Sei dir nie zu sicher

Mein dritter Beitrag zur Facebook Geschichten-Gruppe Story Creativo – Kreative Zitategeschichten:

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Sei dir nie zu sicher
Sabine fielen die Augen halb zu, als Sie ihren erst wenige Wochen alten Motorroller bestieg und vom Bordstein zurücksetzte. Wie es der Zufall wollte kam gerade ihr schnippiger Chef vorbei. „Warte, wann kriege ich meinen Lohn?“, entfuhr es ihr aus heiteren Himmel. „Donnerstag“, erwiderte Herbert Schmalfisch, der Inhaber der einzigsten Bäckerei am Ort war und als sehr vermögend galt. Sie verdiente als Bäckereifachverkäuferin genug, um sich einmal im Jahr einen kleinen Urlaub leisten zu können und konnte etwas auf die hohe Kante legen. Drei Jahre lang arbeitete die hübsche Dunkelblonde mit den Lachgrübchen und blauen Augen bereits für den Geizhals. Sie setzte den Helm auf, gab Gas und verließ das kleine Kaff Richtung Detmold und fuhr zu ihren Freund. Steffen arbeitete als selbstständiger Tanzfitness-Trainer und hatte seine Leidenschaft dafür vor zwei Jahren entdeckt. „Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?“, dachte Sabine, als Sie das Ortsschild passierte und an seine teils verrückten Choreografien dachte.

Nach einer Viertelstunde bog Sie in die Hauptstrasse ein, stoppte ihren Roller und stieg ab. Lateinamerikanische Klänge ertönten aus der Nähe und folgte ihrer Spur. Steffen! Er unterbrach seine neue Choreografie, umarmte seine Liebste und gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss. „Heute morgen roch dein Haar aber noch nicht nach Holzwolle!“, sprach er leise und streifte ihre seidenen Haare hinter ihr Ohr. Sabine musste kichern. „Scheu, Scheu, Scheu, du bist scheu, ich bin scheu, scheu, scheu, scheu“, trällerte Sie, worauf er mit ihr einen flotten Merengue tanzte und eine Drehung vollführte. „Das Ei ist hart!“, dachte er, verschwand mit seiner geliebten Freundin ins Schlafzimmer. Zwei Stunden vergingen in  denen sich beide ihrer Leidenschaft hingaben. Erschöpft aber glücklich lagen sich die Zwei in den Armen und verspürten Hunger.

„Lass uns doch irgendwo essen gehen heute. Zum Italiener oder so.“, schlug Sabine vor. „Es gibt sowas wie Grenzen des Wachstums nicht, denn es gibt keine Grenzen der menschlichen Intelligenz, der Fantasie und der Fähigkeit sich zu wundern.“, erwiderte er verwundert. „Verstanden, ich zahle die Rechnung“, verstand Sie diesen komischen Satz. Kurzentschlossen warfen sie sich in Schale und schlenderten durch die belebte Stadt. Auf dem Marktplatz herrschte buntes Treiben.

Im Schlosspark machten Sie auf einer Bank eine kurze Pause und beobachteten zwei Typen, die wie antike römische Soldaten gekleidet waren. „Das könnt Ihr nicht machen. Mein Vater war Römer wie Ihr. Er war Centurio bei der römischen Armee“, protestierte der spindeldürre Römer. „Und wie war sein Name?“, fragte sein wohlgenährtes Gegenüber. „Mixus Minimax!“, erwiderte er, fasste sich am Bauch und musste lauthals lachen. Steffen stand auf und nahm Sabine an die Hand. „Ich wusste gleich, der ist nicht ganz dich!“, meinte er und deutete schmunzelnd auf den kugelrunden Römer, der sich lachend auf der grünen Wiese vor dem Detmolder Schloss wälzte. Schlendernd landete das glückliche Paar in einem italienischen Bistro, wo fast alle Plätze besetzt waren und nur einen engen Eckplatz im hinteren Bereich fanden. „Ungemütlich….“, dachte er, zog die Mundwinkel ein wenig nach unten und überflog enttäuscht die Speisekarte. „Ich kann den Buchstaben A nicht von B unterscheiden“, entfuhr es ihm, als er die Wucherpreise sah.

Sabine zuckte mit den Schultern. Ihr war Geld egal, es musste einfach da sein und konnte noch nie wirklich gut mit dem schnöden Mammon umgehen. „Eifersucht ist eine Leidenschaft, Die mit Eifer sucht, was Leiden schafft“, sprach Sie zu ihren Freund, der von dem ganzen Bistro genervt war und aufstand.  „Lieb dich“, sagte er und küsste Sabine, die für ihn überraschend das Gesicht wegdrehte. „Komm bitte nicht zu mir, hab kein Interesse mehr an dir, bin wieder verliebt – in den Twilight Vampir“, plapperte die Dunkelblonde, ließ seine Hand los und verließ das schreckliche Bistro. Verdutzt blieb Steffen zurück und traute seinen Augen nicht. Schnell folgte er seiner Freundin nach draußen, die einen langen Lulatsch umarmte und innig küsste. Er stellte Sie zur Rede und schaute den Kerl finster an, der sich als ihr Ex-Freund Chris herausstellte. Ein Gothic im schwarzen Gewand. „Eifersucht ist eine Leidenschaft, Die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.“, gab Sabine knapp zu verstehen, schlang ihren Arm um die Taille ihres Ex und schenkte Steffen keine Beachtung. „Warum habt ihr es getan, ihr Wahnsinnigen. Ich verfluche euch!“, rief er den beiden hinterher, stampfte wütend mit den Füßen auf und dachte „Kick the workout and join the Party“, um anschließend eine Tanzeinlage einzulegen. Seine Wut brach sich in spontanen Choreografien Bahn und ließ den bitteren Abend in einer Disco ausklingen.

(c) 2015 by Andreas Krämer

Zitatenachweis:

„Warum habt ihr es getan, ihr Wahnsinnigen. Ich verfluche euch!“(Taylor in „Planet der Affen“)
„Eifersucht ist eine Leidenschaft, Die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.“(Franz Grillparzer 1791-1872)
„Scheu, Scheu, Scheu, du bist scheu, ich bin scheu, scheu, scheu, scheu“ (Lied aus dem Weihnachtsfilm „A Christmas Carol“ aus dem Jahr 1997 mit Patrick Stewart)
„Das Ei ist hart!“ (aus „Das Frühstückei“ von Loriot)
„Ich kann den Buchstaben A nicht von B unterscheiden“ (LeeLee Sobieski als Jeanne D´Arc in „Jeanne D´Arc – Die Frau des Jahrtausends“)
„Ich wusste gleich, der ist nicht ganz dicht!“ (aus „Braveheart“)
„Kick the Workout and Join the Party!“ (Motto von Zumba)
„Heute morgen roch dein Haar aber noch nicht nach Holzwolle!“ (Lucas K.Brooks)
„Komm bitte nicht zu mir, hab kein Interesse mehr an dir, bin wieder verliebt – in den twilight Vampir „(Luke Mockridge – du liebst Harry potter)
„Das könnt Ihr nicht machen. Mein Vater war Römer wie Ihr. Er war Centurio bei der römischen Armee“ „Und wie war sein Name?“ – „Mixus Minimax.“ (aus „Das Leben des Brian“)
“Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?“ (aus Bluna Werbung)
„Warte, wann kriege ich meinen Lohn?“
„Donnerstag“ (aus „They live – Sie leben“)

„Es gibt sowas wie Grenzen des Wachstums nicht, denn es gibt keine Grenzen der menschlichen Intelligenz, der Fantasie und der Fähigkeit sich zu wundern.“ (Ronald Reagan)
„Lieb dich“, sagte sie.
„Du liebst mich? Du kennst mich doch gar nicht“, sagte A.J. „Du sollst deine Liebe nicht so bedenkenlos verschleudern. (Die Widerspenstigkeit des Glücks)

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