Elise Renoir – Starnberger See Bankgespräche

Elise Renoir – Starnberger See Bankgespräche

Starnberger See Bankgespräche

Zwei männliche Gestalten verweilen auf einer Bank am Strand des Starnberger Sees, schwelgend im Licht der Sonne. Zwei Fremde, zwei Wortlose. Bis die Sonne untergeht.
»Was sehen Sie, wenn Sie die Sonne untergehen sehen?«
»Ich würde die Sonne untergehen sehen, was sonst?«
»Sie würden? Sind Sie blind?«
»Nein. Ich gehe immer in den Wald, lege mich in das Laub und bin für eine Weile tot. Nur nicht heute. Die Jäger sind auf der Jagd. Es wird geschossen. Ich will ja nicht für immer tot sein. Nur für eine Weile. Doch wie sieht man den Sonnenuntergang, wenn man tot ist?«
»Wieso gehen Sie in den Wald?«
»Ich habe Depressionen…«
Schweigen.
»…Was sehen Sie?«
»Wollen Sie das wirklich wissen?«
»Ja, denn heute lebe ich«
»Dann hoffe ich, dass Sie heute lange leben. Ich sehe nämlich ein ganzes Universum. Wissen Sie, ich schaue ihn jeden Abend an, den Sonnenuntergang, soweit die Sonne scheint natürlich, dabei scheint sie ja jeden Tag, nur nicht immer in vollster Pracht. Doch soweit sie scheint, die Sonne, in vollster Pracht, schaue ich ihr beim Untergehen zu. Wissen Sie, es ist kein Hobby. Es ist eine Lebenseinstellung. Es ist der Sinn meines Lebens. Der einzig wahre Sinn. Vielleicht ist es auch einfach mein Leben. Der Sonnenuntergang ist der Grund, weshalb ich mich jeden späten Nachmittag aus meinem Bett mühe, denn unter den Federbergen hervorzukriechen ist wahrlich mühsam, aber ich tue es, um ihn anzuschauen, den Sonnenuntergang. Auf meiner Terrasse, auf meinem Balkon, auf meiner Wiese in meinem Garten, in einem Restaurant, auf einem Berg, auf dem Wasser, auf einem Boot…«
»Sie haben ein Boot?«
»Nein, deshalb manchmal auch nur auf einem Steg, im Wasser, an einem Ufer, auf meinem Sofa, nur nicht in meinem Bett. Ich muss es verlassen, jeden späten Nachmittag oder Abend, je nach Jahreszeit, ja, da muss ich es verlassen, um ihn anzuschauen, den Sonnenuntergang, den ich so sehr liebe, dass ich sogar mein so sehr geliebtes Bett verlasse, was ich sonst für Niemanden verlasse«
»Was tun Sie den ganzen Tag im Bett?«
»Ich habe Depressionen…«
Schweigen.
»…Ich suche nach einem zweiten Sinn meines Lebens«
»Im Bett?«
»In meinen Träumen. Weil Träume doch so wunderbar sind und so dachte ich, würde ich ihn dort finden, einen wunderbaren zweiten Sinn meines Lebens. Aber ich habe ihn nie gefunden, eben weil es Träume sind und nicht die Realität. Nach meiner Erkenntnis dachte ich, soll ich mich jetzt umbringen, weil mein Leben nur einen einzigen einsamen Sinn hat und weil ich einen zweiten nie finden werde, weil ich ihn in der Realität finden muss und die Realität doch so grausam ist? Viele Menschen tun das. Ich aber nicht. Es würde zwar niemand bemerken, doch es wäre zu schade. Wie sieht man den Sonnenuntergang, wenn man tot ist?…«
Schweigen.
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Begegnungen am Bahnhof – Beitrag zu Story Creativo

Begegnungen am Bahnhof – Beitrag zu Story Creativo

Ich bin seit rund ein Monat Mitglied in der Facebook Autorengruppe mit Namen Story Creativo. In der Gruppe werden von den Mitgliedern wöchentlich Zitate gepostet und daraus dann individuelle Geschichten geschrieben.  Als Besonderheit müssen die Zitate aber nicht alle Zitate in die Story mehr oder weniger sinnvoll eingebunden werden, was zu durchaus lustigen Geschichten führen kann. Auf Grund fehlender Zeit und Ruhe konnte ich an der ersten Zitate-Geschichterunde nicht teilnehmen aber kann nun endlich in der zweiten Runde meinen kreativen Beitrag leisten.
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Die Geschichte der Sanduhr

SanduhrDie Geschichte der Sanduhr (Stundenglas) reicht bis in das 14.Jahrhundert zurück aber wann der Zeitmesser genau erfunden wurde, ist nicht vollständig geklärt. Jedoch ist bekannt, dass in Arabien bereits Stundengläser weit verbreitet waren und der Zeitmessung dienten. Im Mittelalter hatten sich Sanduhren fest etabliert und wurden in Kirchen verwendet um die Dauer einer Messe zu kontrollieren.

In der Seefahrt fanden die Sanduhren beginnend mit der Zeit der Hanse eine immer höhere Verbreitung. Auf Schiffen hatten die Uhren eine übliche Laufzeit von 30 Minuten und bedeutete eine Glase.

Die Seeleute mussten damals eine Wache halten und diese dauerte vier Stunden. Wenn das Stundenglas (eigentlich Halbstundenglas) acht mal herumgedreht worden war, kam die Wachablösung und die wachhabenden Seemänner konnten sich unter Deck erholen. Die Schiffsmannschaften besaßen auch kleine Sanduhren mit kürzeren Laufzeiten und diese nannte man schlicht Läufer.
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Geschichte der Schokolade

Geschichte der Schokolade

PralinenDie Schokolade ist immer eine Sünde wert und kann auf eine jahrhundertelange Geschichte zurückblicken.  Im 4.Jahrhundert wurden bereits die ersten Kakaopflanzen von den Vorfahren der südamerikanischen Hochkulturen der Maya und der Azteken angebaut.  Der Kakao wurde gemahlen, mit Vanille,  scharfem Chili, Wasser und Honig vermengt. Die Azteken bezeichneten dieses Getränk als „Xocolatl“ und verwendeten die Kakaobutter sowohl zur medizinischen Behandlungen als auch Kosmetik. Die Kakaobohne war bei den Azteken ein wichtiges Zahlungsmittel, welches sie zum Erwerb von Gütern nutzen und damit teilweise ihre Steuern zahlten.
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Limburg-Preis lockt mit 4000 Euro Preisgeld

Die Stadt Bad Dürkheim veranstaltet nun zum siebten Mal den Schreibwettbewerb „Limburg-Preis“ und lockt mit einem Preisgeld von attraktiven 4000 Euro. Veranstaltet wird der Wettbewerb vom Kunstverein Bad Dürkheim. Zur Teilnahme ist jeder berechtigt, der schon eine Erzählung als in Literaturzeitschriften oder Anthologien veröffentlicht hat. Jeder Autor/in darf eine noch nicht veröffentlichte Erzählung einreichen und eine Themenvorgabe gibt es nicht.
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