, fragte Miriam verdutzt die im Kimono im Türrahmen stand.
„Tja Sie oder ihr Freund haben bei unserem Galactic Adventure Gewinnspiel gewonnen“, erwiderte Harry Wintershausen und Miriam ließ in die Wohnung.
„Da ist ja Trollux und der Geldkoffer. Ha, es hat funktioniert“, freute sich Harry und zeigte Miriam die Visitenkarte eines japanischen Technologiekonzerns.
Stephan kam aus dem Schlafzimmer und erblickte seine Freundin die etwas unbeholfen dastand und einen flapsigen Mann.
„Was hat funktioniert?“, fragte Stephan neugierig.
„Der japanische Technologiekonzern Tayashi Technology Products hat uns ein Gewinnspiel gesponsert und dafür einen Ufoabsturz inszeniert und auch ihre neueste Entwicklung Trollux , die Hauskatze zur Verfügung gestellt“, gab Harry recht erfreut zu verstehen und zückte aus seiner Jacke eine Fernbedienung und diese Miriam gab.
„Alles inszeniert? Ich bin etwas geschockt“, sprach Stephan schockiert.
„Geschockt? Die 250.000 Euro die sich in dem Geldkoffer befinden werden diesen Schock aber mehr als lindern und Trollux könnt ihr auch behalten“, erfreute sich Harry und klopfte den beiden auf den Schultern.
„Eine Frage noch. Wie kam der Geldkoffer in unsere Wohnung?“, fragte Stephan.
„Ein Technikerteam des Technologiekonzerns hat sich gestern Nacht während sie schliefen mit Spezialwerkzeugen leise Zugang zu ihrer Wohnung verschafft und hat den Geldkoffer deponiert“, erwiderte Harry lächelnd.
„Wir danken Ihnen für diesen Geldsegen wenn auch auf ungewöhnlichen Wege“, bedankte sich Miriam bei Harry.
„Meine Glückwünsche an ihren Gewinn werden heute um 11 Uhr gesendet“, gab Harry zu verstehen und verschwand aus der Wohnung der beiden.

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Voller Freude und Glück umarmten sich die Zwei und feierten diesen Geldsegen in einem Luxusrestaurant der Stadt während ihre Katze Trollux eine echte Katze als Freund bekam.

© 2005 by Andreas Krämer

Bildnachweis: „Zwei Katzen“ von Andreas Krämer

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