Hahn im Korb – Zweite Zitategeschichte Story Creativo

Dies ist meine zweite Zitate-Geschichte zur Facebook Geschichtengruppe Story Creativo, wo ich seit etwa zwei Monaten Mitglied und mit Begeisterung dabei bin. Ich hoffe die Geschichte gefällt euch.


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Hahn im Korb
Aufgeregt wie ein Kind am ersten Schultag entstieg Steffen dem Schnellzug im Bahnhof Aachen und freute sich auf die bevorstehenden zwei Tage.  „Wer immer tut,was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“, musste er an Henry Fords Worte denken, als er den Bahnsteig betrat. Die Abendsonne schimmerte durch das Glasdach des Bahnhofs hinein und die Leute um ihn herum schauten ihn erwartungsvoll an. Drei Stunden Zugfahrt waren sehr lang. Wortlos ging er an den Leuten vorbei und landete zehn Minuten später im Hostel unweit des Bahnhofs, wo er ein Vierbett-Zimmer gebucht hatte und damit gegenüber einem Hotel ordentlich Geld sparte. Hinter der Rezeption stand eine Brünette um die 30 Jahre alt mit gelockten Haar.


Make it happen„Guten Abend, ich bin Steffen Winterhagen und habe ein Vierbett-Zimmer von Freitag bis Sonntag gebucht“, stellte er sich vor. „Ja, Moment ich schaue im PC nach. Oh genau, Sie sind der, der einen Zumba Trainerlehrgang machen möchte, woll?“, fragte Sie lächelnd, wobei sich ihre Lachgrübchen zeigten. Steffen nickte und wurde rot im Gesicht. „Alle unsere Träume können sich erfüllen, wenn wir den Mut haben ihnen zu folgen“, sprach er knapp, nahm eine ID-Card für das Zimmer und einen Spintschlüssel entgegen. „Ich wünsche dir viel Erfolg“, rief die sympathische Hostel-Leiterin ihm hinterher und drückte die Daumen. Das Vierbettzimmer war geräumig und hell gestaltet. Zwei Betten waren belegt. Steffen entschied sich für Bett am Fensterplatz, stellte seinen Rucksack in den Spint und legte sich für ein kurzes Power-Nickerchen in die Federn. Von draußen hörte er Stimmen und Getrappel.

In einer Jugendherberge war immer etwas los und nie wirklich leise. Spät am Abend, er war mittlerweile tief am schlafen, öffnete sich die Tür und Steffen schreckte auf. „Sorry, wollte dich nicht aus dem Schlaf reissen“, ertönte die Stimme eines schlaksigen Mittdreißigers im Polohemd und Jeans. „In der Tat“, reagierte Steffen schlaftrunken. „Hallo, ich bin Steffen und habe die nächsten zwei Tage einen anstrengenden Lehrgang vor mir“, erklärte er und rieb sich die Augen. „Hi, ich bin Klaus und studiere BWL im zweiten Semester in Aachen. Einen Lehrgang?“, stellte sich der Student vor. „Ja, ich mach eine Ausbildung zum Zumba-Instructor und dafür muss ich ausgeschlafen sein. Ich schlafe nun weiter. Gute Nacht!!“, regte sich Steffen auf und kuschelte sich wieder in die Bettdecke. Der perplexe Klaus zog sich zurück und verschwand aus dem Zimmer. Mitten in der Nacht vernahm Steffen lautes Gegröhle im Zimmer. Seine beiden Zimmergenossen machten einen drauf und veranstalteten eine Trinkwette, doch er schlief einfach weiter.

Am nächsten Morgen war es endlich soweit. Mit dem Rucksack auf dem Rücken und nach einem kräftigen Frühstück stand er nach zehn Gehminuten vor einem schmucken Neubau. In orangefarbenen geschwungenen Lettern stand der Name des Fitnesscenters. Einen Atemzug später und nach dem Umziehen stand er mit zehn anderen Teilnehmern im Trainingsraum. Er verspürte eine innere Unruhe, da er der Hahn im Korb war und alle Augen kurz auf ihn gerichtet waren. „Hi, na alles fit? Bin Steffen und tanze seit zwei Jahren begeistert Zumba“, stellte er sich vor.

Die neun Frauen nickten, lächelten und schmunzelten. Eine Schwarzhaarige in einem fetzigen bunten Sport-Top, die direkt neben ihm stand, kam aber auf ihn zu. „Lass Dir von niemanden je einreden, dass Du was nicht kannst. Auch nicht von mir. Ok? Wenn Du einen Traum hast, musst du ihn beschützen. Wenn andere was nicht können, wollen sie dir immer einreden dass du es auch nicht kannst. Wenn Du was willst, dann mach es. Basta.“, sprach er Steffen Mut zu. Er nickte leicht grinsend. „Genau“, stimmte er ihren Worten zu. „Ich bin übrigens die Nadine“, sagte die Sportliche. Plötzlich war Stille im Raum, als eine Frau um die 36 Jahre alt und im rotgelben Outfit in Erscheinung tratt. Sie lächelte in die Runde und stellte sich vor.

Freier sein mit ZumbaIhr Name war Jessica und seit fünf Jahren erfolgreiche Zumba-Instruktorin mit. Fröhlich erzählte Sie uns kurz die Erfolgsgeschichte der lateinamerikanischen Tanzfitness-Art und kam dann zum Wesentlichen, den Lehrgang mit all seinen Inhalten. „Dieser Teil, dieser kleine Teil meines Lebens, heißt: Glückseligkeit.“, schloss Jessica ihre langatmige Vorstellung ab, schaltete die Musikanlage ein und gab Tanzschritte für Merengue und Reggaeton vor. Steffen und die anderen hielten mit, obwohl Jessica ein ordentliches Tempo vorlegte. Nach dem Song „Es Merengue No Merengue“ und einem Cool Down war der Praxisteil beendet. Nun folgte der Theorieteil, wo die Grundlagen des Fitnesstanzes erklärt wurden. Gegen 17 Uhr war der erste Tag zu Ende und Steffen platt wie eine Flunder. Nadine war offenherzig und lud ihn zu einem Eis ein.

Lebe deine Leidenschaft!Der Sonntag war der letzte und härteste Tag. Zwei Stunden wurde am Stück zu Cumbia und Salsa getanzt. Verschwitzt und mit strahlenden Gesicht beendete die taffe Lady den Lehrgang. Eine kurze Theorie-Einheit später hielt Steffen ein Zertifikat in Händen und würde ein paar Tage später zusätzlich noch eine schriftliche Bestätigung erhalten. Zur Feier des Tages lud er Nadine zum Italiener ein und bestellte sich eine Pizza mit Meeresfrüchten. Nadine sinnierte als Sie den Teller sah. „Shrimps sind Früchte des Meeres. Du kannst sie am Spieß braten, backen, braten, auf den Grill tun, sautieren…Es gibt Shrimp- Kabob, Shrimp- Creole, Shrimp- Gumbo…In der Pfanne gebraten, fritiert…Es gibt Shrimps mit Bananen, Bohnenshrimps, Kokosnussshrimps, Pfeffershrimps, Shrimpssuppe, Shrimpseintopf, Shrimpssalat, Shrimps mit Kartoffeln, Shrimpsburger, Shrimpssandwich… Das wars, glaube ich.“, worauf Steffen laut lachen musste und fast vom Stuhl fiel. „Nur das Meer kennt dein Geheimnis“, entfleuchte es ihm. Nach dem reichen Abendmal und Austausch der Handynummern gingen beide ihre Wege. Steffen war am Ziel und durfte endlich selbst Kurse in Zumba geben.

(c) 2015 von Andreas Krämer

Nachweis Zitate:

„Shrimps sind Früchte des Meeres. Du kannst sie am Spieß braten, backen, braten, auf den Grill tun, sautieren…Es gibt Shrimp- Kabob, Shrimp- Creole, Shrimp- Gumbo…In der Pfanne gebraten, fritiert…
Es gibt Shrimps
mit Bananen, Bohnenshrimps, Kokosnussshrimps, Pfeffershrimps, Shrimpssuppe, Shrimpseintopf, Shrimpssalat, Shrimps mit Kartoffeln, Shrimpsburger, Shrimpssandwich…
Das wars, glaube ich.“ (Babba in „Forrest Gump“)

„Dieser Teil, dieser kleine Teil meines Lebens, heißt: Glückseligkeit.“ (aus „Das Streben nach Glück“)

„Lass Dir von niemanden je einreden, dass Du was nicht kannst. Auch nicht von mir. Ok? Wenn Du einen Traum hast, musst du ihn beschützen. Wenn andere was nicht können, wollen sie dir immer einreden dass du es auch nicht kannst. Wenn Du was willst, dann mach es. Basta.“, (aus „Das Streben nach Glück)

„In der Tat“ (aus „Stargate“)

„Alle unsere Träume können sich erfüllen, wenn wir den Mut haben ihnen zu folgen“ (Walt Disney)

„Wer immer tut,was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“ (Henry Ford)

 

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