Nicol Elter – Paul, der Wurm

Ein kleiner Wurm namens Paul, lebte mit seinen zwei Brüdern und seinen Eltern in einem großen Sandberg.
Jeden Tag traf er sich mit seinen Freunden zum Spielen an der dicken Eiche nicht weit weg. Paul konnte von sich behaupten, die besten Freunde der Welt zu haben. Da gab es Hops den Floh, Tim die Ameise und Daniel den Tausendfüßler.
Auch heute verabredeten sich die vier wieder zum Spielen.
Tim ist meist immer der Erste und überlegt sich während er wartet, was sie wohl zuerst Spielen könnten.
Hey, rief er als alle da waren …wie wäre es, wenn wir Fußball spielen ? Jeder gegen jeden und wer die meisten Tore schießt, der gewinnt und darf sich das nächste Spiel aussuchen. Na toll, dachte Paul …Von Fußball hielt er nicht so viel, er hatte ja nicht mal die Füße dazu und mit seinem Wurmende konnte er nicht so gut schießen, doch die Mehrheit war dafür und das Spiel wurde angepfiffen.
Paul strengte sich an und zischte hin und her. Doch Daniel mit seinen vielen Füßen ließ den anderen kaum die Chance den Ball zu bekommen. Natürlich gewann er das Spiel mit 25 Toren. Hops schoss 11 und Tim 9Tore .Paul hat nicht mal eines gemacht, er hat den Ball nicht einmal bekommen und war sehr traurig. Was ein blödes Spiel dachte er und steckte den Kopf in den Sand..
Daniel durfte sich das nächste Spiel aussuchen und entschied sich für ein Wettklettern. Wer zuerst oben auf der Eiche ist hat gewonnen, rief er. Paul zog den Kopf aus dem Sand und machte sich Startklar. Dann gab Daniel das Signal und nach dem Hepp ging es los.
Tim und Daniel waren die ersten Am Baum und keiner konnte den anderen einholen. Sie staunten nicht schlecht als Hops sie mit großen Sprüngen hinter sich ließ und als erster oben auf dem Ast triumphierte.
Nur Paul stand noch unten vor dem Baum und hatte nicht die geringste Ahnung wie er dort hoch kommen sollte. Na Lust hatte er auch keine mehr, denn dieses Spiel mochte er auch nicht,..somit verlor er wieder mal und Hops war der Sieger.
Traurig steckte er den Kopf in den Sand. Die Freunde kamen vom Baum herunter und sprachen ihm gut zu. Dann hatte auch Hops schon die Idee, für das nächste Spiel. Ein Hindernislauf über die dicken Kieselsteine bis hin zum Busch und wieder sollte der Gewinner das nächste Spiel vorschlagen dürfen. Oh man, dachte Paul immer geht es um das Gewinnen. Doch er wollte auch mal ein Spiel aussuchen und stellte sich zu den anderen an den Start. Es gab wieder ein Hepp und Paul zischte los.
Er legte sich ganz schön ins Zeug und war zweiter, vor ihm war nur Tim. Das sollte aber nur bis zum ersten großen Kieselstein so bleiben, denn dort hielt er an und musste mit ansehen wie Daniel und Hops ihn einholten.
Gewonnen rief Tim, der vor dem riesigen Busch kaum zu erkennen war.
Ich mach nicht mehr mit schrie Paul. Ich verliere immer weil ich nichts kann. ..und weil ich keine Füße habe.
Erst jetzt merkten die Freunde wie doof die Spiele mit dem Gewinnen waren und wie schwer es für Paul gewesen sein musste .Sie trösteten ihn und Tim schenkte ihm sein Gewinn, die Entscheidung das nächste Spiel vorzuschlagen.
Paul schaute seine Freunde zufrieden an, doch es fiel ihm nichts ein..Er kannte nur das Versteckspiel, denn das spielte er immer mit seinen Brüdern.
Ist das ein gutes Spiel fragte er die anderen…?
Natürlich freuten sich alle und schnell war klar wer zuerst sucht. Daniel meldete sich freiwillig und hielt die Augen zu während er laut bis dreißig zählte. Ruck zuck waren alle versteckt auch Paul war nicht mehr da und Daniel hatte die schwierige Aufgabe sie alle wieder zu finden.
Zuerst fand er den Tim hinter der Blume ,dann den Hops auf dem Baum. Nur Paul war nicht zu sehen. Alle drei suchten ihn doch er war so gut versteckt, dass ihn wirklich keiner fand. Wo bist du denn riefen sie….Hier unten murmelte Paul….. Tatsächlich, gar nicht weit weg , hinter dem Baum lag Paul zwischen den Zweigen getarnt. Er hat sich ganz gerade dazugelegt und sah selber aus wie ein kleiner Ast.
Man Paul, ich hätte dich nie gefunden. Du bist echt der beste Verstecker, den ich kenne sagte Daniel voller Begeisterung. Auch Hops und Tim stimmten zu. Da strahlte der Paul und dachte sich ,..jeder kann ein Gewinner sein,…vor allem wenn er so tolle Freunde hat wie er..Dann trennten sich die Freunde und gingen nach Hause. Der nächste Tag sollte auf sie warten.

(c) 2011 by Nicol Elter

Der hungrige Teddybär

Lena riss ungeduldig das Geschenkpapier auf und lächelte freudestrahlend als Sie einen süßen braunen Teddybären aus weichen Plüsch in Händen hielt. Der Teddybär schaute Lena mit seinen großen runden blauen Augen an und knuddelte ihn sofort.

„Danke Mama und Papa!“, lächelte Lena und umarmte die beiden.

„Herzlichen Glückwunsch zu deinem achten Geburtstag, Lena“, beglückwünschten sie ihre Tochter und setzten sich mit ihr an den Tisch, wo eine leckere Sachertorte nur darauf wartete, gegessen zu werden.

„Hier für dich“, sagte Viola, die Mutter von Lena und servierte ihrer Tochter ein Stück der süßen Torte.

„Danke“, freute sich Lena, die unter ihren Arm den Teddybär trug und mit der rechten Hand das Stück Sachertorte zu essen begann.

„Lena, wir wollen mit dir gleich zum Stadtzoo fahren.“, teilte Johannes, ihr Vater lächelnd und Lena lächelte erfreut zurück.

„Da wollte ich doch schon immer hin…“, freute sich Lena und aß genüsslich weiter.

Eine gute Weile verging in denen sich die Drei über die Schule, dass vor kurzem gebaute Haus und den bevorstehenden Zoobesuch unterhielten. Lena verdrückte drei Tortenstücke.

„Boah, bin ich satt“, sagte Lena und lehnte sich im Stuhl zurück.

„Dann wollen wir mal zum Zoo fahren, damit wir dort Kalorien verbrennen können…“, kommentierte der Vater.

„Kalo, Kalo was?“, fragte Lena neugierig.

„Kalorien befinden sich besonders in süßen Sachen und machen dick.“, antwortete Viola knapp und stand mit ihren Mann Johannes und Lena auf. Mit dem Kombi fuhren die drei zum nahe gelegenen Zoo im Stadtzentrum und stiegen dort dann schließlich aus. Es standen nur wenige Autos auf dem Parkplatz.

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Der schlaue Fuchs

In seinem kleinen Wäldchen hoch oben über einer abgelegenen Hafenstadt in einem norwegischen Fjord wachte Jannik, der feuerrote Fuchs und schützte die großen und kleinen Tiere vor Gefahren.
Jannik saß wie jeden Tag am Berghang von dem er aus direkt das Geschehen in der Hafenstadt beobachtete und machte sich Sorgen, denn die Behausungen der Menschen kamen immer näher an sein Wäldchen heran.
Viele Hektar Wald waren neuen Häusern schon zum Opfer gefallen und verdrängten die dort lebenden Tiere und verkleinerten das Jagdgebiet der Adler, Füchse und Eulen die hier größtenteils lebten.
Über der Hafenstadt lichtete sich langsam der Nebel machte den Blick frei auf die Menschen, die jetzt ihrem Tagewerk nachgingen. Da bestiegen zwei Fischer ihre Boote, eine Wäscherin schleppte einen Korb schmutziger Wäsche und die vielen anderen verrichteten ebenfalls ihre Arbeit sofern sie eine hatten.
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Grimm, R. Vanessa: Aus dem Leben einer Maus

Es war einmal eine kleine Maus, die lebte in einem winzigen Löchlein am Fuße einer Schule.

Im Sommer war es dort angenehm kühl, im Winter aber fror die Maus, und so sahen wir sie grade in diesem Augenblicke hinter der massiven Holztüre lauern, um einen unwissend netten Menschen abzuwarten, der eben diese zu öffnen vermag und sie schnell ins Gebäude huschen konnte.

Drinnen war es warm, aber voller Schüler und Lehrer, die dem kleinen Tier wahrhaftig wie Riesen erschienen. Leider waren es sehr unmitfühlende Riesen, die in Gesprächen vertieft unbeschwert umher stampften, und um ein Haar wäre das Mäuschen zu Tode getrampelt worden. Durch eine Lücke konnte sie einen Fenstersims und eine darunter stehende Bank am anderen Ende des Korridors erkennen.

Waghalsig rannte sie durch das Gewirr aus Füßen, die größer waren als sie selbst, und erreichte auf wundersame Weise das Fenster unbeschadet. Mit einem Satz sprang sie auf den Sims, wo sie auf den Hinterbeinen stehend mit ihren roten Augen kritisch umherblickte.

„Hey, was bist du denn für eine wundersame Maus?“

Unter ihr kauerte ein kleiner Junge, für einen der Riesen schien er winzig. Er rappelte sich schwerfällig auf und streckte sich, um die Maus auf de Fenstersims zu erspähen.

„Habe keine Angst, kleine Maus. Ich bin der einzige, der dich bemerkt hat, und ich werde wohl auch der einzige bleiben.“ Er lächelte sie an.

„Sie sind so dumm im Kopf, dass sie alles andere im Sinn haben, als dich kleine Maus zu erblicken.“

„Weißt du, kleine Maus, eigentlich sind die gar nicht so böse. Sie sind nur so versessen auf das Große vor ihnen, dass sie das kleine, das Lebendige, fast zu Tode treten.“

Die Maus saß auf dem Schoß des Kindes. Die Bank, auf der der Junge saß, war dreckig und feucht vom Schnee, der schon wieder zu schmelzen begann.

Er gab ihr ein Stück Brot und Käse. Doch sie war ganz still und regungslos, und beobachtete mit regem Interesse, wie hunderte von Kindern einen unglaublichen Spaß dabei hatten, sich zu beschmutzen und erbärmlich vor Kälte zitterten. Eines davon schaute kurz zu ihnen herüber, und blickte gerade Wegs durch sie hindurch in eine Welt weit abseits jeden matschigen Schnees. Doch der Augenblick war sofort verflogen, schon bewarf es einen seiner Mitschüler mit einem braunen Schneeball.
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Dähling, Witburg: Ich werde größer und größer…

Kathy reibt sich ihre Augen vom Schlaf klar und schaut blinzelnd zum Himmel empor. Puh, heute war ist es aber stürmisch, die Äste der Bäume biegen sich hin und her. Sie kann die Wolken gar nicht so schnell zählen, wie sie dort oben weiter fliegen. Der Wind heult mit pfeifenden Geräuschen am Fenster vorbei. An der Dachrinne tanzen die Regentropfen und versammelten sich zu einem großen Rinnsal, was zur Erde fließt.
Sie schaute zum Himmel hoch und hätte gerne Wolken-Fantasie-Bilder in den verschiedenen Formen entstehen lassen. Doch heute klappte es einfach nicht, es zogen immer schneller dicke, fette, dunkle Wolken vorüber.
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